Non-entry on subsidiary constitutional complaint for insufficient reasoning

5D_83/2011Federal Supreme Court / Civil Division IIJun 3, 2011Dismissed

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Omnilex summary

X. filed a subsidiary constitutional complaint against an Aargau High Court decision that had not entered into his appeal concerning a request for conciliation in a claim dispute. The Federal Supreme Court held that the complaint was the correct federal remedy because the value in dispute did not reach the ordinary threshold, but it was inadmissible insofar as X. sought the lifting of his guardianship, a matter not decided below. It further held that the filing lacked any constitutionally reasoned challenge to the cantonal decision. The complaint was therefore not entered into, and no court costs were imposed because of the guardianship measure.

Omnilex headnote

Art. 113 ff., Art. 116, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint and requirements of reasoning: where the ordinary appeal is unavailable because the dispute value threshold is not reached, the subsidiary constitutional complaint is admissible only for grievances falling within the subject matter decided below. The complaint must, with reference to the cantonal reasoning, clearly and specifically allege which constitutional rights were violated and in what respect; generalized criticism or references to earlier proceedings do not suffice. Failure to do so results in non-entry in summary procedure.

Full text

{T 0/2}
5D_83/2011

Urteil vom 3. Juni 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Regionaler Sozialdienst Y.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintreten auf ein Schlichtungsbegehren in einem Forderungsprozess,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 27. April 2011 des Obergerichts des Kantons Aargau (Zivilgericht, 4. Kammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 27. April 2011 des Obergerichts des Kantons Aargau, das auf eine Beschwerde bzw. den Beschwerderückzug des Beschwerdeführers in einem Beschwerdeverfahren gegen einen erstinstanzlichen Nichteintretensentscheid (Nichteintreten auf ein Schlichtungsbegehren des Beschwerdeführers in einem Forderungsprozess) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die subsidiäre Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit der Beschwerdeführer die Aufhebung der Beiratschaft beantragt, weil dieses Begehren weder Gegenstand des kantonalen Verfahrens bildete noch Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens sein kann,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Entscheid vom 27. April 2011 erwog, der Beschwerdeführer stehe unter kombinierter Beiratschaft nach Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB, er könne deshalb (von hier nicht einschlägigen Ausnahmen abgesehen) nicht ohne Mitwirkung des Beirates Prozesse führen (Art. 395 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), der Beirat habe indessen die Mitwirkung verweigert, weshalb die prozessualen Handlungen des Beschwerdeführers ungültig seien,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend macht,
dass er ebenso wenig in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass es insbesondere nicht genügt, auf ein vor den SchK-Aufsichtsbehörden durchgeführtes früheres Beschwerdeverfahren zu verweisen, weil sich das vorliegende Verfahren nicht gegen einen Entscheid der kantonalen SchK-Aufsichtsbehörden richtet,
dass der Beschwerdeführer erst recht nicht anhand der obergerichtlichen Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 27. April 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der über ihn angeordneten vormundschaftlichen Massnahme keine Kosten auferlegt werden,
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Juni 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Keywords

constitutional complaintnon-entryreasoned appealadmissibilityguardianshipconciliationdispute valuecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible against the cantonal decision in a pecuniary matter

Extracted holding

The complaint was in principle the correct remedy because the amount in dispute did not reach the statutory threshold and no exception applied.

Extracted reasoning

For a pecuniary dispute below the appeal threshold, only the subsidiary constitutional complaint under the BGG was available.

Key legal question

Whether the request to lift the guardianship/beiratschaft could be examined

Extracted holding

That request was inadmissible because it was neither part of the cantonal proceedings nor could it be made for the first time before the Federal Supreme Court.

Extracted reasoning

The federal proceedings are limited to the subject matter decided below.

Key legal question

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned

Extracted holding

No. The appellant failed to allege and substantiate any violation of constitutional rights with reference to the cantonal reasoning.

Extracted reasoning

A subsidiary constitutional complaint must clearly and specifically identify the constitutional rights allegedly violated and explain the violation in relation to the cantonal decision; mere references to prior proceedings are insufficient.

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