Non-entry for insufficiently reasoned criminal appeal

6B_329/2008Federal Supreme Court / Criminal DivisionJun 20, 2008Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court declined to enter into the defendant's appeal against a cantonal judgment confirming a conviction for gross traffic rule violation. It held that the filing merely restated the appellant's view of the evidence and did not sufficiently demonstrate arbitrariness as required by Art. 106(2) BGG. The late request for legal aid was rejected because the appeal was hopeless. Reduced court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 108 BGG; requirements of substantiation for constitutional criticism in criminal appeals. A complaint is inadmissible where it merely opposes the appellant’s own assessment of evidence to that of the cantonal court without concretely showing why the challenged reasoning is manifestly untenable. Appellate review does not occur ex officio; the Federal Supreme Court examines only specifically argued grievances. Where the appeal lacks any reasonable prospect of success, legal aid under Art. 64 BGG is refused. Court costs are ordinarily borne by the unsuccessful party, but may be reduced under Art. 65 Abs. 2 BGG to reflect financial circumstances.

Full text

{T 0/2}
6B_329/2008/bri

Urteil vom 20. Juni 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss, vom 11. Februar 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 11. Oktober 2005 um ca. 8.40 Uhr auf der Autostrasse A13 bei San Bernardino auf der Höhe "Isola" unmittelbar vor bzw. in einer langgezogenen unübersichtlichen Linkskurve einen Überholvorgang durchgeführt und dadurch den Lenker des entgegenkommenden Fahrzeugs zum Bremsen gezwungen zu haben. Die Fahrspuren seien dabei im gesamten Bereich der Kurve durch eine Sicherheitslinie getrennt. Das Tribunale distrettuale Moesa verurteilte den Beschwerdeführer am 13. November 2007 wegen grober Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 (Überholen vor und in einer unübersichtlichen Kurve) sowie Art. 34 Abs. 2 SVG (Überfahren der Sicherheitslinie) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG zu einer Busse von Fr. 1'000.--. Die dagegen erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden am 11. Februar 2008 ab. Der Beschwerdeführer führt Beschwerde ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts sei zu revidieren. Er sei nur wegen leichter Verkehrsregelverletzung zu verurteilen.

2.
Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht sinngemäss Willkür bei der Beweiswürdigung vor. Diese Rüge ist zwar zulässig. Was der Beschwerdeführer indessen zu ihrer Begründung vorbringt, ist nicht geeignet, die Verfassungsmässigkeit der kantonsgerichtlichen Beweiswürdigung in Frage zu stellen, macht er doch bloss geltend, das Kantonsgericht wäre zu einer anderen strafrechtlichen Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit gelangt, wenn es die von ihm vorgelegten Berechnungen zum Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen und das von ihm eingereichte Fotomaterial (genügend) berücksichtigt hätte. Damit beschränkt sich der Beschwerdeführer darauf, der eingehenden und sorgfältigen Beweiswürdigung des Kantonsgerichts in rein appellatorischer Kritik unter blosser Wiedergabe der bereits im kantonalen Verfahren vertretenen Standpunkte (vgl. angefochtenen Entscheid, S. 4) seine eigene Sicht der Dinge gegenüberzustellen, ohne zu erörtern, dass und inwiefern der Entscheid des Kantonsgerichts (auch) im Ergebnis schlechterdings unhaltbar sein sollte. Mangels hinreichender Begründung (Art. 106 Abs. 2 BGG) ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG daher nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das nachgereichte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, Kantonsgerichtsausschuss, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. Juni 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill

Keywords

traffic violationovertakingarbitrarinesssubstantiationinadmissibilitylegal aidcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the criminal appeal was sufficiently reasoned to be entered into.

Extracted holding

The complaint did not meet the reasoning requirements because it only presented appellatorily a different view of the evidence and failed to show arbitrariness in the cantonal judgment.

Extracted reasoning

Under Art. 106(2) BGG, the appellant must specifically explain why the decision is untenable. Mere disagreement with the weighing of evidence is insufficient.

Key legal question

Whether legal aid should be granted.

Extracted holding

Legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Extracted reasoning

Since the complaint was manifestly insufficiently reasoned and therefore hopeless, the conditions of Art. 64 BGG were not met.

Key legal question

Allocation of court costs.

Extracted holding

Court costs were imposed on the appellant, reduced in light of his financial circumstances.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome; the court took account of the appellant's financial situation by lowering the fee.

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