Clarification request denied for unclear Swiss Federal Supreme Court judgment

9G_1/2010Federal Supreme Court / Public Law Division IIIOct 8, 2010Dismissed

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Omnilex summary

Panorama requested clarification of the Federal Supreme Court's earlier judgment that had denied coverage for a Michigan splint and set aside the cantonal judgment. The Court held that none of the statutory grounds for clarification under Art. 129 BGG were shown: the operative part of the earlier judgment was neither unclear nor contradictory. The questions raised by the applicant would, if necessary, have to be addressed in other pending proceedings. The clarification request was therefore dismissed, and Panorama was ordered to pay CHF 500 in court costs.

Omnilex headnote

Art. 129 Abs. 1 BGG; Erläuterung nur bei Unklarheit, Unvollständigkeit, Zweideutigkeit, Widerspruch zwischen Dispositiv und Begründung oder bei Redaktions-/Rechnungsfehlern. Die Erläuterung erfasst die Erwägungen nur ausnahmsweise, nämlich soweit der Sinn des Dispositivs ohne deren Beizug nicht bestimmt werden kann. Das Gesuch muss das Vorliegen eines Erläuterungsgrundes substantiiert dartun; fehlt es daran, ist darauf nicht einzutreten bzw. das Gesuch abzuweisen. Fragen zur materiellen Tragweite des früheren Urteils sind nicht im Erläuterungsverfahren, sondern im dafür vorgesehenen ordentlichen Verfahren zu klären (vgl. E. 1 und Kostenfolgen nach Art. 66 Abs. 1 BGG).

Full text

{T 0/2}
9G_1/2010

Urteil vom 8. Oktober 2010
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Bundesrichter Borella, Kernen, Seiler,
Bundesrichterin Pfiffner Rauber,
Gerichtsschreiberin Amstutz.

Verfahrensbeteiligte
Panorama Kranken- und
Unfallversicherung, Rechtsdienst, Groupe Mutuel, Rue du Nord 5, 1920 Martigny,
Gesuchstellerin,

gegen

M.________,
vertreten durch W.________,
Gesuchsgegnerin.

Gegenstand
Krankenversicherung,

Erläuterungsgesuch betreffend das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 9C_678/2009 vom 25. Februar 2010.

In Erwägung,
dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Entscheid vom 18. Mai 2009 eine Beschwerde der M.________ gegen einen leistungsverweigernden Einspracheentscheid der Panorama Kranken- und Unfallversicherung (nachfolgend: Panorama) vom 30. Juli 2008 guthiess und die Panorama verpflichtete, M.________ Fr. 563.20 für die Behandlung mittels Michigan-Schiene zu bezahlen,
dass das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde der Panorama mit Urteil vom 25. Februar 2010 guthiess und den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts vom 18. Mai 2009 aufhob,
dass das Bundesgericht in E. 5 seines Urteils erwog, die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf Übernahme der Kosten der Michigan-Schiene durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung und deren Leistungspflicht sei hinsichtlich des gesamten umstrittenen Rechnungsbetrags in der Höhe von Fr. 563.20 zu verneinen,
dass die Panorama ein Gesuch um Erläuterung dieses bundesgerichtlichen Urteils einreicht,
dass wenn das Dispositiv eines bundesgerichtlichen Urteils unklar, unvollständig oder zweideutig ist, seine Bestimmungen untereinander oder mit der Begründung im Widerspruch stehen oder es Redaktions- oder Rechnungsfehler enthält, das Bundesgericht auf schriftliches Gesuch einer Partei oder von Amtes wegen die Erläuterung (oder Berichtigung) vornimmt (Art. 129 Abs. 1 BGG),
dass die Erwägungen einer Erläuterung nur unterliegen, wenn und insoweit der Sinn des Dispositivs erst durch Beizug der Entscheidungsgründe ermittelt werden kann (Urteile 8G_2/2010 vom 6. September 2010 und 4G_2/2009 vom 21. Oktober 2009 E. 1.1 mit weiteren Hinweisen),
dass die Gesuchstellerin nicht dartut und auch nicht ersichtlich ist, inwiefern einer der erwähnten Erläuterungstatbestände erfüllt, insbesondere das Dispositiv des bundesgerichtlichen Urteils vom 25. Februar 2010 unklar oder zweideutig sein soll,
dass daher weder das Dispositiv selbst noch die Erwägungen des bundesgerichtlichen Urteils vom 25. Februar 2010 der Erläuterung zugänglich sind,
dass die von der Gesuchstellerin aufgeworfenen Fragen nötigenfalls im Rahmen der im Erläuterungsgesuch erwähnten, derzeit beim Bundesgericht hängigen Beschwerdeverfahren zu klären wären,
dass Gerichtskosten zu erheben sind (Urteil 8G_2/2010 vom 6. September 2010, mit Hinweis), welche der unterliegenden Gesuchstellerin überbunden werden (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Erläuterungsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Gesuchstellerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 8. Oktober 2010

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Amstutz

Keywords

clarification requestoperative partambiguitycourt costssocial insurancehealth insurance

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the Federal Supreme Court judgment of 2010-02-25 was open to clarification or correction under Art. 129 Abs. 1 BGG

Extracted holding

No. The applicant failed to show any unclear, incomplete, contradictory, or erroneous dispositive element; the judgment was not amenable to clarification.

Extracted reasoning

Clarification is only available when the operative part is unclear, incomplete, ambiguous, contradictory, or contains clerical/calculation errors. The applicant did not demonstrate such a defect, and none was apparent; the questions raised would belong, if at all, to other pending proceedings.

Key legal question

Who bears the court costs for the clarification proceedings

Extracted holding

The losing applicant must bear the costs.

Extracted reasoning

Court costs are chargeable and are imposed on the unsuccessful applicant under Art. 66 Abs. 1 BGG.

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