Involuntary commitment upheld; complaint dismissed

5A_419/2011Federal Supreme Court / Civil Division IIJun 24, 2011Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Federal Supreme Court dismissed the complaint against the cantonal decision ordering civil commitment in a psychiatric institution. It held that the complainant had not properly challenged the factual findings, so the court was bound by the lower court’s assessment of his mental condition, treatment need, and risk to others. On that basis, the conditions of Art. 397a Abs. 1 ZGB were met because inpatient treatment was necessary and adequate protection could not otherwise be ensured. The court decided the matter under the simplified procedure of Art. 109 BGG and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 397a Abs. 1 ZGB; Art. 105 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2, Art. 109 BGG; requirements for Federal Supreme Court review of factual findings and for civil commitment. The Court will not depart from cantonal findings unless a party specifically and substantiatedly alleges manifest inaccuracy or another constitutional/legal defect. Mere general denial is insufficient. If the established facts show mental illness, treatment necessity, and a concrete risk to third parties, and if the required personal care cannot otherwise be provided, placement in a suitable institution is lawful. In simplified procedure under Art. 109 BGG, an obviously unfounded complaint may be dismissed without costs (consid. 1-3).

Full text

{T 0/2}
5A_419/2011

Urteil vom 24. Juni 2011
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter L. Meyer, Herrmann,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Schaffhausen.

Gegenstand
Fürsorgerische Freiheitsentziehung,

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen den Entscheid vom 9. Juni 2011 des Obergerichts des Kantons Schaffhausen.

Nach Einsicht:
in die (gestützt auf Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 6 BGG erhobene) Beschwerde gegen den Entscheid vom 9. Juni 2011 des Obergerichts des Kantons Schaffhausen, das eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde des Beschwerdeführers gegen die am 1. Juni 2011 in Anwendung von Art. 397a ZGB angeordnete fürsorgerische Freiheitsentziehung im Psychiatriezentrum A.________ abgewiesen hat,

in Erwägung:
dass das Obergericht - auf Grund ärztlicher Berichte und nach Anhörung des Beschwerdeführers an der Verhandlung - erwog, der ... leidende Beschwerdeführer müsse stationär behandelt werden, weil er bei sofortiger Entlassung eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Dritte darstellen würde, zumal der Beschwerdeführer ausserhalb der Klinik die zur Zeit verabreichten Medikamente nicht bzw. in einer wesentlich tieferen Dosierung nehmen und (zufolge Kündigung) über keine Wohnung verfügen würde,
dass das Bundesgericht seinem Beschwerdeentscheid den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zu Grunde zu legen hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), es sei denn, die für den Verfahrensausgang entscheidenden Feststellungen sind offensichtlich unrichtig, d.h. unhaltbar und damit willkürlich nach Art. 9 BV (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398) oder beruhen auf einer anderweitigen Rechtsverletzung (Art. 97 Abs. 1 BGG),
dass die bundesgerichtliche Überprüfung eines verfassungswidrig festgestellten Sachverhalts voraussetzt, dass in der Beschwerdeschrift die Verfassungsverletzung gerügt (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88 mit Hinweisen, 133 IV 286 E. 1.4 S. 287 f.), d.h. neben der Erheblichkeit der gerügten Tatsachenfeststellungen dargelegt wird, inwiefern diese verfassungswidrig, namentlich unhaltbar sind, weil sie den Tatsachen klar widersprechen, auf einem offenkundigen Versehen beruhen oder sich sachlich nicht vertreten lassen (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252),
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht zwar die Tatsachenfeststellungen des Obergerichts pauschal bestreitet, jedoch keine den erwähnten Begründungsanforderungen entsprechenden Sachverhaltsrügen erhebt,
dass somit das Bundesgericht von den tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts über den Krankheitszustand des Beschwerdeführers, seine Behandlungsbedürftigkeit und die drohende Fremdgefährdung auszugehen hat,
dass auf Grund des vom Obergericht festgestellten Sachverhalts die gestützt auf Art. 397a Abs. 1 ZGB verfügte Einweisung des Beschwerdeführers in das Psychiatriezentrum A.________ bundesrechtskonform ist,
dass nämlich gemäss dieser Bestimmung eine Person wegen Geisteskrankheit in eine geeignete Anstalt eingewiesen und darin zurückbehalten werden darf, wenn ihr die nötige persönliche Fürsorge nicht anders zuteil werden kann,
dass im vorliegenden Fall der zufolge des Krankheitszustandes des Beschwerdeführers nötige Schutz vor Fremdgefährdung nur durch die angeordnete stationäre Behandlung gewährleistet werden kann, bis der Zustand des Beschwerdeführers stabilisiert ist,
dass im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen im Entscheid des Obergerichts verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG),
dass sich somit die Beschwerde, soweit sie zulässig ist, als offensichtlich unbegründet erweist,
dass keine Gerichtskosten erhoben werden,
dass das bundesgerichtliche Urteil im Verfahren nach Art. 109 BGG ergeht,

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Schaffhausen und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Juni 2011
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Hohl Füllemann

Keywords

involuntary commitmentpsychiatric treatmentdanger to othersfactual findingssubstantiationsimplified procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint sufficiently challenged the cantonal factual findings.

Extracted holding

The complainant did not meet the strict requirements for contesting the facts; the Federal Supreme Court relied on the cantonal findings.

Extracted reasoning

Bare denial of the findings was insufficient under Art. 105 Abs. 1 and Art. 106 Abs. 2 BGG; no specific constitutional violation was substantiated.

Key legal question

Whether the involuntary commitment under Art. 397a ZGB was lawful.

Extracted holding

The commitment was compatible with federal law because the complainant required inpatient treatment and the needed protection against third-party harm could only be ensured in a suitable institution.

Extracted reasoning

Given the established mental condition, treatment need, medication issues, housing situation, and danger to others, the statutory conditions for placement were met.

Key legal question

Whether court costs should be charged.

Extracted holding

No court costs were imposed.

Extracted reasoning

The court expressly waived costs.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.