Non-entry for insufficient reasoning in constitutional complaint

4D_155/2009Federal Supreme Court / Civil Division IFeb 12, 2010Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dismissed the appellant's constitutional complaint against a cantonal cassation decision. It held that the submissions did not meet the federal reasoning requirements because the appellant failed to specifically demonstrate a violation of constitutional rights or to substantiate manifestly incorrect factual findings. The request for appointed counsel was denied for lack of prospects of success, and no court costs were charged.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1, Art. 106 Abs. 2 und Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; reasoning requirements of a constitutional complaint. A federal appeal must, by reference to the challenged decision, clearly indicate which rights were violated and in what respect; in constitutional matters, the Federal Supreme Court examines alleged fundamental-rights violations only if expressly invoked and substantiated. Mere repetition of one's own version of the facts, unsupported assertions of manifestly incorrect fact-finding, or general references to legal provisions do not satisfy the duty to reason and lead to non-entry. Where the appeal is manifestly devoid of prospects, legal aid and appointment of counsel are to be refused (Art. 64 Abs. 1 BGG). Court costs may be waived in the circumstances (Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG).

Full text

{T 0/2}
4D_155/2009

Urteil vom 12. Februar 2010
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiberin Feldmann.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Bellwald.

Gegenstand
Nichteintreten,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Wallis, Kassationsbehörde, vom 2. November 2009.
In Erwägung,
dass die Beschwerdeführerin am 17. September 2009 ein Urteil des Bezirksgerichts Visp vom 16. September 2009 entgegennahm;
dass sie am 16. Oktober 2009 ein undatiertes Schreiben betreffend "Antrag Forderung Klage" an das Kantonsgericht des Kantons Wallis aufgab, welches das Kantonsgericht der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. Oktober 2009 mangels Zuständigkeit zurücksandte;
dass die Beschwerdeführerin am 28. Oktober 2009 mit einem weiteren Schreiben, datiert vom 27. Oktober 2009, an das Kantonsgericht gelangte;
dass das Kantonsgericht mit Urteil vom 2. November 2009 zum Schluss kam, die Eingabe vom 16. Oktober 2009 habe nicht die Anfechtung des Urteils des Bezirksgerichts zum Gegenstand gehabt, und die Eingabe vom 27./28. Oktober 2009 sei verspätet, weshalb es darauf nicht eintrat, und in der Urteilsbegründung festhielt, selbst bei rechtzeitiger Eingabe wäre darauf nicht einzutreten, da die Nichtigkeitsklage den Begründungsanforderungen von Art. 229 der Zivilprozessordnung des Kantons Wallis vom 24. März 1998 (ZPO; sGS/VS 270.1) nicht genüge, und sie im Übrigen hätte abgewiesen werden müssen, falls auf sie hätte eingetreten werden können;
dass die Beschwerdeführerin beim Bundesgericht mit mehreren Eingaben vom 1. Dezember 2009 (Postaufgabe 9. Dezember 2009) Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts einreichte und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nachsuchte;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid dargelegt werden muss, welche Rechte der Beschwerdeführerin durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);
dass die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe das Urteil des Bezirksgerichts mit ihrer Eingabe vom 16. Oktober 2009 rechtzeitig angefochten, wobei die spätere Eingabe vom 27./28. Oktober 2009 dieselbe gewesen sei, weshalb es nicht angehe, diese als verspätet zu erachten;
dass die Beschwerdeführerin zwar eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung rügt, aber lediglich behauptet, mit der ersten Eingabe den Entscheid des Bezirksgerichts angefochten zu haben und nicht rechtsgenügend darlegt, inwiefern die Feststellung des Kantonsgerichts, es habe sich dabei um eine Zivil- oder Strafklage gegen den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin gehandelt, offensichtlich unrichtig sein soll;
dass die Beschwerdeführerin im Übrigen verschiedene Artikel der ZPO/VS sowie des Bundesgesetzesrechts erwähnt, jedoch nicht rechtsgenügend aufzeigt, inwiefern das Urteil des Kantonsgerichts gegen die angerufenen Bestimmungen verstossen haben soll;
dass die Beschwerde demnach insgesamt den Begründungsanforderungen nicht genügt, weshalb darauf nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG), womit das Gesuch um Befreiung von diesen Kosten gegenstandslos wird;
dass der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zusteht, da ihr durch das bundesgerichtliche Verfahren kein Aufwand entstanden ist;
dass das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands wird abgewiesen.

2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, Kassationsbehörde, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Februar 2010
Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Klett Feldmann

Keywords

non-entryreasoned appealconstitutional complaintlegal aidcourt costsmanifestly insufficient reasoning

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the constitutional complaint met the statutory reasoning requirements.

Extracted holding

No. The complaint did not sufficiently show which constitutional rights were violated or why the cantonal court's factual findings were manifestly incorrect.

Extracted reasoning

The appellant mainly repeated her own view of the facts and did not specifically address the contested finding that her first submission concerned civil or criminal claims against the respondent's lawyer. General references to various procedural provisions were also insufficient.

Key legal question

Whether legal aid and appointment of counsel should be granted.

Extracted holding

No, because the complaint had no prospect of success.

Extracted reasoning

Since the appeal was manifestly insufficiently reasoned and therefore inadmissible, the request for appointed counsel had to be denied for lack of prospects.

Key legal question

Whether court costs should be charged.

Extracted holding

No court costs were imposed in the circumstances.

Extracted reasoning

The Federal Supreme Court exercised its discretion to waive court costs.

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