Non-entry on insufficiently reasoned appeal in health insurance

9C_934/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IIIJan 31, 2012Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dismissed the health-insurance appeal as inadmissible. It held that the appellant's submissions did not meet the mandatory reasoning standard and did not sufficiently challenge the cantonal factual findings or substantiate alleged violations of constitutional rights. The court therefore decided the matter under the simplified procedure and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; insufficiently reasoned appeal in social-insurance matters. An appeal must set out, in concise form, which legal errors are alleged and why the challenged decision is unlawful; mere assertions or a general denial of responsibility do not suffice. Factual findings bind the Federal Supreme Court unless they are specifically shown to be manifestly incorrect and decisive. Complaints alleging violations of fundamental rights are examined only if expressly raised and substantiated. Failure to meet these requirements leads to non-entry in simplified procedure; costs may be waived where the circumstances so justify (consid. 1).

Full text

{T 0/2}
9C_934/2011

Urteil vom 31. Januar 2012
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiber Scartazzini.

Verfahrensbeteiligte
F.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Intras Kranken-Versicherung AG, Abteilung Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Krankenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 9. Dezember 2011 (Poststempel) gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. November 2011 betreffend die Verpflichtung des Beschwerdeführers, der Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 471.05 (Kostenbeteiligung einschliesslich Mahnspesen von Fr. 60.-, ohne Verzugszinsen) zu bezahlen,

in Erwägung,
dass der Krankenversicherer in seinen Verfügungen und Einspracheentscheiden betreffend ausstehende Kostenbeteiligungen auch als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvorschlags des Versicherten befinden kann (BGE 121 V 109) und das Sozialversicherungsgericht im Rechtsmittelverfahren eine umfassende Kontrolle der geforderten Kostenbeteiligungen vornimmt, was hier geschehen ist,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass die Beschwerde diesen inhaltlichen Mindestanforderungen nicht genügt, da sämtlichen Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - offensichtlich unrichtig und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft (Art. 95 lit. a BGG) sein sollten,
dass der Beschwerdeführer vielmehr einzig, dem Sinne nach, eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 9 BV) sowie weiterer Grundrechte (rechtliches Gehör, Willkürverbot, Gleichbehandlungsgrundsatz) rügt,
dass das Bundesgericht eine Verletzung von Grundrechten (BGE 131 V 472 E. 5 S. 480) nur insofern prüft, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314),
dass sich die Vorbringen des Beschwerdeführers darin erschöpfen, er sei für die ausgebliebene Bezahlung der Kostenbeteiligung - entgegen den tatsächlichen und für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (Art. 105 Abs. 1 BGG) - nicht verantwortlich, weil die Vorsteherin der Fürsorgekommission der Gemeinde X.________ die Krankenversicherungsprämien direkt von seinen Ergänzungsleistungen habe abziehen und der Beschwerdegegnerin habe überweisen lassen,
dass mit dieser Darstellung eine Verletzung des öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutzes und der anderen Grundrechte offensichtlich nicht in einer den Anforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG genügenden Weise gerügt wird,
dass deshalb die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG zu erledigen ist und umständehalber von Gerichtskosten abgesehen wird (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 31. Januar 2012
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Der Gerichtsschreiber: Scartazzini

Keywords

health insurancecost sharingadmissibilityreasoning requirementsfundamental rightssimplified procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the Federal Supreme Court's formal reasoning requirements.

Extracted holding

The appeal did not satisfy the minimum reasoning requirements because it failed to show, in a legally sufficient manner, how the cantonal decision violated federal law or how the factual findings were manifestly incorrect.

Extracted reasoning

The appellant merely alleged lack of responsibility for the unpaid amount and invoked constitutional rights without substantiating them as required; fundamental-rights complaints must be specifically raised and reasoned.

Key legal question

Whether court costs should be charged.

Extracted holding

No court costs were imposed in the simplified procedure due to the circumstances of the case.

Extracted reasoning

Because the matter was disposed of summarily and the circumstances justified it, the court waived costs.

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