Standing of private prosecutor to appeal rejected

6B_246/2008Federal Supreme Court / Criminal DivisionJul 2, 2008Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal appeal. It held that the appellant lacked standing under Art. 81(1)(b)(4) BGG because the cantonal prosecutor had been authorized to prosecute, so the appellant was not a private prosecutor with exclusive charging rights from the outset. The prosecutor's later withdrawal of the appeal and non-participation before the cantonal court were irrelevant. Federal court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG; Beschwerdelegitimation des Privatstrafklägers setzt voraus, dass nach kantonalem Prozessrecht die Anklagebefugnis von Anfang an allein dem Privatstrafkläger zustand, weil die Staatsanwaltschaft als öffentliche Anklägerin nicht zur Anklage befugt war. Ein blosses Fallenlassen der Appellation oder die Nichtteilnahme des Generalprokurators im kantonalen Verfahren genügt dafür nicht (E. 1). Bei fehlender Legitimation ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten; die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Full text

{T 0/2}
6B_246/2008/sst

Urteil vom 2. Juli 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Sascha Schürch,

gegen

Y.________,
Generalprokurator des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Falsche Anschuldigung; Irreführung der Rechtspflege,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1. Strafkammer, vom 30. August 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass der Beschwerdegegner von den Vorwürfen der falschen Anschuldigung und der Irreführung der Rechtspflege freigesprochen wurde. In Bezug auf die Frage der Legitimation beruft er sich auf Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG (Beschwerde S. 3 Ziff. 2c). Nach dieser Bestimmung ist zur Beschwerde als so genannter Privatstrafkläger legitimiert, wer nach dem kantonalen Recht die Anklage ohne Beteiligung der Staatsanwaltschaft vertreten hat. Voraussetzung für die Legitimation des Privatstrafklägers ist, dass der Staatsanwalt als öffentlicher Ankläger nach dem kantonalen Prozessrecht nicht zur Anklage befugt war, so dass diese von Anfang an einzig dem Privatstrafkläger zustand. Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Dass der Generalprokurator seine Appellation fallenliess und am Verfahren vor der Vorinstanz nicht teilnahm (angefochtener Entscheid S. 2 E. I/3), ist unerheblich. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner muss keine Entschädigung ausgerichtet werden, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Generalprokurator und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 2. Juli 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Keywords

standingprivate prosecutorinadmissibilitycriminal appealcosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appellant had standing under Art. 81(1)(b)(4) BGG as a private prosecutor.

Extracted holding

No standing existed because the state prosecutor was entitled to prosecute under cantonal law; the appellant therefore was not the sole party entitled to bring the accusation from the outset.

Extracted reasoning

Standing requires that, under cantonal procedure, the public prosecutor was not authorized to prosecute and the private prosecutor alone held the charging power. The prosecutor's later withdrawal and non-participation before the lower court do not change this.

Key legal question

Allocation of federal court costs.

Extracted holding

Court costs are borne by the appellant.

Extracted reasoning

As the appeal was not admitted, the costs follow the appellant under the Federal Supreme Court Act.

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