Appeal against recusal request becomes moot after vacating apartment

4A_28/2012Federal Supreme Court / Civil Division IMar 19, 2012Other

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Federal Supreme Court dealt with an appeal against the rejection of a recusal request in an eviction-related case. After the appellant moved out of the apartment, the recusal issue lost its practical interest and the proceedings were struck off in that respect. As to the requested compensation for the cantonal proceedings, the complaint was not sufficiently reasoned and the Court did not enter into it. No court costs were imposed, no party compensation was granted, and the requests for legal aid and suspensive effect became moot.

Omnilex headnote

Art. 32 Abs. 2 BGG; Art. 42 Abs. 1 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 66, 68 BGG; mootness and admissibility of the complaint: if the appellant's practical interest in the review of a recusal decision falls away after the appeal is filed, the proceedings are to be struck off to that extent. A federal complaint must, by reference to the reasons of the challenged decision, substantiate which rights were violated; mere allegations of arbitrariness are insufficient. Requests ancillary to the merits, such as suspensive effect and legal aid, become devoid of purpose once the case is struck off or the Court does not enter into the complaint. As a rule, no party compensation is awarded to an unrepresented litigant.

Full text

{T 0/2}
4A_28/2012

Verfügung und Urteil
vom 19. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
H.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kreisgerichtspräsident St. Gallen,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ausstandsbegehren,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts
St. Gallen, Einzelrichter im Obligationenrecht,
vom 19. Dezember 2011.
Die Präsidentin hat in Erwägung,
dass der Beschwerdeführer im von G.________ eingeleiteten Verfahren betreffend Ausweisung des Beschwerdeführers aus der Wohnung an der X.________gasse in Y.________ mit Eingabe vom 3. November 2011 den Ausstand der Einzelrichterin Bellina Borer-Benz beantragte;
dass der Kreisgerichtspräsident das Ausstandsgesuch mit Entscheid vom 14. November 2011 abwies;
dass der Einzelrichter des Kantonsgerichts St. Gallen eine vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde am 19. Dezember 2011 abwies;
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid des Kantonsgerichts mit Eingabe vom 17. Januar 2012 beim Bundesgericht Beschwerde erhob und gleichzeitig die Gesuche stellte, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren;
dass der Beschwerdeführer am 22. Januar 2012 auf Aufforderung hin Unterlagen zum Beleg seiner Bedürftigkeit einreichte;
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 7. März 2012 mitteilte, er habe die Wohnung an der X.________gasse am 29. Februar 2012 verlassen;
dass damit das Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der beim Bundesgericht eingereichten Beschwerde nachträglich dahingefallen ist, soweit sie sich gegen die Ablehnung des Ausstandsgesuches richtet, und die Beschwerde insoweit im Verfahren nach Art. 32 Abs. 2 BGG abzuschreiben ist;
dass in einer Beschwerde an das Bundesgericht unter Bezugnahme auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides dargelegt werden muss, welche Rechte der beschwerdeführenden Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 1 BGG), wobei eine allfällige Verletzung der bundesrechtlichen Verfassungsrechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG);

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde beantragt, es sei eine Entschädigung zuzusprechen für das Verfahren beim Kantonsgericht, resp. es sei die Vorinstanz anzuweisen über eine Entschädigung zu befinden;
dass er insoweit bloss vorbringt, er betrachte das Urteil der Vorinstanz als rechtsmissbräuchlich und willkürlich, womit er den genannten Anforderungen an die Begründung seiner Beschwerde offensichtlich nicht genügt;
dass daher insoweit auf die Beschwerde mangels rechtsgenügender Begründung nicht einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG);
dass auf die Auferlegung von Gerichtskosten zu verzichten ist (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG und Art. 66 Abs. 4 BGG);
dass dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer praxisgemäss von vornherein keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 BGG);
dass damit das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren gegenstandslos ist;
dass auch das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung mit der Abschreibung des Verfahrens bzw. mit dem Entscheid in der Sache selbst gegenstandslos wird;

erkannt:

1.
Das Verfahren wird abgeschrieben, soweit es die Abweisung des Ausstandsgesuchs gegen Einzelrichterin Bellina Borer-Benz zum Gegenstand hat.

Im Mehrumfang wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Einzelrichter im Obligationenrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer

Keywords

recusalmootnessadmissibilityreasoning requirementparty compensationlegal aidsuspensive effectcourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the rejection of the recusal request remained justiciable after the appellant left the apartment.

Extracted holding

The appeal was struck from the roll insofar as it challenged the rejection of the recusal request because the legal interest in review had subsequently fallen away.

Extracted reasoning

Once the appellant had vacated the apartment, no current practical interest remained in deciding the recusal issue.

Key legal question

Whether the complaint regarding compensation for the cantonal proceedings was admissible and sufficiently reasoned.

Extracted holding

The Federal Supreme Court declined to enter into this part of the complaint because the appellant did not adequately explain which constitutional or federal rights had been violated.

Extracted reasoning

A federal complaint must identify and substantiate the alleged violations; mere assertions of arbitrariness and abuse of rights do not satisfy the reasoning requirement.

Key legal question

Whether court costs, party compensation, legal aid, and suspensive effect should be granted in the federal proceedings.

Extracted holding

No court costs were imposed, no party compensation was awarded, and the requests for legal aid and suspensive effect became moot.

Extracted reasoning

Because the case was partly struck out and otherwise not entered into, the ancillary requests no longer required a separate ruling; no costs were charged and a self-represented litigant receives no party compensation as a rule.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.