Criminal appeal inadmissible for insufficient reasoning

6B_330/2009Federal Supreme Court / Criminal DivisionMay 11, 2009Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the criminal complaint was inadmissible because the appellant did not engage with the appellate court's reasoning on his duty to appear at the district court hearing and therefore failed to meet the statutory reasoning requirements. The court did not examine the merits further. Court costs of CHF 800 were imposed on the appellant; no compensation was awarded to the respondents.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG; inadmissibility of a federal complaint for insufficient reasoning. A complaint must, in a substantiated manner, address the decisive considerations of the contested decision and show, with reference to federal law, why it is erroneous. Where the appellant merely restates his own view of the facts without engaging with the lower court's reasoning, the Federal Supreme Court does not enter on the merits (consid. 1). Costs are charged to the unsuccessful party under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Full text

{T 0/2}
6B_330/2009

Urteil vom 11. Mai 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
Beschwerdegegnerin,
Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Drohung, geringfügige Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Tätlichkeit,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 11. März 2009.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen am 17. Juni 2008 feststellte, die Einsprache des Beschwerdeführers gegen einen Strafbefehl gelte als zurückgezogen, weil er zur Verhandlung vor dem Bezirksgericht nicht erschienen sei. Eine dagegen gerichtete Berufung wurde durch die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid abgewiesen.

Soweit sich der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht mit der im vorliegenden Verfahren einzig zu behandelnden Frage, ob er zur Verhandlung vor dem Bezirksgericht erscheinen musste, befasst, ist darauf von vornherein nicht einzutreten.

Sachbezogen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe den Termin nicht einhalten können, weil er seine schwer kranke Frau betreut habe (Beschwerde S. 2). Dazu führt die Vorinstanz aus, der Beschwerdeführer habe genügend Zeit gehabt, um für den betreffenden Vormittag die Betreuung seiner Frau zu organisieren. Diese werde täglich durch die Spitex betreut. Er hätte daher die Spitex an jenem Tag zu einem späteren Zeitpunkt kommen lassen können. Auch habe die Möglichkeit bestanden, dass er eines seiner sieben Kinder ersucht hätte, sich an jenem Morgen um seine Frau zu kümmern (angefochtener Entscheid S. 5). Zu diesen Erwägungen der Vorinstanz äussert sich der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht. Aus der Beschwerde ist folglich nicht ersichtlich, dass und inwieweit der angefochtene Entscheid gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte. Die Eingabe genügt in diesem Punkt den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdegegnerin muss keine Entschädigung ausgerichtet werden, weil sie vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Mai 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Keywords

inadmissibilityreasoning requirementscriminal appealnon-appearancecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appellant had to appear at the district court hearing and whether the federal appeal met the reasoning requirements.

Extracted holding

The appeal did not show any violation of federal law with respect to the duty to appear and failed to address the appellate court's reasoning; it was therefore not enterable.

Extracted reasoning

The appellant did not confront the lower court's findings that he had enough time to arrange care for his seriously ill wife. The brief did not satisfy the requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG.

Key legal question

Court costs

Extracted holding

Court costs were imposed on the appellant.

Extracted reasoning

As the appeal was inadmissible, the costs were charged to the appellant under the Federal Supreme Court Act.

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