Non-entry on insufficiently reasoned constitutional complaint

5D_76/2010Federal Supreme Court / Civil Division IIMay 26, 2010Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against a cantonal judgment concerning definitive debt enforcement and legal aid. It held that the complainant failed to meet the strict reasoning requirements for a constitutional complaint, because he did not address the decisive considerations of the cantonal court or demonstrate a constitutional violation. The court therefore did not enter into the complaint. As the filing was hopeless, the request for free legal aid was denied, and court costs of CHF 150 were imposed on the complainant.

Omnilex headnote

Art. 116, 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint: strict duty to reason on the basis of the cantonal judgment; the complainant must identify the violated constitutional rights and explain in a clear and detailed manner, with reference to the decisive reasons, why the decision is unconstitutional. A merely appellatory submission or failure to engage with the lower court’s reasoning leads to non-entry. Hopelessness of the complaint excludes legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG; the losing party bears costs under Art. 66 Abs. 1 BGG. In the simplified procedure under Art. 108 BGG, the division president is competent (consid. 1-4).

Full text

{T 0/2}
5D_76/2010

Urteil vom 26. Mai 2010
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Schwyz,
vertreten durch das Sicherheitsdepartement des Kantons Schwyz,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil vom 6. Mai 2010 des Obergerichts des Kantons Solothurn (Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil vom 6. Mai 2010 des Obergerichts des Kantons Solothurn, das auf einen Rekurs des Beschwerdeführers gegen einen definitiven Rechtsöffnungsentscheid (Streitwert Fr. 300.--) nicht eingetreten ist, den Rekurs betreffend die unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen, dem Beschwerdeführer auch für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege verweigert und diesem eine Gebühr von Fr. 100.-- auferlegt hat,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht erwog, wegen des Fr. 1'000.-- nicht übersteigenden Streitwertes stehe der Rekurs gegen den Rechtsöffnungsentscheid nicht offen (§ 243 Abs. 2 ZPO/SO), die Aussichtslosigkeit des Rekurses schliesse die unentgeltliche Rechtspflege aus, auch die erstinstanzliche Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit sei nicht zu beanstanden, weil der Beschwerdeführer gegenüber der beantragten Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für Verfahrenskosten von Fr. 300.-- keine zulässigen Einreden (Art. 81 SchKG) erhoben habe,
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden Erwägungen des Obergerichts eingeht,
dass er erst recht nicht nach den gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern das Urteil des Obergerichts vom 6. Mai 2010 verfassungswidrig sein soll,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 150.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und Obergericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Mai 2010
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Keywords

constitutional complaintnon-entrylegal aidcourt costsreasoning requirementdebt enforcement

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint is sufficiently reasoned and admissible

Extracted holding

No. The complaint does not engage with the cantonal court's decisive reasoning and does not show any constitutional violation with sufficient clarity and detail.

Extracted reasoning

In a subsidiary constitutional complaint, only violations of constitutional rights may be invoked and must be specifically substantiated against the reasoning of the cantonal decision; this requirement was not met.

Key legal question

Whether the appellant is entitled to free legal aid before the Federal Supreme Court

Extracted holding

No. The complaint had no prospects of success, so free legal aid must be refused.

Extracted reasoning

Because the constitutional complaint was manifestly insufficiently reasoned and therefore hopeless, the requirements for legal aid were not fulfilled.

Key legal question

Allocation of federal court costs

Extracted holding

The unsuccessful complainant must bear the court costs.

Extracted reasoning

Under the rule that the losing party bears costs, costs were imposed on the complainant.

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