Untimely appeal; no entry under BGG

9C_296/2007Federal Supreme Court / Public Law Division IIIJun 20, 2007Inadmissible

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Omnilex summary

G.________ appealed a cantonal social insurance judgment to the Swiss Federal Supreme Court. The court held that the 30-day appeal period began after the statutory suspension period and expired on 15 May 2007. Because the appeal was only handed to the post on 18 May 2007, it was manifestly late. The court found no defective service and no basis to restore the deadline. It therefore did not enter into the appeal and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 100 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG; Fristenlauf und Nichteintreten wegen Verspätung. Wird der angefochtene Entscheid während des Fristenstillstands zugestellt, beginnt die Beschwerdefrist am ersten Tag nach dessen Ende zu laufen. Eine verspätet der Post übergebene Beschwerde ist offensichtlich unzulässig; auf sie ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten. Art. 49 BGG setzt eine mangelhafte Eröffnung voraus, Art. 50 BGG eine unverschuldete Verhinderung; beides ist streng zu prüfen und nicht schon bei blossen Fristversäumnissen erfüllt. Bei klarer Verspätung kann ohne Schriftenwechsel entschieden werden; Gerichtskosten können ausnahmsweise erlassen werden.

Full text

{T 0/2}
9C_296/2007

Urteil vom 20. Juni 2007
II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter U. Meyer, Präsident,
Gerichtsschreiberin Amstutz.

Parteien
G.________, Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2007.

In Erwägung,
dass G.________ gegen einen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2007 Beschwerde erhoben hat,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post zu übergeben ist (Art. 100 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 BGG),
dass der angefochtene Entscheid gemäss Ausdruck Track + Trace der Post am 10. April 2007 dem Rechtsdienst Integration Handicap - als vorinstanzlich bevollmächtigter Vertreter des Beschwerdeführers - ausgehändigt worden ist,
dass die 30-tägige Beschwerdefrist somit am ersten Tag nach Ende des Fristenstillstands gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG, d.h. Am 16. April 2007 zu laufen begann (BGE 132 II 153 E. 4.2 S. 158 f.; Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, BBl 2001 S. 4202 ff., 4297) und am 15. Mai 2007 endete,
dass die Beschwerde am 18. Mai 2007 und somit nach Ablauf der Rechtsmittelfrist zu Handen des Bundesgerichts der Post übergeben worden ist,
dass das Bundesgericht dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 31. Mai 2007 Gelegenheit gegeben hat, sich bis zum 14. Juni 2007 zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu äussern, wovon er am 7. Juni 2007 Gebrauch gemacht hat,
dass die Tatbestandsvoraussetzungen des Art. 49 BGG (mangelhafte Eröffnung) nicht erfüllt sind und ferner eine Wiederherstellung der Frist gemäss Art. 50 BGG ausser Betracht fällt, zumal der Beschwerdeführer nicht klarerweise (s. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 6S.54/2006 vom 2. November 2006, E. 2.2.1 und 1P.123/2005 vom 14. Juni 2005, E. 1.1 - 1.2, mit zahlreichen Hinweisen) unverschuldet davon abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln,
dass auf die eindeutig verspätete und damit offensichtlich unzulässige Beschwerde im vereinfachten Verfahren - mithin in einzelrichterlicher Zuständigkeit und ohne Schriftenwechsel - nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG),
dass keine Gerichtskosten erhoben werden,

erkennt der Präsident der Abteilung:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, der Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen zugestellt.
Luzern, 20. Juni 2007
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Keywords

admissibilityappeal deadlinelate filingfristenstillstandrestoration of time limitnon-entrysocial insurance

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Key legal question

Whether the appeal was filed within the statutory deadline

Extracted holding

The appeal was filed late and the deadline expired on 15 May 2007.

Extracted reasoning

The cantonal judgment was served on 10 April 2007; after the suspension period, the 30-day appeal period began on 16 April 2007 and ended on 15 May 2007. The appeal was handed to the post on 18 May 2007.

Key legal question

Whether there was grounds for late service or restoration of the deadline

Extracted holding

Neither defective service nor restoration of the deadline was established.

Extracted reasoning

The conditions for defective service under Art. 49 BGG were not met, and the appellant was not shown to have been prevented without fault from acting in time under Art. 50 BGG.

Key legal question

Court costs

Extracted holding

No court costs were charged.

Extracted reasoning

The court expressly waived the collection of judicial costs.

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