Complaint inadmissible for insufficient reasoning in prison-execution summons

6B_433/2008Federal Supreme Court / Criminal DivisionJun 20, 2008Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dealt with a complaint against a cantonal decision declaring a recourse late in connection with a summons to serve a seven-day substitute custodial sentence. It held that the appellant failed to show any arbitrary application of the relevant cantonal procedural law. His reliance on Art. 46 BGG was irrelevant because that provision concerns federal proceedings only. The complaint was therefore not entered into under Art. 108 BGG. The request for free legal aid was refused, and reduced court costs of CHF 800 were imposed on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; unzureichende Beschwerdebegründung bei Rüge willkürlicher Anwendung kantonalen Verfahrensrechts. Das Bundesgericht tritt auf eine Beschwerde nicht ein, wenn die beschwerdeführende Partei nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise darlegt, inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungs- oder bundesrechtswidrig sein soll. Die bloss unzutreffende Berufung auf bundesrechtliche Fristenregeln, welche auf kantonale Verfahren nicht anwendbar sind, ersetzt keine sachbezogene Willkürrüge. Bei Aussichtslosigkeit der Beschwerde ist die unentgeltliche Rechtspflege zu verweigern; die Gerichtskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse.

Full text

{T 0/2}
6B_433/2008/sst

Urteil vom 20. Juni 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090 Zurich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Vorladung in den Strafvollzug,

Beschwerde gegen die Verfügung der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich vom 24. April 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich vom 10. März 2008, Vollzugszentrum Urdorf, zum Vollzug einer in 7 Tage Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelten Busse vorgeladen. Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich trat auf einen dagegen gerichteten Rekurs mit Verfügung vom 24. April 2008 unter Verweis auf § 22 des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG/ZH) infolge Verspätung nicht ein. Soweit sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf den Standpunkt stellt, den fraglichen Rekurs zufolge Anwendbarkeit von Art. 46 BGG rechtzeitig eingereicht zu haben, geht seine Argumentation an der Sache vorbei, regelt das BGG doch einzig die Verfahren vor Bundesgericht, nicht aber diejenigen vor kantonalen Behörden. Dass die Direktion der Justiz und des Innern das hier anwendbare kantonale Verwaltungsrechtspflegegesetz, insbesondere aber § 22 VRG/ZH, willkürlich angewendet haben sollte, legt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde indes nicht einmal ansatzweise dar. Mangels hinreichender Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG) ist darauf deshalb im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Den finanziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. Juni 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill

Keywords

criminal enforcementinadmissibilityinsufficient reasoninglegal aidcourt costscantonal procedural law

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Key legal question

Whether the Federal Supreme Court complaint was sufficiently reasoned to challenge the cantonal decision as arbitrary in applying cantonal procedural law.

Extracted holding

No. The complaint did not meaningfully allege arbitrary application of the applicable cantonal administrative procedure rules, so it was inadmissible.

Extracted reasoning

The appellant's reliance on Art. 46 BGG was misplaced because that provision governs proceedings before the Federal Supreme Court, not before cantonal authorities. Without a substantiated claim of arbitrariness under the applicable cantonal law and Art. 106(2) BGG, the court could not enter into the merits.

Key legal question

Whether the request for free legal aid should be granted.

Extracted holding

No. The request was denied because the complaint had no prospects of success.

Extracted reasoning

Under Art. 64 BGG, legal aid is available only if the case is not doomed to fail; this complaint was manifestly inadmissible.

Key legal question

Who bears the court costs and in what amount.

Extracted holding

The appellant bears the costs, reduced to CHF 800 in view of his financial circumstances.

Extracted reasoning

Costs follow the losing party under Art. 66(1) BGG, but the fee was lowered under Art. 65(2) BGG to reflect limited means.

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