Unfallversicherung: Admissibility of causal link after benefit termination

8C_1056/2009Federal Supreme Court / Public Law Division IVFeb 8, 2010Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The insured person challenged the insurer’s decision to stop accident insurance benefits after a snowboarding accident. The cantonal court upheld the benefit termination, and the Federal Supreme Court dismissed the appeal. It held that the case had to be judged under the case law on psychological accident consequences, excluding psychological aspects from the adequacy test, and that the accident was at most at the boundary of a minor accident. The insured did not substantiate that the relevant criteria were met. Because adequate causation was lacking, no further findings on natural causation were needed. Court costs of CHF 750 were charged to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 95 f., 97 Abs. 2, 105 Abs. 3, 106 Abs. 1, 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG; adäquater Kausalzusammenhang bei Unfallfolgen mit psychischen Komponenten. Ist der Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen einzustufen, so ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu psychischen Unfallfolgen unter Ausschluss der psychischen Aspekte zu prüfen; die Schleudertrauma-Praxis ist nicht anwendbar. Die Adäquanz ist bei solchen Unfällen nur zu bejahen, wenn die massgebenden unfallbezogenen Kriterien in gehäufter bzw. in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind. Fehlt es daran, erübrigen sich weitere Abklärungen zur natürlichen Kausalität (E. 3). Bei offensichtlich unbegründeter Beschwerde kann im vereinfachten Verfahren ohne Schriftenwechsel entschieden werden; die Gerichtskosten trägt die unterliegende Partei (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Full text

{T 0/2}
8C_1056/2009

Urteil vom 8. Februar 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Maillard,
Gerichtsschreiber Jancar.

Parteien
B.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Weissberg,
Beschwerdeführerin,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft,
Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung (Kausalzusammenhang),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern
vom 11. November 2009.

Sachverhalt:

A.
Die 1981 geborene B.________ stürzte am 22. Februar 2000 beim Snowboardfahren. Der erstbehandelnde Arzt diagnostizierte eine Kinnkontusion mit leichtem Reklinationstrauma der Halswirbelsäule und ein leichtes posttraumatisches Cervikalsyndrom mit psychogenem Hemisyndrom rechts. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend Zürich [vormals Alpina]) erbrachte als obligatorischer Unfallversicherer die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Sie holte diverse Arztberichte und ein Gutachten des Prof. Dr. med. H.________, Chefarzt, Neurochirurgie des Spitals X.________, vom 2. August 2006 ein. Mit Verfügung vom 20. Februar 2008 stellte sie die Leistungen auf den 30. November 2006 ein. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 11. November 2008 ab.

B.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern mit Entscheid vom 11. November 2009 ab.

C.
Mit Beschwerde beantragt die Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides sei die Zürich zu verpflichten, ihr weiterhin gesetzliche Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 22. Februar 2000 zu erbringen.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Immerhin prüft es, unter Berücksichtigung der allgemeinen Begründungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (nicht publ. E. 1.1 des Urteils BGE 135 V 412, aber in SVR 2010 UV Nr. 2 S. 7 [8C_784/2008]).
Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2.
Die Vorinstanz hat die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs massgeblichen Grundlagen sowie die diesbezügliche Rechtsprechung zutreffend dargelegt, worauf verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG).

3.
3.1 Die Vorinstanz hat nach eingehender und sorgfältiger Würdigung der medizinischen Akten mit einlässlicher Begründung zutreffend erwogen, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall der Versicherten vom 22. Februar 2000 und ihren nach dem 30. November 2006 anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden nicht nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109 ff.), sondern in Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen - mithin unter Ausschluss der psychischen Aspekte (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116, 115 V 133) - zu beurteilen ist. Weiter hat sie aufgrund einer Gesamtwürdigung dieses Unfalls (zur Unfalleinstufung vgl. SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]) und der massgebenden unfallbezogenen Kriterien richtig erkannt, dass die adäquate Kausalität zu verneinen ist, weshalb die Zürich die Leistungen zu Recht auf den 30. November 2006 eingestellt hat. Auf die vorinstanzlichen Erwägungen wird verwiesen (Art. 109 Abs. 3 BGG).

3.2 Sämtliche Einwendungen der Versicherten vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Mit der Adäquanzfrage setzt sie sich nicht substanziiert auseinander (vgl. E. 1 hievor). Sie legt einerseits nicht dar, inwiefern der Unfall entgegen der überzeugenden Begründung im angefochtenen Entscheid nicht mittelschwer an der Grenze zu den leichten Unfällen, sondern mittelschwer sein soll. Ebenso wenig setzt sie sich anderseits mit den vom kantonalen Gericht allesamt verneinten Kriterien auseinander, sondern begnügt sich mit der Behauptung, drei davon seien erfüllt. Da es sich hier im Übrigen um ein an der Grenze zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis handelt, wäre der adäquate Kausalzusammenhang selbst dann zu verneinen, wenn mit der Beschwerdeführerin die Adäquanzprüfung nach der sogenannten Schleudertraumapraxis durchgeführt würde, da drei erfüllte Kriterien (wovon jedoch keines in ausgeprägter Weise) bei dieser Unfallschwere zur Bejahung der Adäquanz nicht ausreichen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; vgl. statt vieler Urteil 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.8 mit Hinweisen).

Mangels adäquater Kausalität zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beschwerden erübrigen sich weitere Erhebungen zur von der Vorinstanz verneinten Frage der natürlichen Kausalität (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c; Urteil 8C_605/2007 vom 4. November 2008 E. 4.2).

4.
Die offensichtlich unbegründete Beschwerde wird ohne Durchführung eines Schriftenwechsels erledigt (Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG). Die unterliegende Versicherte trägt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 750.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 8. Februar 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Jancar

Keywords

accident insurancecausal connectionadequacypsychological injurybenefit terminationsnowboarding accidentcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the insurer was entitled to end accident insurance benefits as of 2006-11-30 due to lack of adequate causal connection.

Extracted holding

The adequate causal link between the accident and the continuing complaints was denied; the benefit termination was upheld.

Extracted reasoning

The court agreed that the case had to be assessed under the jurisprudence on psychological accident consequences, excluding psychological aspects from the adequacy analysis. Given the accident's severity at the border of minor and medium accidents and the unfulfilled criteria, adequacy failed.

Key legal question

Whether further inquiry into natural causation was necessary.

Extracted holding

No further inquiry was required because the absence of adequate causation was decisive.

Extracted reasoning

Without adequate causation, additional evidence on natural causation would not change the outcome.

Key legal question

Whether the cost of the federal proceedings should be charged to the insured appellant.

Extracted holding

Court costs were imposed on the losing appellant.

Extracted reasoning

The appeal was manifestly unfounded and dismissed; therefore the losing party bore the costs.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.