Lack of standing to appeal non-entry on criminal complaint

6B_438/2010Federal Supreme Court / Criminal DivisionJun 21, 2010Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the appellant lacked standing to challenge the cantonal ruling confirming the prosecutor's non-entry on his criminal complaint. Because the prosecutor had been involved in the cantonal proceedings, he was not a private prosecutor under Art. 81 BGG. Nor did the alleged offences directly impair his physical, sexual, or psychological integrity, so he was not a victim under the OHG. The complaint was therefore inadmissible under Art. 108 BGG. Court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; Art. 1 Abs. 1 OHG; Beschwerdelegitimation gegen die Nichtanhandnahme einer Strafanzeige: Ein blosser Geschädigter ist nur dann zur Beschwerde berechtigt, wenn er als Privatstrafkläger oder als Opfer im Sinne des OHG gilt. Ist die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt gewesen, fehlt die Stellung als Privatstrafkläger. Eine Opferstellung setzt eine unmittelbare Beeinträchtigung der körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität voraus; blosse mittelbare Betroffenheit oder ein nicht belegtes traumatisches Erlebnis genügen nicht (vgl. BGE 136 IV 29; 133 IV 228). Mangels Legitimation ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Full text

{T 0/2}
6B_438/2010

Urteil vom 21. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintreten auf Strafanzeige (Amtsmissbrauch usw.),

Beschwerde gegen den Entscheid des Strafgerichts Basel-Stadt, Rekurskammer, vom 4. Januar 2010.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft auf eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs, Urkundenfälschung und falscher Anschuldigung nicht eingetreten ist und die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid eine dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen hat. Weil die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist der Beschwerdeführer indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch die angeblichen Straftaten nicht in seiner körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde bzw. eine solche Beeinträchtigung im Sinne eines traumatischen Erlebnisses weder ersichtlich noch belegt ist, ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG. Als Geschädigter, der nicht Opfer im Sinne des OHG ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 136 IV 29; 133 IV 228). Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Strafgericht Basel-Stadt, Rekurskammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill

Keywords

standingnon-entrycriminal complaintvictim statusprivate prosecutorcosts

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Key legal question

Whether the complainant had standing to challenge the non-entry decision before the Federal Supreme Court.

Extracted holding

He lacked standing because he was neither a private prosecutor within Art. 81(1)(b)(4) BGG nor a victim under Art. 81(1)(b)(5) BGG and Art. 1 OHG.

Extracted reasoning

The prosecutor had participated in the cantonal proceedings, so the appellant was not a private prosecutor. The alleged offences did not directly affect his physical, sexual, or psychological integrity, and no traumatic impact was shown. As a mere injured party without victim status, he could not appeal.

Key legal question

Allocation of court costs.

Extracted holding

Court costs were charged to the appellant.

Extracted reasoning

Costs follow the unsuccessful inadmissibility outcome under Art. 66(1) BGG.

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