Non-entry for insufficiently reasoned appeal in accident insurance case

8C_819/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IVNov 8, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court declared the appeal inadmissible in an accident insurance dispute because the appellant failed to meet the statutory duty to reason the appeal. She did not engage with the decisive grounds of the Bern Administrative Court and did not substantiate any violation of federal law or incorrect fact-finding. The court therefore entered no merits review and did not grant a grace period to cure the defect, as the deficiency was obvious. In view of the circumstances, it waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Begründungspflicht der Beschwerde: Das Rechtsmittel muss sich in gedrängter Form mit den tragenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen und aufzeigen, inwiefern Recht verletzt worden sein soll. Bloss allgemeine Kritik, pauschale Tatsachenrügen oder unsubstanziierte Hinweise genügen nicht. Ist der Mangel offensichtlich, tritt das Bundesgericht im vereinfachten Verfahren ohne Nachfristansetzung nicht ein (vgl. Art. 108 Abs. 1 BGG). Eine Kostenbefreiung ist nach Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG nach den Umständen möglich.

Full text

8C_819/2011 {T 0/2}

Urteil vom 8. November 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

CSS Versicherung AG,
Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 19. September 2011.
Nach Einsicht
in die dem Bundesgericht zuständigkeitshalber überwiesene Beschwerde der M.________ vom 17. Oktober 2011 (Poststempel) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 19. September 2011,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; dies setzt voraus, dass sich die Beschwerde führende Person konkret mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzt (BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.),
dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 17. Oktober 2011 mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise auseinandersetzt, indem sie namentlich weder rügt noch aufzeigt, inwiefern das kantonale Gericht in seinen Erwägungen im Sinne von Art. 95 f. BGG Recht verletzt bzw. - soweit überhaupt beanstandet - den Sachverhalt gemäss Art. 97 BGG unrichtig oder unvollständig festgestellt haben sollte, woran auch der blosse - nicht ausreichend substanziierte - Hinweis auf die "verdrehten Fakten" resp. auf "zwei unabhängige Gutachten" der Ärzte G.________ nichts ändert,
dass dieser Begründungsmangel offensichtlich ist (Art. 108 Abs. 1 lit.b BGG),
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren umständehalber abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,
erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 8. November 2011

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Keywords

reasoning requirementnon-entrysimplified proceduresocial insurancecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the Federal Supreme Court's reasoning requirements under Art. 42 BGG and could be examined on the merits.

Extracted holding

The appeal did not sufficiently engage with the cantonal court's decisive reasoning and therefore failed the statutory reasoning requirements.

Extracted reasoning

The appellant neither showed nor specifically alleged how the lower court violated federal law or made manifestly incorrect findings of fact; vague references to 'distorted facts' and two independent expert opinions were insufficient.

Key legal question

Whether a grace period to cure the defect should be granted.

Extracted holding

No grace period was granted because the reasoning defect was obvious.

Extracted reasoning

Under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, an obvious insufficiency permits non-entry without setting a time limit for correction.

Key legal question

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Extracted holding

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extracted reasoning

The court exercised discretion under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG to waive costs.

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