Non-entry for insufficiently reasoned invalidity appeal

8C_471/2012Federal Supreme Court / Public Law Division IVJul 13, 2012Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The insured person appealed a cantonal invalidity insurance judgment to the Federal Supreme Court. The Court held that the appeal did not comply with the statutory duty to reason because it failed to engage with the decisive grounds of the lower court and contained mostly appellatory criticism and repetitions. The newly filed medical statements were treated as inadmissible new evidence. Without a valid appeal, the Court entered no further review, and it ordered court costs of CHF 300 against the appellant.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 99 Abs. 1 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG: Anforderungen an die Beschwerdebegründung und Behandlung von Noven. Die Beschwerde hat sich in gedrängter Form mit den für den Ausgang des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen auseinanderzusetzen und darzutun, inwiefern Recht verletzt worden sein soll; appellatorische Kritik und blosse Wiederholungen genügen nicht. Neue, nach dem angefochtenen Entscheid entstandene oder eingereichte Beweismittel sind im bundesgerichtlichen Verfahren grundsätzlich unzulässig. Fehlt es an einer hinreichenden Begründung, ist auf das Rechtsmittel im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten; eine Nachfrist zur Verbesserung ist in diesem Fall nicht anzusetzen (consid. 1).

Full text

8C_471/2012 {T 0/2}

Urteil vom 13. Juli 2012
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
T.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Schnitter Weber,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich,
Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 30. März 2012.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des T.________ vom 4. Juni 2012 (Poststempel) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. März 2012,

in Erwägung,
dass die Beschwerde nach Art. 82 ff. BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG); Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass dabei konkret auf die für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften bzw. Rechte und weshalb sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 134 V 53 E. 3.3 S. 60 und 133 IV 286 E. 1.4 S. 287); eine rein appellatorische Kritik genügt ebenso wenig (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.1 f. S. 245 f.) wie blosse Verweisungen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.; 133 III 384 E. 2.3 S. 387 f.; 130 I 290 E. 4.10 S. 302),
dass die Beschwerde vom 4. Juni 2012 den vorgenannten Erfordernissen offensichtlich nicht gerecht wird, indem sie sich mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz namentlich nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise auseinandersetzt, wobei in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen ist,
dass die beim Bundesgericht eingereichte Rechtsschrift weitgehend appellatorische Kritik aufweist und bezüglich des materiellen Gehalts der Begründung sinngemässe Wiederholungen der Beschwerde enthält, welche die Rechtsvertreterin des Versicherten schon vor dem kantonalen Sozialversicherungsgericht eingereicht hat (BGE 134 II 244 E. 2.1 ff. S. 245 ff.),

dass der Beschwerdeführer zwar gegenüber den im vorinstanzlichen Entscheid als massgebend erachteten Gutachten verschiedene Einwendungen vorbringt und andere - schon zeitlich mehrheitlich nicht massgebende (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220) - medizinische Berichte erwähnt, die nach seiner Auffassung eine zutreffendere Beweiswürdigung wiedergeben, ohne indessen in konkreter und hinreichend substanziierter Weise aufzuzeigen, inwiefern das vorinstanzliche Gericht eine Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG bzw. eine entscheidwesentliche, offensichtlich unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG begangen haben sollte (vgl. dazu statt vieler: Urteile 8C_511/2011 vom 4. August 2011 und 8C_303/2011 vom 23. Mai 2011 mit Hinweisen),
dass zudem die neu beigebrachten Stellungnahmen der Klinik A.________ (Dr. med. S.______ vom 16. März und 31. Mai 2012) sowie des Zentrums X.________ (Dr. med. K.________ vom 28. Mai 2012) lediglich nach dem angefochtenen Entscheid erstellte bzw. neue Beweismittel darstellen und mithin als Nova im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG im letztinstanzlichen Verfahren zum Vornherein nicht mehr berücksichtigt werden können (Urteile 8C_941/2011 vom 27. Januar 2012 und 8C_515/2011 vom 19. Oktober 2011 E. 2),
dass demnach keine hinreichende Begründung und somit kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist,
dass deshalb auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass dem Verfahrensausgang entsprechend die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 13. Juli 2012

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Keywords

invalidity insuranceappeal admissibilityreasoning requirementnew evidencenon-entrycourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal met the statutory reasoning requirements under the Federal Supreme Court Act

Extracted holding

The appeal did not adequately address the decisive reasoning of the lower court and therefore was not validly reasoned.

Extracted reasoning

Under Art. 42(1)-(2) BGG, an appeal must explain concisely how the decision violates law; mere appellate criticism or references are insufficient. The submission failed to engage with the determinative grounds of the cantonal judgment.

Key legal question

Whether new medical submissions could be considered at the federal appeal stage

Extracted holding

The newly filed medical statements were new evidence and could not be taken into account.

Extracted reasoning

The submissions dated after the challenged decision were nova within Art. 99(1) BGG and therefore excluded from consideration in the federal proceedings.

Key legal question

Allocation of court costs

Extracted holding

Court costs were charged to the appellant.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome of the proceedings.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.