Constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_147/2007Federal Supreme Court / Civil Division IIDec 18, 2007Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dealt with a subsidiary constitutional complaint against two Zurich High Court decisions concerning a recusal request against a debt-enforcement judge. It held that the complaint did not satisfy the stringent reasoning requirements for constitutional complaints because it failed to address the decisive cantonal grounds. The Court therefore did not enter into the matter. It also denied free legal aid because the filing was hopeless, and it ordered the appellant to pay court costs of CHF 700, taking the abusive character of the filing into account.

Omnilex headnote

Art. 116, 117 and 106(2) BGG; subsidiary constitutional complaint: admissibility depends on a clear, specific and substantiated challenge to the decisive reasoning of the cantonal decision, identifying the constitutional rights alleged to be violated and explaining the violation in relation to that reasoning. General allegations of constitutional or ECHR breaches do not suffice. Under Art. 108(1)(b) and (c) BGG, a manifestly insufficiently reasoned or abusive filing is not entertained. Free legal aid under Art. 64(1) BGG is unavailable where the proceeding is hopeless; costs are borne by the unsuccessful party under Art. 66(1) BGG, with abusive conduct relevant to fee assessment under Art. 65(2) BGG.

Full text

{T 0/2}
5D_147/2007/bnm

Urteil vom 18. Dezember 2007
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich, (Verwaltungskommission), Postfach, 8023 Zürich,

Gegenstand
Ablehnung eines Rechtsöffnungsrichters.

Verfassungsbeschwerde gegen die Beschlüsse vom 31. Oktober 2007 und vom 28. November 2007 des Obergerichts des Kantons Zürich (Verwaltungskommission).

Nach Einsicht
in die als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene Eingabe gegen einerseits den (dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit seines Ausstandsbegehrens gegen einen erstinstanzlichen Rechtsöffnungsrichter verweigernden) Beschluss vom 31. Oktober 2007 (VV070026/U) des Obergerichts des Kantons Zürich und gegen anderseits den Beschluss vom 28. November 2007 (VV070026/U1) des gleichen Gerichts, das auf das erwähnte Ausstandsbegehren mangels Zahlung der Prozesskaution androhungsgemäss nicht eingetreten ist,

in Erwägung,

dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass die Zulässigkeit der subsidiären Verfassungsbeschwerde voraussetzt (Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG), dass in der Beschwerdeschrift die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorgebracht und begründet (Art. 116 und 117 BGG i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG), d.h. (entsprechend den altrechtlichen Anforderungen des Art. 90 Abs. 1 lit. b OG: Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4207ff., Ziff. 4.1.2.4 zu Art. 39 Entwurf, S. 4294) anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert dargelegt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261f.),
dass zwar der Beschwerdeführer vor Bundesgericht Verfassungs- und EMRK-Verletzungen behauptet,
dass er jedoch nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen betreffend einerseits die Aussichtslosigkeit seines Ausstandsbegehrens (als Grund für die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege) und betreffend anderseits das Nichtleisten der Prozesskaution (als Grund für das Nichteintreten auf das Ausstandsbegehren) eingeht,
dass er erst recht nicht nach den erwähnten gesetzlichen Anforderungen anhand dieser Erwägungen aufzeigt, inwiefern die obergerichtlichen Beschlüsse verfassungs- bzw. EMRK-widrig sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende und ausserdem missbräuchliche - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b und c BGG nicht einzutreten ist,
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren in Anbetracht der Aussichtslosigkeit seiner Eingabe abgewiesen wird (Art. 64 Abs. 1 BGG), zumal es sowohl vor der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 3 BV) wie auch vor der EMRK (Mark E. Villiger, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 275 Rz. 433) standhält, die unentgeltliche Rechtspflege für aussichtslose Verfahren zu verweigern,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG), wobei der missbräuchlichen Art seiner Prozessführung bei der Gebührenbemessung Rechnung zu tragen ist (Art. 65 Abs. 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 BGG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,
dass sich das Bundesgericht in dieser Sache vorbehält, allfällige weitere Eingaben in der Art der bisherigen, namentlich missbräuchliche Revisionsgesuche, ohne Antwort abzulegen,

erkennt der Präsident:
1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 700.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Zürich (Verwaltungskommission) schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 18. Dezember 2007
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli Füllemann

Keywords

constitutional complaintinadmissibilityreasoning requirementfree legal aidcourt costsrecusalprocedural securityabusive filing

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint met the required reasoning standard.

Extracted holding

No; the complaint did not engage with the decisive cantonal reasoning and therefore could not be reviewed on the merits.

Extracted reasoning

A constitutional complaint must clearly and specifically show, by reference to the challenged reasoning, which constitutional rights were violated and how. Mere assertions of constitutional and ECHR violations are insufficient.

Key legal question

Whether the appellant was entitled to free legal aid before the Federal Supreme Court.

Extracted holding

No; the request was denied because the filing was hopeless.

Extracted reasoning

Free legal aid may be refused when the proceeding is hopeless; this is consistent with constitutional and ECHR standards.

Key legal question

What cost consequences followed from the inadmissibility of the complaint.

Extracted holding

The appellant had to bear the court costs, with the abusive nature of the filing reflected in the fee assessment.

Extracted reasoning

The losing party bears costs under the Federal Supreme Court Act; abusive litigation conduct may be taken into account when fixing the fee.

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