Non-entry on appeal for insufficient reasoning in employment case

4A_285/2014Federal Supreme Court / Civil Division IJun 19, 2014Inadmissible

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Omnilex summary

The employee challenged a cantonal employment judgment before the Federal Supreme Court, claiming damages and compensation for failure to issue a work certificate. The court held that the filing did not satisfy the federal reasoning requirements because it did not address the cantonal court's grounds and therefore entered no judgment on the merits. The request for free legal aid and counsel was rejected as the appeal was hopeless. No court costs were imposed.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; formal requirements of a federal appeal. A pleading must contain specific requests and a reasoned challenge to the contested decision; it must engage with the decisive considerations of the lower court. A submission that merely reiterates the party's own position without addressing the appealed reasoning is manifestly insufficiently reasoned and results in non-entry in simplified procedure. Art. 64 Abs. 1 BGG: legal aid is refused where the appeal lacks prospects of success. Art. 66 Abs. 1 BGG permits waiver of court costs in the circumstances.

Full text

{T 0/2}

4A_285/2014

Urteil vom 19. Juni 2014

I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Huguenin.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

B.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus Zwicky,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitsvertrag,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 14. April 2014.

In Erwägung,
dass das Arbeitsgericht des Kantons Luzern die Beschwerdegegnerin mit Urteil vom 22. Oktober 2013 verpflichtete, dem Beschwerdeführer einen Betrag von Fr. 289.-- netto zu bezahlen und ihm ein Arbeitszeugnis auszustellen, während die weitergehenden Forderungen abgewiesen wurden;
dass das Kantonsgericht Luzern mit Entscheid vom 14. April 2014 auf die Berufung des Beschwerdeführers gegen das Urteil des Arbeitsgerichtes nicht eintrat;
dass das Kantonsgericht den Antrag auf Entschädigung wegen Nichtausstellung des Arbeitszeugnisses nicht behandelte, weil er erstmals vor Kantonsgericht gestellt worden war;
dass es auf die übrigen Berufungsanträge mangels Bezifferung nicht eintrat;
dass der Beschwerdeführer gegen den am 22. April 2014 versandten Entscheid des Kantonsgerichts Luzern am 12. Mai 2014 einen Rekurs und innert der Beschwerdefrist am 17. Mai eine ergänzende, als "Klage vor dem Bundesgericht" bezeichnete Eingabe eingereicht hat;
dass der Beschwerdeführer "Antrag auf Beschlussaufhebung der Vorinstanzen auf Grund der Rekursbegründung bei diesem Gericht" stellt und vorbringt, es stehe ihm eine Forderungssumme von insgesamt Fr. 18'841.-- zu, weil ihm zur Unzeit gekündigt worden und ihm wegen Nichtausstellens des Arbeitszeugnisses ein Schaden entstanden sei wie in der Rekursschrift an das Kantonsgericht festgehalten;
dass er mit separater Eingabe um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Rechtsbeistand ersuchte;
dass Rechtsschriften an das Bundesgericht die Begehren und deren Begründung enthalten müssen, wobei in der Begründung in gedrängter Form dargelegt werden muss, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG);
dass auf Rechtsschriften nicht eingetreten werden kann, die sich mit der Begründung des angefochtenen Entscheides nicht auseinandersetzen;
dass die Eingaben des Beschwerdeführers diesen Anforderungen offensichtlich nicht genügen;
dass daher im Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;
dass aufgrund der Umstände auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG), womit das Gesuch um Befreiung von solchen Kosten gegenstandslos wird;
dass das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG);

erkennt die Präsidentin:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.

3.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Juni 2014

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Huguenin

Keywords

employment contractadmissibilityreasoned appealnon-entrylegal aidcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal appeal met the formal reasoning requirements of Art. 42 BGG

Extracted holding

The submissions did not engage with the cantonal court's reasoning and were therefore manifestly insufficiently reasoned.

Extracted reasoning

A federal pleading must contain requests and reasons showing, in concise form, how the challenged decision violates the law; pleadings that do not address the appealed reasoning are inadmissible.

Key legal question

Whether the appellant was entitled to free legal aid and counsel

Extracted holding

The request for appointed counsel was denied because the appeal had no prospect of success.

Extracted reasoning

Under Art. 64 BGG, legal aid requires non-frivolous prospects; since the appeal was inadmissible, that condition was not met.

Key legal question

Whether court costs should be charged

Extracted holding

No court costs were imposed in view of the circumstances.

Extracted reasoning

The court waived costs under Art. 66 BGG.

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