Federal criminal complaint dismissed as inadmissible for lateness

6B_48/2010Federal Supreme Court / Criminal DivisionMar 15, 2010Inadmissible

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Omnilex summary

X. challenged the district court's refusal to hear her complaint against the discontinuance of a criminal investigation for assault. The Federal Supreme Court held that her filing was late and, in any event, did not address all independent grounds of the lower court's decision. It therefore did not enter into the complaint. The court exceptionally waived court costs, rendering the request for legal aid moot.

Omnilex headnote

Art. 42, 46 Abs. 1 lit. c, 100 Abs. 1 and 108 Abs. 1-2 BGG; admissibility of a federal complaint against a non-entry decision. A complaint is inadmissible when filed after expiry of the non-extendable 30-day time limit, taking account of statutory suspension periods. Where the challenged decision rests on several independent and sufficient grounds, the appellant must attack each of them; failure to do so leads to non-entry. If court costs are exceptionally waived, a pending request for legal aid becomes moot.

Full text

{T 0/2}
6B_48/2010

Urteil vom 15. März 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiberin Häne.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellungsverfügung,

Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Bülach, Einzelrichter in Strafsachen, vom 16. November 2009.

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung des Statthalteramts Bülach vom 24. Juli 2009 wurde die auf Anzeige von X.________ gegen A.________ angehobene Strafuntersuchung wegen Tätlichkeiten eingestellt.

B.
Der Einzelrichter in Strafsachen des Bezirkes Bülach trat auf den von X.________ gegen die Einstellungsverfügung des Statthalteramts Bülach erhobenen Rekurs mit Verfügung vom 16. November 2009 nicht ein. Auf eine Erhebung von Kosten für das Rekursverfahren wurde verzichtet.

C.
Mit Schreiben vom 21. Dezember 2009 und 18. Januar 2010 erhob X.________ sinngemäss Beschwerde in Strafsachen gegen den Nichteintretensentscheid des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirkes Bülach. Zudem stellte sie mit Schreiben vom 28. Januar 2010 sinngemäss Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege.

D.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2009 davon in Kenntnis gesetzt, dass ihrem Schreiben vom 21. Dezember 2009 nicht nachgekommen werden könne, da sie darin ihren Willen nicht ausdrücklich kundtue, das Bundesgericht mittels Beschwerde anrufen zu wollen. Sie wurde aufgefordert, ihre Anträge einzureichen sowie anzugeben, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht oder ihre verfassungsmässigen Rechte verletze. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass dafür die nicht erstreckbare Frist von 30 Tagen seit Eröffnung des Entscheids (Art. 100 Abs. 1 BGG) massgebend ist, wobei diese Frist vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar still steht (Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG). Nachdem ihr die angefochtene Verfügung des Bezirksgerichts vom 16. November 2009 am 24. November 2009 zugestellt wurde, ist ihr Schreiben vom 18. Januar 2010 verspätet.
Im Übrigen legt die Beschwerdeführerin auch im Schreiben vom 18. Januar 2010 nicht rechtsgenüglich dar, weshalb die vorinstanzliche Begründung Bundesrecht verletzen soll (vgl. Art. 42 BGG). Selbst wenn die erste vorinstanzliche Begründung hinsichtlich der Frage des Rückzugs des Strafantrags durch die Beschwerdeführerin, die allenfalls rechtsgenüglich angefochten wird, bundesrechtswidrig sein sollte, kann sich die angefochtene Verfügung auf die zweite vorinstanzliche Begründung der mangelhaften Rekursbegründung stützen, die überhaupt nicht angefochten wird. Beruht der angefochtene Entscheid nämlich auf mehreren selbständigen Begründungen, die je für sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, so hat der Beschwerdeführer darzulegen, dass jede von ihnen Recht verletzt. Andernfalls kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. BGE 133 IV 119 E. 6 S. 120 f. mit Hinweisen).
Auf die Beschwerde ist gemäss Art. 108 Abs. 1 und 2 BGG nicht einzutreten.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden. Damit ist das sinngemäss gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos geworden.

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bezirksgericht Bülach, Einzelrichter in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. März 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Häne

Keywords

inadmissibilitytime limitnon-entryinsufficient reasoningcriminal investigationlegal aidcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal criminal complaint against the district court's non-entry decision was admissible and timely.

Extracted holding

The complaint was inadmissible because the filing was late and did not sufficiently challenge the independent grounds of the lower court's decision.

Extracted reasoning

The 30-day time limit under the Federal Supreme Court Act had expired. In addition, the appellant failed to show how each independent ground of the challenged decision violated federal law; therefore the complaint could not be heard.

Key legal question

Whether legal aid should be granted.

Extracted holding

The request for legal aid became moot after the complaint was not entered into and no court costs were charged.

Extracted reasoning

Since the court exceptionally waived court costs, there was no live need to decide the request.

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