Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

4D_35/2010Federal Supreme Court / Civil Division IMay 31, 2010Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that an ordinary civil appeal was unavailable because the amount in dispute did not reach CHF 30,000 and no fundamental legal question was shown. It therefore treated the filing as a subsidiary constitutional complaint, but found the pleading deficient because it raised only ordinary federal-law complaints without identifying or substantiating any constitutional-right violation. The court did not enter into the matter and imposed federal court costs of CHF 500 on the appellant. The first-instance order requiring payment of CHF 5,000 plus interest and CHF 67 in enforcement costs remained undisturbed.

Omnilex headnote

Art. 74 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 lit. a, Art. 113 ff., Art. 116, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2, Art. 117, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; subsidiaire Verfassungsbeschwerde und Begründungsanforderungen. Fehlt es an der Streitwertgrenze für die Beschwerde in Zivilsachen und wird keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung dargetan, ist auf die Eingabe als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu wechseln. Diese ist indessen ausschliesslich auf die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte beschränkt; eine blosse Kritik an der Anwendung einfachen Bundesrechts genügt nicht. Verfassungsrügen sind klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids zu begründen; andernfalls ist auf die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG).

Full text

{T 0/2}
4D_35/2010

Urteil vom 31. Mai 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Hurni.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Auftrag,

Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil
vom 21. Januar 2010 der Gerichtspräsidentin 1
des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach.
In Erwägung,
dass die Gerichtspräsidentin 1 des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach den Beschwerdeführer und dessen Ehefrau mit Entscheid vom 21. Januar 2010 dazu verurteilte, der Beschwerdegegnerin einen Betrag von Fr. 5'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 28. September 2009 sowie von Fr. 67.-- für Zahlungsbefehlskosten zu bezahlen;
dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht eine vom 1. März 2010 datierte Eingabe einreichte, in der er erklärte, das Urteil der Gerichtspräsidentin 1 des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach vom 21. Januar 2010 anzufechten;
dass eine Beschwerde in Zivilsachen im vorliegenden Fall nicht zulässig ist, weil der erforderliche Streitwert von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) nicht erreicht wird und sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellt;
dass die Eingabe des Beschwerdeführers unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG zu behandeln ist;
dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);
dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);
dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde lediglich die Verletzung einfachen Bundesrechts rügt, ohne dabei darzutun, inwiefern die Vorinstanz dieses willkürlich oder anderweitig unter Verletzung verfassungsmässiger Rechte angewendet hätte;
dass demzufolge auf die mangels rechtsgenüglicher Begründung offensichtlich unzulässige Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht einzutreten ist;
dass die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG);
erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Gerichtspräsidentin 1 des Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. Mai 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Hurni

Keywords

admissibilityamount in disputesubsidiary constitutional complaintconstitutional reasoningnon-entrycourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether an appeal in civil matters was admissible despite the low amount in dispute.

Extracted holding

No. The statutory amount in dispute was not reached and no legal question of fundamental importance was shown, so ordinary civil appeal jurisdiction was lacking.

Extracted reasoning

The disputed amount was below CHF 30,000 and the appellant did not demonstrate a fundamental legal question within the meaning of the BGG.

Key legal question

Whether the filing could be treated as a subsidiary constitutional complaint and satisfy the pleading requirements.

Extracted holding

It was treated as a subsidiary constitutional complaint, but it was inadmissible because it alleged only violations of ordinary federal law and did not identify or substantiate any constitutional rights violation.

Extracted reasoning

A subsidiary constitutional complaint permits only constitutional grievances, which must be specifically reasoned with reference to the challenged decision. The appellant failed to do so.

Key legal question

Allocation of federal court costs.

Extracted holding

The court costs were imposed on the appellant according to the outcome.

Extracted reasoning

Costs follow the result of the proceedings under the BGG.

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