Non-entry for insufficiently reasoned appeal in disability insurance

9C_574/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IIISep 6, 2011Inadmissible

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The insured person appealed a cantonal disability-insurance judgment, arguing mainly that the psychiatric assessment was too brief and unfair, and requesting a new expert report. The Federal Court held that the appeal did not satisfy the Federal Supreme Court Act’s reasoning requirements because it failed to address the decisive grounds of the cantonal judgment or show any legal error. In simplified procedure, the president therefore declared the appeal inadmissible and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; the appeal must contain concrete requests and a reasoned challenge to the decisive grounds of the contested judgment. A mere assertion that the decision is wrong, or a general criticism of the evidentiary assessment without addressing the lower court’s decisive considerations, does not meet the pleading requirements. The appellant must show, in a focused manner, how the contested decision infringes federal law; otherwise the Federal Court will not enter into the matter in simplified procedure (consid. 1). Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Full text

{T 0/2}
9C_574/2011

Urteil vom 6. September 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiberin Bollinger Hammerle.

Verfahrensbeteiligte
S.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Basel-Landschaft,
Hauptstrasse 109, 4102 Binningen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 16. Juni 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 8. August 2011 (Poststempel) gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 16. Juni 2011,
in das Schreiben des Bundesgerichts vom 9. August 2011 an S.________, wonach (u.a.) die Beschwerde die gesetzlichen Formerfordernisse hinsichtlich Antrag und Begründung nicht zu erfüllen scheint und eine Verbesserung nur innert der Beschwerdefrist möglich ist,
in die daraufhin von S.________ am 25. August 2011 (Poststempel) eingereichte Eingabe,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass die Begründung sachbezogen sein muss, damit aus ihr ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452; 123 V 335 E. 1 S. 337 mit Hinweisen), was voraussetzt, dass sich die Beschwerde führende Person mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f. mit weiteren Hinweisen),
dass die beiden Eingaben der Beschwerdeführerin diesen inhaltlichen Mindestanforderungen nicht genügen, da die Versicherte zwar geltend macht, die vorinstanzliche Begründung sei unrichtig, die psychiatrische Begutachtung sei für eine ausführliche Klärung zu kurz gewesen, es sei zu Missverständnissen und Ungenauigkeiten gekommen, weshalb ein neues, "gerechteres" Gutachten veranlasst werden müsse, zumal sie es als ungerecht empfinde, dass viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus dem Drogenmilieu eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen erhielten,
dass den beschwerdeweise vorgebrachten Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - unzutreffend und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen, und die erhobenen Rügen insbesondere nicht geeignet sind, die vorinstanzliche Beweiswürdigung als offensichtlich unrichtig oder als auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 f. BGG beruhend erscheinen zu lassen (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG), da das kantonale Gericht im angefochtenen Entscheid einlässlich dargelegt hat, weshalb es den Beurteilungen des Dr. med. G.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. August 2009 und 24. April 2010, Beweiswert zumass und es sich insbesondere mit dem Vorbringen der Versicherten befasste, eine - medikamentös behandelte - Depression habe bereits im Jugendalter bestanden und sei Ursache der späteren Drogensucht gewesen (was sich anhand der beigezogenen Akten der damaligen Kinder- und Jugendpsychiatrie X.________ nicht bestätigen liess),
dass in der Beschwerde eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den entscheidwesentlichen Erwägungen der Vorinstanz fehlt,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten umständehalber verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 6. September 2011
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Meyer

Die Gerichtsschreiberin: Bollinger Hammerle

Keywords

inadmissibilityreasoning requirementappealevidentiary assessmentdisability insurancecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the statutory pleading and reasoning requirements

Extracted holding

No. The submissions did not specifically engage with the decisive reasoning of the cantonal judgment and therefore failed to show any legal error.

Extracted reasoning

Art. 42 BGG requires a focused statement of requests and reasons; the appellant merely criticized the result and sought a new expert opinion without addressing the relevant findings and evidence assessment of the lower court.

Key legal question

Whether court costs should be charged

Extracted holding

No court costs were imposed because the circumstances justified a waiver.

Extracted reasoning

After declaring the appeal inadmissible, the court waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG in view of the circumstances.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.