Driver’s license withdrawal upheld for pedestrian right-of-way violation

6A.78/2006Federal Supreme Court / Criminal DivisionDec 28, 2006Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Federal Court dismissed the driver’s administrative appeal against a three-month license withdrawal after a crosswalk collision with a pedestrian. It held that the cantonal administrative authority was bound by the criminal judgment’s factual findings and had no reason to order further inquiries. The conduct qualified as a serious traffic violation, and the statutory minimum withdrawal period of three months applied. The appellant’s professional need could not justify a shorter withdrawal. Court costs of CHF 2,000 were imposed on him.

Omnilex headnote

Art. 16c Abs. 1 lit. a, Abs. 2 lit. a SVG; Art. 16 Abs. 3 SVG; bound by criminal findings in administrative license-withdrawal proceedings. The withdrawal authority may depart from the factual findings of a final criminal judgment only in exceptional cases where clear indications show they are incorrect; absent such indications, it need not conduct additional investigations (consid. 2). Ignoring a pedestrian’s priority on a crosswalk, failing to stop in time and touching the pedestrian constitutes a serious traffic violation with serious danger to traffic safety, triggering the minimum withdrawal period of three months. That statutory minimum cannot be reduced on grounds of professional necessity. The appeal is summarily dismissed where it is manifestly unfounded.

Full text

{T 0/2}
6A.78/2006 /hum

Urteil vom 28. Dezember 2006
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd,
Gerichtsschreiber Willisegger.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer L. Fringeli,

gegen

Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn,
Postfach 157, 4502 Solothurn.

Gegenstand
Führerausweisentzug,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn
vom 24. August 2006.

Es wird festgestellt und in Erwägung gezogen:

1.
Am 14. September 2005 fuhr X.________, Postautofahrer, mit dem Postauto in Breitenbach Richtung Fehren. Kurz vor dem Fussgängerstreifen bei der Verzweigung Fehrenstrasse/Rohrgasse nahm er eine Fussgängerin wahr, welche von links kommend den Fussgängerstreifen überquerte. Die eingeleitete Vollbremsung reichte jedoch nicht aus, um das Postauto rechtzeitig bis zum Stillstand abzubremsen. Die Fussgängerin wurde durch das Postauto touchiert und zu Boden geworfen. Dabei wurde sie leicht verletzt.
Mit Strafverfügung vom 15. Mai 2006 der Staatsanwältin des Kantons Solothurn wurde X.________ wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln (Art. 90 Ziff. 2 SVG) durch Missachten des Vortrittsrechtes des Fussgängers auf Fussgängerstreifen (Art. 33 Abs. 2 SVG) zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Die Strafverfügung ist rechtskräftig geworden.
Mit Verfügung vom 14. Juli 2006 entzog das Departement des Innern des Kantons Solothurn X.________ den Führerausweis für die Dauer von drei Monaten. Eine Beschwerde gegen diese Verfügung wies das kantonale Verwaltungsgericht am 24. August 2006 ab.
2.
Die von X.________ gegen dieses Urteil erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im vereinfachten Verfahren mit summarischer Begründung abzuweisen ist (Art. 36a OG).
Das Verwaltungsgericht geht zutreffend davon aus, dass die für den Führerausweisentzug zuständige Behörde an die Sachverhaltsfeststellungen des Strafrichters gebunden ist und davon nur unter bestimmten von der Rechtsprechung bezeichneten Umständen abweichen darf (BGE 124 II 103 E. 1c/aa; 123 II 97 E. 3c/aa; 121 II 214 E. 3a). Dem entspricht es, dass die Entzugsbehörde zu eigenen Sachverhaltsabklärungen nur verpflichtet ist, wenn klare Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Sachverhaltsfeststellungen im Strafurteil unrichtig sind (BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa; 103 Ib 101 E. 2b). Davon kann hier keine Rede sein, hat der Beschwerdeführer doch selbst die Sachlage so dargestellt, dass er das Postauto erst zum Stehen brachte, als er die Fussgängerin leicht touchiert hatte (vgl. seine Eingabe an die Motorfahrzeugkontrolle vom 29. November 2005). Seine spätere abweichende Darstellung, die Fussgängerin sei in das bereits stehende Fahrzeug hineingelaufen, musste die Administrativbehörden nicht mehr zu weiteren Abklärungen veranlassen. In rechtlicher Hinsicht ist ohne weiteres eine schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG gegeben. Wer das Vortrittsrecht einer von links kommenden Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen missachtet, sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringt und die Fussgängerin noch touchiert, begeht eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln und schafft eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer. Die Mindestentzugsdauer beträgt hierbei drei Monate (Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG). Sie kann auch nicht aus Gründen der beruflichen Notwendigkeit unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 SVG; BGE 132 II 234 E. 2.3).
3.
Da die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen ist, trägt der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sowie dem Departement des Innern des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für Strassen Sekretariat Administrativmassnahmen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 28. Dezember 2006
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

driver’s license withdrawalcrosswalkpedestrian prioritytraffic violationcriminal findingsprofessional necessityminimum durationcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the administrative authority was bound by the criminal court’s factual findings and had to conduct further fact-finding.

Extracted holding

The authority was bound by the criminal findings and had no duty to investigate further because there were no clear indications that the criminal facts were wrong.

Extracted reasoning

The appellant had initially described the incident consistently with the criminal file; his later contrary version did not require new inquiries.

Key legal question

Whether the conduct constituted a serious traffic violation justifying a license withdrawal of at least three months.

Extracted holding

Yes. Ignoring a pedestrian’s right of way on a crosswalk, failing to stop in time, and touching the pedestrian amounted to a serious violation creating a serious danger.

Extracted reasoning

This falls under the statutory concept of a serious breach of traffic rules; the minimum withdrawal period is three months.

Key legal question

Whether professional necessity could justify reducing the statutory minimum withdrawal period.

Extracted holding

No. The minimum period could not be shortened for reasons of occupational need.

Extracted reasoning

The law does not permit undercutting the minimum withdrawal period on that ground.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.