Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

5D_119/2012Federal Supreme Court / Civil Division IIJul 9, 2012Dismissed

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Omnilex summary

X. challenged an Obergericht decision that had refused to hear his appeal against a district court non-entry ruling concerning an inheritance certificate. The Federal Supreme Court treated the filing as a subsidiary constitutional complaint, since the dispute value was below the threshold and no exception applied. It held that the complaint failed to meet the strict constitutional reasoning requirements because it did not engage with the decisive cantonal reasoning. The Court therefore did not enter into the matter and imposed court costs of CHF 200 on the complainant.

Omnilex headnote

Art. 113 ff., 116, 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; subsidiary constitutional complaint. Where the dispute value does not reach the statutory threshold and no exception exists, only the subsidiary constitutional complaint is available. Such a remedy requires a precise, reasoned allegation of constitutional violations based on the cantonal decision’s grounds; merely appellatory criticism is insufficient. Failure to address the decisive reasoning leads to non-entry in simplified procedure. The unsuccessful party bears the court costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Full text

{T 0/2}
5D_119/2012

Urteil vom 9. Juli 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Zürich,
II. Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich.

Gegenstand
Erbschein,

Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss vom 24. Mai 2012 des Obergerichts des Kantons Zürich (II. Zivilkammer).

Nach Einsicht
in die (als Verfassungsbeschwerde entgegengenommene) Eingabe gegen den Beschluss vom 24. Mai 2012 des Obergerichts des Kantons Zürich, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen einen Nichteintretensentscheid des Bezirksgerichts Zürich (Nichteintreten - mangels Leistung des Kostenvorschusses trotz Ansetzung einer Nachfrist - auf ein Gesuch des Beschwerdeführers um Ausstellung eines Erbscheins) nicht eingetreten ist,

in Erwägung,
dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Beschluss des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; Streitwert vorliegend Fr. 4'214.10) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,
dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen (BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG),
dass das Obergericht im Beschluss vom 24. Mai 2012 erwog, der Beschwerdeführer habe den erstinstanzlichen Entscheid am 13. März 2012 entgegengenommen, die 10-tägige Beschwerdefrist habe somit am 23. März 2012 geendet, die Beschwerde an das Obergericht sei indessen erst am 28. März 2012 und damit verspätet bei der Schweizerischen Post eingegangen, auf die Beschwerde sei daher nicht einzutreten, im Übrigen wäre sie unbegründet gewesen, weil das erstinstanzliche Gericht zu Recht mangels Vorschusszahlung einen Nichteintretensentscheid gefällt habe, die diesbezüglichen Beschwerdevorbringen seien unbehelflich,

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die entscheidenden obergerichtlichen Erwägungen eingeht,
dass er erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Beschluss des Obergerichts vom 24. Mai 2012 verletzt sein sollen,
dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 66 Abs. 1 BGG),
dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und die Abteilungspräsidentin zuständig ist,
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Zürich sowie dem Bezirksgericht Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Juli 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann

Keywords

inadmissibilityconstitutional complaintreasoning requirementdispute valuecourt costsinheritance certificate

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint was admissible despite the low value in dispute.

Extracted holding

Because the dispute value did not reach the statutory threshold and no exception applied, only the subsidiary constitutional complaint was available.

Extracted reasoning

The challenged cantonal decision concerned a pecuniary matter with a dispute value of CHF 4,214.10, so ordinary federal appeal was unavailable under the BGG.

Key legal question

Whether the complaint met the strict reasoning requirements for a subsidiary constitutional complaint.

Extracted holding

No. The filing did not clearly and specifically show, by reference to the cantonal reasoning, which constitutional rights were violated and how.

Extracted reasoning

In subsidiary constitutional complaints, constitutional violations must be pleaded and substantiated in a clear and detailed manner; otherwise the Federal Supreme Court will not enter into the matter.

Key legal question

Court costs

Extracted holding

Costs were imposed on the losing complainant.

Extracted reasoning

The complainant was unsuccessful in the proceedings.

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