Refusal to open criminal investigation upheld

6B_63/2007Federal Supreme Court / Criminal DivisionMar 23, 2007Dismissed

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Omnilex summary

X.________ complained to the Graubünden prosecutor about allegedly wrongful medical treatment during a clinic stay in 2003. The prosecutor refused to open a criminal investigation, and the cantonal appeal court upheld that refusal. The Federal Supreme Court treated the filing as a criminal appeal, noted that a subsidiary constitutional complaint was not available, and held that the appellant had not substantiated any federal-law violation. The appeal was dismissed insofar as it was admissible, and the appellant was ordered to pay CHF 2,000 in court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1, Art. 95 lit. a, Art. 106 Abs. 1 und 2, Art. 109 Abs. 2 und 3, Art. 66 Abs. 1 BGG; Beschwerde in Strafsachen gegen die Nichtanhandnahme einer Strafuntersuchung: Das Rechtsmittel muss ein Begehren enthalten; fehlt ein ausdrücklicher Antrag, kann die Zulässigkeitsfrage jedoch offenbleiben, wenn die Beschwerde ohnehin unbegründet ist. Verfassungsrügen sind klar und detailliert zu begründen. Soweit die Vorinstanz nachvollziehbar keine Anhaltspunkte für eine strafrechtlich relevante Fehlbehandlung erkennt und die beschwerdeführende Person bloss unbelegte Vorbringen erhebt, ist keine Verletzung von Bundesrecht dargetan; die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Gerichtskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt.

Full text

{T 0/2}
6B_63/2007 /hum

Urteil vom 23. März 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur.

Gegenstand
Ablehnungsverfügung (Eröffnung einer Strafuntersuchung betr. medizinischer Behandlung),

Beschwerde in Strafsachen [BGG] gegen den Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden, Beschwerdekammer, vom 24. Januar 2007.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
X.________ beschwerte sich mit Schreiben vom 6. Dezember 2006 bei der Staatsanwaltschaft Graubünden über ihre ärztliche Behandlung während des Aufenthalts in einer Klinik im Sommer 2003. Die Staatsanwaltschaft lehnte mit Verfügung vom 19. Dezember 2006 die Eröffnung einer Strafuntersuchung ab, weil keine Anhaltspunkte für einen ärztlichen Fehler mit schwerwiegenden Folgen für die Anzeigeerstatterin vorlägen. Eine dagegen gerichtete Beschwerde wurde durch das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 24. Januar 2007 abgewiesen.

X.________ wendet sich mit Beschwerde ans Bundesgericht, ohne einen Antrag zu stellen.
2.
Die Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid der letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache gemäss Art. 80 Abs. 1 BGG. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin als angebliches Opfer der angezeigten Straftaten im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG zur Beschwerde in Strafsachen legitimiert ist. Mit diesem Rechtsmittel kann die Verletzung von Bundesrecht - zu welchem auch die Bundesverfassung zu zählen ist - gerügt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Eingabe ist somit als Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen. Die von der Vorinstanz in der Rechtsmittelbelehrung erwähnte Verfassungsbeschwerde ist subsidiär und steht deshalb nicht zur Verfügung.
3.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG hat die Beschwerde ein Begehren zu enthalten. Die Beschwerdeführerin muss somit einen Antrag stellen, damit das Bundesgericht weiss, was sie mit ihrem Rechtsmittel anstrebt. Dieser Voraussetzung dürfte die Beschwerde, die jedenfalls keinen ausdrücklichen Antrag enthält, nicht genügen. Die Frage kann jedoch offen bleiben.

Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Grundrechten geltend machen will, genügt die Eingabe den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Im Übrigen wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Inwieweit jedoch die Vorinstanz, auf deren Erwägungen in Anwendung von Art. 109 Abs. 3 BGG verwiesen werden kann (vgl. angefochtenen Entscheid S. 3), Bundesrecht verletzt haben könnte, ist nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin behauptet zwar, sie sei als Asthmatikerin falsch behandelt worden (Beschwerde S. 2), ohne dies indessen nachvollziehbar auszuführen. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.
Die Gerichtskosten werden der Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 BGG:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden und dem Kantonsgericht von Graubünden, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 23. März 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

criminal investigationmedical treatmentinadmissibilitysubstantiationvictim standingcourt costs

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Key legal question

Whether the federal criminal appeal was admissible despite the lack of an express request and the subsidiarity of constitutional complaint.

Extracted holding

The filing was treated as a criminal appeal under the BGG; constitutional complaint was unavailable.

Extracted reasoning

The decision came from the last cantonal instance in a criminal matter, and the appellant could be treated as an alleged victim with standing. The omission of an express request did not need to be decided because the complaint failed on the merits and in part on admissibility requirements.

Key legal question

Whether the refusal to open a criminal investigation into the medical treatment violated federal law.

Extracted holding

No violation of federal law was shown; the appeal was dismissed insofar as it was admissible.

Extracted reasoning

The appellant's assertions of improper asthma treatment were unsubstantiated. The cantonal court's reasoning disclosed no federal-law error, and any constitutional complaints were insufficiently reasoned under Art. 106 Abs. 2 BGG.

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