Constitutional complaint inadmissible for lack of reasoning

5D_212/2011Federal Supreme Court / Civil Division IINov 10, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that only the subsidiary constitutional complaint was available against the cantonal decision, since the value threshold was not reached and no exception applied. The appellant’s request for restoration of the advance-payment deadline was inadmissible before the Federal Supreme Court because such requests must be handled by the cantonal courts. The complaint also failed to meet the strict reasoning requirements for a subsidiary constitutional complaint, as it did not specifically and clearly identify any constitutional violation. The court therefore did not enter into the complaint and imposed costs of CHF 100 on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 74 Abs. 2, Art. 113 ff., Art. 116, Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 148 ZPO; subsidiäre Verfassungsbeschwerde, Begründungsanforderungen und Zuständigkeit für Fristwiederherstellungsgesuche. Gegen einen vermögensrechtlichen kantonalen Entscheid unter der Streitwertgrenze ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nur wegen verfassungsmässiger Rechte zulässig. Deren Rügen sind anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und detailliert vorzubringen; eine bloss appellatorische Kritik genügt nicht. Wiederherstellungsgesuche betreffend kantonale Fristen sind von den zuständigen kantonalen Gerichten zu beurteilen. Fehlt es an einer hinreichenden Begründung, ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG).

Full text

{T 0/2}
5D_212/2011

Urteil vom 10. November 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Basel-Landschaft,
vertreten durch Sicherheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Rathausstrasse 2, 4410 Liestal,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Definitive Rechtsöffnung (Fristwiederherstellung),

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 7. Oktober 2011 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft (Abteilung Zivilrecht).

Nach Einsicht
in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid (430 11 253 vo1) vom 7. Oktober 2011 des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, das ein Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der Kostenvorschussfrist (in einem Beschwerdeverfahren gegen einen definitiven Rechtsöffnungsentscheid über Fr. 400.--) abgewiesen hat,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Kantonsgerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe der Beschwerdeführerin als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Verfassungsbeschwerde zum Vornherein unzulässig ist, soweit die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht die Wiederherstellung der Kostenvorschussfrist nach Art. 148 ZPO beantragt, weil für die Behandlung von Wiederherstellungsgesuchen betreffend kantonale Fristen die kantonalen Gerichte zuständig sind,
dass sodann in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Kantonsgericht im Entscheid vom 7. Oktober 2011 erwog, obgleich das Kantonsgericht mit Verfügung vom 4. Juli 2011 ein Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege (wegen Aussichtslosigkeit) abgewiesen und ihr (unter Androhung des Nichteintretens bei Säumnis) eine (zweite) Nachfrist zur Vorschusszahlung (Fr. 225.--) angesetzt habe, sei der Vorschuss nicht bezahlt und vom Kantonsgericht mit Entscheid vom 2. August 2011 androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht eingetreten worden, das im Anschluss an diesen Entscheid beim Kantonsgericht gestellte Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der Kostenvorschussfrist sei abzuweisen, weil der von ihr behauptete finanzielle Engpass kein leicht- oder gar unverschuldetes Hindernis im Sinne eines Wiederherstellungsgrundes nach Art. 148 Abs. 1 ZPO darstelle,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass insbesondere die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach das Bundesgericht zur Behandlung ihres Wiederherstellungsgesuchs nach Art. 148 ZPO zuständig gewesen wäre, nicht nachvollziehbar begründet wird,
dass die Beschwerdeführerin erst recht nicht anhand der kantonsgerichtlichen Erwägungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Kantonsgerichts vom 7. Oktober 2011 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 100.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. November 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Keywords

constitutional complaintadmissibilityreasoning requirementdeadline restorationadvance paymentcourt costsdebt enforcement

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible despite the value threshold and exceptions under the Federal Supreme Court Act.

Extracted holding

Only the subsidiary constitutional complaint was available because the cantonal decision concerned a pecuniary matter below the statutory value threshold and no exception applied.

Extracted reasoning

The amount in dispute did not reach the threshold of Art. 74(1)(b) BGG and no exception under Art. 74(2) BGG was present.

Key legal question

Whether the Federal Supreme Court could entertain the request to restore the cantonal advance-payment deadline.

Extracted holding

The request was inadmissible before the Federal Supreme Court.

Extracted reasoning

Restoration requests concerning cantonal deadlines must be decided by the cantonal courts, not by the Federal Supreme Court.

Key legal question

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned to allow review of alleged constitutional violations.

Extracted holding

The complaint was not sufficiently reasoned.

Extracted reasoning

In a subsidiary constitutional complaint, the appellant must clearly and specifically show, by reference to the cantonal reasoning, which constitutional rights were violated and how; this was not done.

Key legal question

Court costs for the unsuccessful appellant.

Extracted holding

The appellant must bear the court costs of CHF 100.

Extracted reasoning

As the losing party, the appellant is liable for costs under Art. 66(1) BGG.

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