Inadmissibility for insufficient reasoning in federal appeal

4D_81/2011Federal Supreme Court / Civil Division INov 14, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the company’s submissions did not satisfy the substantiation requirements for a federal complaint. The appeal largely consisted of appellatory criticism and new factual allegations, which are not admissible. The court therefore did not enter into the complaint. It also refused legal aid because the appeal was hopeless, and it ordered the appellant to pay court costs of CHF 500. The request for suspensive effect became moot.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2, Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 and 2, Art. 99 Abs. 1, Art. 108 Abs. 1 lit. a and b, Art. 64 Abs. 1 and Art. 66 Abs. 1 BGG; requirements for admissibility of a federal complaint. The complainant must, by reference to the challenged reasoning, indicate precisely which rights were violated and, where constitutional rights are invoked, substantiate the criticism specifically; the Federal Supreme Court does not examine such violations ex officio. It is bound by the facts found below save for narrowly defined exceptions. Purely appellatory criticism of evidence and factual supplements are inadmissible, as are new allegations in principle. A complaint failing these requirements is not entered into; legal aid is refused if the appeal lacks prospects of success, and costs are borne by the unsuccessful party.

Full text

{T 0/2}
4D_81/2011

Urteil vom 14. November 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
Z.________ AG in Liquidation,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kanton Zürich, vertreten durch das
Handelsregisteramt des Kantons Zürich,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Organisationsmangel,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 8. September 2011.
In Erwägung,
dass das Bezirksgericht Zürich mit Urteil vom 17. März 2011 die Liquidation der Beschwerdeführerin nach den Vorschriften über den Konkurs anordnete;

dass die Beschwerdeführerin dieses Urteil mit Berufung beim Obergericht des Kantons Zürich anfocht, das mit Beschluss vom 8. September 2011 auf das Rechtsmittel nicht eintrat, weil die Beschwerdeführerin den von ihr verlangten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- nicht bezahlt hatte;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht eine vom 19. Oktober 2011 datierte Beschwerdeschrift einreichte, die sie durch eine zweite, vom gleichen Tag datierte Rechtsschrift ergänzte;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht schliesslich eine als "Klageergänzung" bezeichnete und vom 31. Oktober 2011 datierte Eingabe einreichte;

dass alle diese Eingaben den Beschluss des Obergerichts vom 8. September 2011 betreffen;

dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass das Bundesgericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und es davon nur abweichen kann, wenn eine Sachverhaltsfeststellung offensichtlich unrichtig, mithin willkürlich ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG), was die beschwerdeführende Partei präzise geltend zu machen hat;

dass neue Vorbringen grundsätzlich ausgeschlossen sind (Art. 99 Abs. 1 BGG);

dass es demnach nicht angeht, in einer Beschwerde an das Bundesgericht appellatorische Kritik an der Beweiswürdigung des kantonalen Gerichts zu üben und Ergänzungen bezüglich der tatsächlichen Feststellungen vorzunehmen, als ob dem Bundesgericht im Beschwerdeverfahren die freie Prüfung aller Tatfragen zukäme (BGE 134 II 244 E. 2.2; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; 130 I 258 E. 1.3 S. 261 f.);

dass alle von der Beschwerdeführerin eingereichten Rechtsschriften den erwähnten Begründungsanforderungen offensichtlich nicht genügen, soweit sie nicht ohnehin verspätet sind, weshalb auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten ist;

dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit dem Entscheid in der Sache gegenstandslos wird;

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, über das unter den gegebenen Umständen nicht vorgängig separat entschieden werden musste (vgl. Urteil 4A_20/2011 vom 11. April 2011 E. 7.2.2), wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

dass die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. November 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Keywords

inadmissibilityreasoned appealnew factslegal aidcourt costsliquidationnon-entryappellatory criticism

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal appeal met the reasoning requirements under Art. 42 and Art. 106 BGG

Extracted holding

The submissions did not sufficiently address the cantonal decision and did not validly raise the required constitutional or legal objections.

Extracted reasoning

A federal appeal must specify which rights were violated with reference to the lower-court reasoning; constitutional violations are reviewed only if expressly invoked and substantiated. Mere appellatory criticism and attempts to supplement facts are inadmissible, and new allegations are generally excluded.

Key legal question

Whether legal aid should be granted

Extracted holding

Legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Extracted reasoning

Given the manifest inadmissibility of the appeal, the request was futile and therefore lacked the required chances of success.

Key legal question

Allocation of court costs

Extracted holding

Court costs were imposed on the appellant.

Extracted reasoning

As the appellant failed in the federal proceedings, it had to bear the costs.

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