Subsidiary constitutional complaint inadmissible for insufficient reasoning

4D_127/2010Federal Supreme Court / Civil Division IJan 3, 2011Inadmissible

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Federal Supreme Court treated the appellant’s filing as a subsidiary constitutional complaint because an ordinary civil appeal was not available due to the insufficient amount in dispute and the absence of a fundamental legal question. It then held that the appellant’s letters failed to satisfy the statutory reasoning requirements for constitutional complaints, since no concrete constitutional rights violation was properly substantiated with reference to the cantonal decision. The Court therefore did not enter into the complaint and waived judicial costs.

Omnilex headnote

Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 74 Abs. 2 lit. a, Art. 108 Abs. 1 lit. b, Art. 113 ff., Art. 116, Art. 117 BGG; subsidiäre Verfassungsbeschwerde und Begründungsanforderungen. Ist die Beschwerde in Zivilsachen mangels Erreichens der Streitwertgrenze und fehlender Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung unzulässig, ist die Eingabe als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu behandeln. Diese kann einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte rügen; die Beschwerdeschrift muss die angerufenen Rechte bezeichnen und anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids substantiiert darlegen, inwiefern sie verletzt worden sein sollen. Fehlt eine solche hinreichende Begründung, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (consid. 1).

Full text

{T 0/2}
4D_127/2010

Urteil vom 3. Januar 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ AG,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kostenvorschuss,

Verfassungsbeschwerde gegen die Verfügung des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 26. November 2010.
In Erwägung,
dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Steckborn mit Entscheid vom 24. Juni 2010 eine Klage der Beschwerdegegnerin gegen den Beschwerdeführer schützte, mit dem sie von diesem die Bezahlung von Fr. 4'115.35 nebst Zins verlangt hatte;

dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid mit Berufung beim Obergericht des Kantons Thurgau anfocht;

dass der Beschwerdeführer vom Obergericht mit Verfügung vom 26. November 2010 aufgefordert wurde, bis zum 13. Dezember 2010 für das Berufungsverfahren einen Kostenvorschuss von Fr. 900.-- zu leisten;

dass der Beschwerdeführer dem Obergericht im Zusammenhang mit dieser Verfügung eine Eingabe vom 29. November 2010 einreichte, worauf ihm das Obergericht mit Schreiben vom 30. November 2010 mitteilte, diese Eingabe sei unbeachtlich und die Kostenvorschussverfügung bleibe aufrecht;

dass der Beschwerdeführer dem Bundesgericht am 29. November, 1., 2. und 9. Dezember 2010 je ein Schreiben einreichte;

dass aus diesen Schreiben abgeleitet werden kann, dass der Beschwerdeführer die Verfügung des Obergerichts vom 26. November 2010 beim Bundesgericht anfechten will;

dass eine Beschwerde in Zivilsachen im vorliegenden Fall nicht zulässig ist, weil der erforderliche Streitwert von Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) nicht erreicht wird und sich keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne vom Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG stellt;

dass die Eingaben des Beschwerdeführers unter diesen Umständen als subsidiäre Verfassungsbeschwerde im Sinne von Art. 113 ff. BGG zu behandeln sind;

dass mit einer solchen Beschwerde ausschliesslich die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden kann (Art. 116 BGG);

dass in der Beschwerdeschrift dargelegt werden muss, welche verfassungsmässigen Rechte durch das kantonale Gericht verletzt worden sind, und solche Rügen unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides zu begründen sind (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 117 BGG);

dass die Eingaben des Beschwerdeführers vom 29. November, 1., 2. und 9. Dezember 2010 diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügen, weshalb auf die Beschwerde mangels hinreichender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);

dass unter den gegebenen Umständen auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Januar 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Klett Huguenin

Keywords

cost advanceinadmissibilityconstitutional complaintreasoning requirementcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the filing could be treated as a civil-law appeal or only as a subsidiary constitutional complaint.

Extracted holding

A civil-law appeal was unavailable because the value in dispute did not reach CHF 30,000 and no legal question of fundamental importance arose; the filing was therefore treated as a subsidiary constitutional complaint.

Extracted reasoning

The statutory requirements for the ordinary civil appeal were not met, so only the constitutional complaint route remained open.

Key legal question

Whether the constitutional complaint was sufficiently reasoned.

Extracted holding

No. The filings did not adequately identify which constitutional rights were violated or substantiate such claims by reference to the challenged decision.

Extracted reasoning

Under the Federal Supreme Court Act, constitutional complaints may raise only constitutional rights and must be specifically argued; the appellant's letters failed to meet that standard.

Key legal question

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Extracted holding

No court costs were imposed.

Extracted reasoning

Given the circumstances, the court waived the levying of judicial costs.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.