Widow(er) supplement denied to remarried pensioner

H 431/99Federal Supreme Court / Social Insurance Division IIApr 19, 2000Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Insurance Court dismissed the insured person's appeal against the pension calculation. It held that the earnings from the first marriage were rightly split under Art. 29quinquies AHVG, even though the claimant had remarried after his first wife's death. It further confirmed that the 20% widow(er) supplement under Art. 35bis AHVG requires current widowed status, which the appellant lacked. The old-age pension of CHF 1,785 per month therefore remained unchanged, and no court costs were charged.

Omnilex headnote

Art. 29quinquies Abs. 3 AHVG; Art. 35bis AHVG; income splitting and widow(er) supplement in old-age pension cases: Income earned during a marriage ended by death must be split for the years of that marriage when the surviving spouse claims an old-age pension, irrespective of the person’s later civil status (consid. 2). By contrast, the 20% supplement for widowed old-age pension beneficiaries presupposes that the pensioner is, at the time of entitlement, actually widowed; remarriage excludes the supplement (consid. 3).

Full text

[AZA]
H 431/99 Tr

IV. Kammer

Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger;
Gerichtsschreiber Attinger

Urteil vom 19. April 2000

in Sachen

W.________, 1934, Beschwerdeführer, vertreten durch
S.________,
gegen

Ausgleichskasse des Basler Volkswirtschaftsbundes, Viadukt-
strasse 42, Basel, Beschwerdegegnerin,

und

Kantonale Rekurskommission für die Ausgleichskassen und die
IV-Stellen, Basel

In Erwägung,

dass der 1934 geborene W.________ 1962 E.________
heiratete, welche im Jahre 1982 verstarb,
dass er seit 1987 in zweiter Ehe mit der 1954 ge-
borenen M.________ verheiratet ist,
dass die Ausgleichskasse des Basler Volkswirtschafts-
bundes W.________ mit Verfügung vom 17. Februar 1999 ab

