Non-entry for insufficiently reasoned complaint on delay

9C_328/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IIIMay 16, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

The complainants challenged an alleged delay by the cantonal social insurance court and sought suspensive effect in relation to an ongoing dispute against sansan Versicherungen AG. The Federal Supreme Court held that the filing did not satisfy the minimum requirements of Art. 42 BGG: it contained no proper prayer for relief, gave no account of the cantonal proceedings, and did not credibly assert a failure to decide a request in due time. Since Art. 94 BGG only permits complaints about judicial inactivity, the request for suspensive effect in a pending case was not cognizable. The Court therefore issued a non-entry decision and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 94 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG: Gegenstand der Rechtsverzögerungsbeschwerde ist ausschliesslich die Untätigkeit der Vorinstanz hinsichtlich eines anfechtbaren Entscheids. Prozessuale Anträge in einem bei der Vorinstanz hängigen Verfahren, namentlich die Erteilung der aufschiebenden Wirkung, sind nicht selbständig mit Art. 94 BGG rügbar. Eine Beschwerde, die keinen rechtsgenüglichen Antrag enthält und weder den Verfahrensgang noch eine verspätete Behandlung eines Gesuchs darlegt, genügt den Begründungsanforderungen offensichtlich nicht und führt im vereinfachten Verfahren zum Nichteintreten (vgl. consid. 1).

Full text

9C_328/2011 {T 0/2}

Urteil vom 16. Mai 2011
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiberin Dormann.

Verfahrensbeteiligte
P.________ und J.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, Bahnhofplatz 16, 4410 Liestal,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Krankenversicherung (Rechtsverzögerung).

Nach Einsicht
in die Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 26. April 2011 (Poststempel),
in den Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft vom 11. April 2011, mit welchem diese auf ein Begehren der Beschwerdeführer um Sistierung des betreibungsrechtlichen Verwertungsverfahrens nicht eintrat,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass der beigelegte Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft vom 11. April 2011 nach den Vorbringen in der Eingabe vom 26. April 2011 nicht angefochten ist, sondern die Beschwerdeführer dem Sinne nach die Erteilung der aufschiebenden Wirkung bis zur Beendigung eines beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, gegen die sansan Versicherungen AG eingeleiteten Verfahrens beantragen und diesbezüglich eine Rechtsverzögerung durch das kantonale Gericht rügen,
dass gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern eines anfechtbaren Entscheids Beschwerde geführt werden kann (Art. 94 BGG), wobei vor Bundesgericht einzig die Untätigkeit einer Vorinstanz gerügt werden kann, prozessuale Anträge wie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung einer vor der Vorinstanz hängigen Streitigkeit hingegen ausgeschlossen sind (vgl. FELIX UHLMANN, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 1 und 8 zu Art. 94 BGG),
dass die Beschwerde den inhaltlichen Mindestanforderungen von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG offensichtlich nicht genügt, da sie keinen rechtsgenüglichen Antrag enthält, den Ausführungen nichts über den Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens entnommen werden kann und auch nicht ansatzweise geltend gemacht wird, das kantonale Gericht habe ein Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung oder anderer Art nicht innert nützlicher Frist beurteilt,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG umständehalber auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, der sansan Versicherungen AG, Dübendorf, dem Bundesamt für Gesundheit und der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft, schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 16. Mai 2011

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Meyer Dormann

Keywords

delay of justiceinadmissibilityreasoning requirementssuspensive effectsummary procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint met the formal requirements of Art. 42 BGG and could be heard on the merits.

Extracted holding

No. The filing lacked a proper request and an intelligible, sufficient reasoning.

Extracted reasoning

The submission did not attack the cited supervisory decision, did not explain the course of the cantonal proceedings, and did not even allege that the cantonal court had failed to decide a request within a reasonable time.

Key legal question

Whether the complaint could validly raise a claim for suspension of enforcement pending a separate cantonal proceeding.

Extracted holding

No. Before the Federal Supreme Court only the unlawful refusal or delay of a reviewable decision may be complained of; procedural requests such as suspensive effect in pending cantonal proceedings are excluded.

Extracted reasoning

Art. 94 BGG concerns only judicial inactivity, not ancillary procedural motions in another pending case.

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