Non-entry for insufficient reasoning in criminal appeal

6B_868/2010Federal Supreme Court / Criminal DivisionNov 1, 2010Inadmissible

Summary

The appellant challenged a canton-level decision that treated his complaint against a provisional discontinuance as not filed because he had not paid the advance on costs. The Federal Supreme Court held that his federal submission did not satisfy the reasoning requirements, since it failed to explain any breach of federal law by the lower authority. The court therefore did not enter into the appeal under the summary non-entry procedure. It also denied free legal aid because the appeal was hopeless, and it ordered court costs of CHF 500 against the appellant.

Regest

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 BGG; admissibility of a criminal appeal to the Federal Supreme Court. A submission must set out, in a reasoned manner, how the challenged decision violates federal law; mere repetition of earlier arguments or reference to a prior assessment is insufficient. If the reasoning requirements are not met, the court does not enter into the appeal under Art. 108 BGG. Legal aid under Art. 64 BGG is refused where the appeal lacks any prospect of success; costs are then imposed on the unsuccessful appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Full text

{T 0/2}
6B_868/2010

Urteil vom 1. November 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Schützengasse 1, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung des Strafverfahrens,

Beschwerde gegen den Entscheid des Präsidenten der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 9. September 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Fall betrifft eine Strafsache, weshalb die staatsrechtliche Beschwerde als Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen ist.

2.
Gemäss angefochtenem Entscheid gilt eine kantonale Beschwerde des Beschwerdeführers gegen eine vorläufige Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichteramts Altstätten als nicht eingelegt, weil der Kostenvorschuss nicht bezahlt worden war. Mit der Frage, ob dem Beschwerdeführer die kantonalen Behörden die unentgeltliche Prozessführung hätten bewilligen müssen, hat sich das Bundesgericht endgültig im Urteil 1B_217/2010 vom 29. Juli 2010 befasst. Darauf ist nicht zurückzukommen. Inwieweit die Vorinstanz unter diesen Umständen gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen haben könnte, als sie mangels Bezahlung des Kostenvorschusses auf die kantonale Beschwerde nicht eintrat, ist der Eingabe des Beschwerdeführers nicht zu entnehmen. Sie genügt folglich den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Präsidenten der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. November 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Keywords

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