  1. Mai 1999 eine ordentliche Altersrente in der Höhe von
    Fr. 1785.- pro Monat zusprach,
    dass sich diese Rente auf der Grundlage eines massge-
    benden durchschnittlichen Jahreseinkommens von Fr. 55'476.-
    und der Vollrentenskala 44 errechnet,
    dass die Kantonale Rekurskommission für die Aus-
    gleichskassen und die IV-Stellen, Basel, die dagegen einge-
    reichte Beschwerde, mit welcher W.________ die ungesplit-
    tete Anrechnung seiner während der ersten Ehe erzielten
    Erwerbseinkommen verlangt hatte, mit Entscheid vom
  2. September 1999 abwies,
    dass W.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde führt
    mit dem Antrag auf "korrekte Berechnung der AHV-Rente...
    aufgrund der Verwitwung der ersten Ehefrau", wobei er
    insbesondere einen sog. Verwitwetenzuschlag von 20 % zu
    seiner Altersrente (oder bis zum Höchstbetrag der Vollren-
    te) geltend macht,
    dass sowohl die Ausgleichskasse als auch das Bundesamt
    für Sozialversicherung auf Abweisung der Verwaltungsge-
    richtsbeschwerde schliessen,
    dass gemäss lit. c Abs. 1 erster Satz der Übergangsbe-
    stimmungen der 10. AHV-Revision vom 7. Oktober 1994 die
    neuen Bestimmungen für alle Renten gelten, auf die der An-
    spruch nach dem 31. Dezember 1996 entsteht,
    dass laut dem am 1. Januar 1997 in Kraft getretenen
    Art. 29quinquies Abs. 3 AHVG Einkommen, welche die Ehegat-
    ten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt
    haben, geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten ange-
    rechnet werden, wobei die Einkommensteilung vorgenommen
    wird, wenn beide Ehegatten rentenberechtigt sind (lit. a),
    wenn eine verwitwete Person Anspruch auf eine Altersrente
    hat (lit. b) oder bei Auflösung der Ehe durch Scheidung
    (lit. c),
    dass das Eidgenössische Versicherungsgericht im zur
    Publikation vorgesehenen Urteil B. vom 17. April 2000,
    H 366/98, den in lit. b von Art. 29quinquies Abs. 3 AHVG
    verwendeten, nicht ganz klaren Begriff "eine verwitwete
    Person" ("une veuve ou un veuf", "una persona vedova") aus-
    gelegt und gestützt auf das Interpretationsergebnis festge-
    stellt hat, dass nach dieser Gesetzesbestimmung das Einkom-
    menssplitting im Altersrentenfall für die Kalenderjahre
    einer früheren, durch Tod aufgelösten Ehe unabhängig vom
    aktuellen Zivilstand der damals verwitweten Person vorzu-
    nehmen ist,
    dass Verwaltung und Vorinstanz demnach bei der Ermitt-
    lung der dem Beschwerdeführer ab 1. Mai 1999 zustehenden
    Altersrente die von ihm und seiner ersten Ehefrau von 1963
    bis 1976 erzielten beitragspflichtigen Einkommen zu Recht
    hälftig geteilt und die entsprechenden Beträge vom indivi-
    duellen Konto des Beschwerdeführers weggesplittet bzw. die-
    sem gutgeschrieben haben (ab 1. Dezember 1977 hatte die am
  3. November 1915 geborene erste Ehefrau Anspruch auf eine
    einfache Altersrente; vgl. diesbezüglich Art. 29quinquies
    Abs. 4 lit. a AHVG),
    dass gemäss revidiertem Art. 35bis AHVG verwitwete Be-
    zügerinnen und Bezüger von Altersrenten Anspruch auf einen
    Zuschlag von 20 % zu ihrer Rente haben, wobei Rente und Zu-
    schlag den Höchstbetrag der Altersrente nicht übersteigen
    dürfen,
    dass die ebenfalls im erwähnten Urteil H 366/98 vorge-
    nommene Auslegung dieser Bestimmung - insbesondere des Be-
    griffs "verwitwete Bezügerinnen und Bezüger von Altersren-
    ten" ("les veuves et veufs au bénéfice d'une rente de
    vieillesse", "le vedove e i vedovi beneficiari di una ren-
    dita di vecchiaia") - ergab, dass der sog. Verwitwetenzu-
    schlag den entsprechenden Zivilstand der rentenberechtigten
    Person voraussetzt,
    dass dem Beschwerdeführer richtigerweise kein Zuschlag
    zu seiner Altersrente gewährt wurde, weil er (in zweiter
    Ehe) verheiratet ist,
    dass es nach dem Gesagten mit der verfügten, vorin-
    stanzlich bestätigten Altersrente - deren Berechnung im
    Übrigen zu Recht nicht beanstandet wird - sein Bewenden
    haben muss,
    erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Dieses Urteil wird den Parteien, der Kantonalen Re-
kurskommission für die Ausgleichskassen und die IV-
Stellen, Basel, und dem Bundesamt für Sozialversiche-
rung zugestellt.

Luzern, 19. April 2000

Im Namen des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts
Der Präsident der IV. Kammer:

Der Gerichtsschreiber:

Keywords

old-age pensionincome splittingwidow(er) supplementremarriagesurvivor status

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether income earned during the first marriage had to be split for the pension calculation despite the appellant's later remarriage.

Extracted holding

Yes. The earnings from the first marriage were correctly split and attributed half to each spouse for the relevant years.

Extracted reasoning

Under Art. 29quinquies AHVG, income splitting applies for years of a marriage ended by death when an old-age pension is claimed, regardless of the surviving spouse's current civil status.

Key legal question

Whether the appellant was entitled to a 20% widow(er) supplement to his old-age pension.

Extracted holding

No. The supplement requires that the pensioner currently have the civil status of a widowed old-age pension beneficiary, which the appellant did not because he was remarried.

Extracted reasoning

The court followed its interpretation of Art. 35bis AHVG and held that the supplement presupposes present widow(er) status at the time of the pension.

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