Employer liability for unpaid AHV contributions upheld

H 119/06Federal Supreme Court / Social Insurance Division IIDec 14, 2006Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Insurance Court dismissed the appellant’s administrative law appeal insofar as it was admissible. It held that the part of the damage claim relating to cantonal family allowance contributions was not reviewable under federal law. On the merits, the court upheld the compensation office’s finding that the former chairman of the bankrupt X. AG was liable under Art. 52 AHVG for the company’s unpaid social insurance contributions. The court rejected arguments based on internal task allocation, alleged criminal conduct of another manager, and the claimed need for further evidence. The appellant was ordered to pay court costs of CHF 5,000.

Omnilex headnote

Art. 52 AHVG; liability of a formal corporate organ for unpaid employer contributions. Internal allocation of tasks does not, in ordinary business structures, release a board member from non-transferable supervisory duties over the contribution process. Liability is not excluded merely because another person may have engaged in criminal conduct, where the causal breach consists in the failure to supervise and ensure proper accounting and remittance of contributions. A right-to-be-heard complaint fails where the omitted evidence is irrelevant and the record is sufficient for decision. Federal review does not extend to portions of the award not based on federal law (consid. 1-3).

Full text

Eidgenössisches Versicherungsgericht
Tribunale federale delle assicurazioni
Tribunal federal d'assicuranzas

Sozialversicherungsabteilung
des Bundesgerichts

Prozess {T 7}
H 119/06

Urteil vom 14. Dezember 2006
III. Kammer

Besetzung
Präsident Ferrari, Bundesrichter Meyer und Lustenberger; Gerichtsschreiberin Helfenstein Franke

Parteien
S.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Ineichen, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

gegen

Ausgleichskasse Luzern, Würzenbachstrasse 8, 6006 Luzern, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz
Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Luzern

(Entscheid vom 23. Mai 2006)

Sachverhalt:
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2004, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 19. Mai 2005, verpflichtete die Ausgleichskasse Luzern S.________ als einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratspräsidenten der am ... 2003 in Konkurs gefallenen Firma X.________ AG zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von Fr. 149'195.75 für ausgefallene Sozialversicherungsbeiträge.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 23. Mai 2006 ab.
S.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Gerichtsentscheid sei aufzuheben; eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz oder an die Ausgleichskasse zurückzuweisen. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Während die Ausgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt für Sozialversicherungen auf eine Vernehmlassung.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann soweit nicht eingetreten werden, als der vorinstanzlich bestätigten Schadenersatzforderung (Fr. 149'175.75) entgangene Beiträge an die kantonale Familienausgleichskasse zugrunde liegen (Fr. 18'835.-). Denn der angefochtene Entscheid beruht insoweit nicht auf Bundesrecht (Art. 128 in Verbindung mit Art. 97 Abs. 1 OG und Art. 5 Abs. 1 VwVG).
2.
Das kantonale Gericht hat in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht zutreffend dargelegt, dass und aus welchen Gründen der Beschwerdeführer als formelles Organ der von ihm verwalteten AG, welche als Arbeitgeberin unter Zurücklassung eines hohen Beitragsausfalles in Konkurs geraten ist, Schadenersatz nach Art. 52 AHVG zu leisten hat. Es wird auf die Erwägungen im kantonalen Gerichtsentscheid verwiesen (Art. 36a Abs. 3 zweiter Satz OG).
3.
In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird erneut auf die interne Aufgaben- und Funktionsaufteilung verwiesen und in diesem Zusammenhang eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt, indem die Vorinstanz darauf nicht eingegangen sei und von der beantragten Zeugeneinvernahme abgesehen habe. Diese Argumentation ist unbehelflich, da Delegation oder Repartition von Angaben - zumindest in überschaubaren Verhältnissen wie den hier gegebenen - praxisgemäss das formelle Organ nicht von den unentziehbaren Pflichten zur Beaufsichtigung des Geschäftsganges entheben (BGE 114 V 223 Erw. 4a, Urteil Z. vom 19. Juli 2006, H 30/06, Erw. 5.2 mit Hinweisen). Unbegründet ist auch der zweite Einwand, wonach im Hinblick auf das strafbare Verhalten des Geschäftsführers dem Beschwerdeführer kein grobfahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten vorgeworfen werden könne. Es ist nicht ersichtlich, wie das anscheinend Gegenstand eines Strafverfahrens (vor Amtsgericht Y.________) bildende Geschäftsgebaren etwas mit dem für die Schadenersatzpflicht kausalen Umstand zu tun haben sollte, dass die Firma während längerer Zeit über ganz beträchtliche Teile der ausbezahlten Lohnsumme (Provisionen) entgegen Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV gar nicht abrechnete. Der Beschwerdeführer verkennt, dass weder gemäss den vorinstanzlichen und für das Eidgenössische Versicherungsgericht verbindlichen Tatsachenfeststellungen (Art. 105 Abs. 2 OG) noch sonst nach sämtlichen verfügbaren Akten irgendeine Bemühung des Beschwerdeführers zur Aufsicht über das Beitragswesen auszumachen ist. Diese Unterlassungen wiegen umso schwerer, als aufgrund des Verfahrens, welches zum die Schadenersatzpflicht bestätigenden Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. Februar 2000 führte, gerichtsnotorisch ist, dass der Versicherte über die Belange der Beitragszahlungs- und Ablieferungspflicht als einer öffentlich-rechtlichen Organpflicht des Arbeitgebers gegenüber der AHV im Bilde war.
4.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig.

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 5000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 14. Dezember 2006

Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der III. Kammer: Die Gerichtsschreiberin:

Keywords

social insurance contributionsorgan liabilitybankruptcysupervision dutyright to be heardcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal was admissible for the part of the damage award based on cantonal family allowance contributions.

Extracted holding

The appeal was inadmissible insofar as that amount was based on cantonal family allowance contributions, because that part did not rest on federal law.

Extracted reasoning

That portion of the challenged decision was not founded on federal law, so the federal insurance court lacked review competence for it.

Key legal question

Whether the appellant was liable under Art. 52 AHVG as a formal corporate organ for the unpaid social security contributions.

Extracted holding

He remained liable for the damage caused by the company's failure to settle and remit substantial wage-related contributions.

Extracted reasoning

Delegation of duties did not relieve the formal organ of non-transferable supervisory obligations. The appellant showed no effective supervision of contribution matters, despite knowing the employer's public-law duty to account and pay contributions.

Key legal question

Whether the alleged right-to-be-heard violation and request for witness testimony required remittal.

Extracted holding

No remittal was warranted.

Extracted reasoning

The omitted arguments were irrelevant to the decisive legal question, and the existing record was sufficient to decide the matter.

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