Inadmissibility of constitutional complaint against fee waiver refusal

2D_60/2008Federal Supreme Court / Public Law Division IIJun 11, 2008Dismissed

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Omnilex summary

X. challenged the Thurgau authorities' refusal to waive procedural and court fees. The Federal Supreme Court held that the filing could only be examined as a subsidiary constitutional complaint because the ordinary public-law appeal was excluded in such disputes. The complaint was then found insufficiently reasoned, since it did not invoke or substantiate any violation of constitutional rights and did not address the cantonal court's interpretation of cantonal fee-waiver provisions. The Court therefore did not enter into the matter and imposed CHF 200 in court costs on the complainant.

Omnilex headnote

Art. 83 lit. m, Art. 116, Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility and substantiation requirements of the subsidiary constitutional complaint in fee-remission disputes. Where the public-law appeal is excluded because the case concerns remission or deferral of fees, a filing can be examined only as a subsidiary constitutional complaint. Such a remedy allows review solely of violations of constitutional rights, which must be specifically invoked and substantiated; a mere criticism of the application or interpretation of cantonal law is insufficient. If the complaint lacks any constitutional reasoning, the Court may decline to enter in simplified procedure. Costs follow the procedural outcome and are charged to the unsuccessful party (consid. 1-2).

Full text

{T 0/2}
2D_60/2008/ble

Urteil vom 11. Juni 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau.

Gegenstand
Erlass von Verwaltungsgebühren und Gerichtskosten,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau
vom 30. April 2008.

Erwägungen:

1.
Das Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau trat am 31. Oktober 2007 auf eine Beschwerde von X.________ nicht ein und auferlegte ihm eine Verfahrensgebühr von Fr. 300.--. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau am 19. Dezember 2007 ab, wobei es ebenfalls eine Verfahrensgebühr von Fr. 300.-- festlegte. In der Folge ersuchte X.________ um Erlass der vorerwähnten Verfahrensgebühren. Das Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau wies das Erlassgesuch am 18. Februar 2008 ab, wobei es keine Kosten erhob; die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau unter Verzicht auf die Erhebung einer Verfahrensgebühr am 30. April 2008 ab.
Mit Schreiben vom 6. Juni (Postaufgabe 7. Juni) 2008 beschwert sich X.________ beim Bundesgericht über den Entscheid des Verwaltungsgerichts. Die Eingabe kann einzig als subsidiäre Verfassungsbeschwerde betrachtet werden, da die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten in diesem die Stundung oder den Erlass einer Gebühr betreffenden Rechtsstreit unzulässig ist (vgl. Art. 83 lit. m BGG). Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde kann gemäss Art. 116 BGG bloss die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden. Dabei ist in der Beschwerdeschrift darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sein sollen (Art. 42 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG).
Das Verwaltungsgericht stützt seinen Entscheid auf § 7 der Verordnungen des Thurgauer Grossen Rates vom 16. Dezember 1992 über die Gebühren der kantonalen Verwaltungsbehörden sowie auf § 5 der grossrätlichen Verordnung vom 13. Mai 1992 über die Gebühren der Strafuntersuchungs- und Gerichtsgebühren. Nach beiden Bestimmungen kann das Departement für Finanzen und Soziales rechtskräftig festgesetzte Gebühren erlassen oder stunden, wenn ihre Bezahlung für den Schuldner unmöglich ist oder eine grosse Härte bedeuten würde. Das Verwaltungsgericht legt diese Bestimmungen so aus, dass ein Erlass von Gebühren unter anderem nur unter der Voraussetzung zu gewähren sei, dass der Schuldner nach dem Erlass schuldenfrei dastehe. Auf diese Interpretation des kantonalen Rechts geht der Beschwerdeführer mit keinem Wort ein; insbesondere nennt er kein verfassungsmässiges Recht, das durch diese Regelanwendung verletzt worden sein könnte.
Die Beschwerde enthält mithin offensichtlich keine hinreichende Begründung, und es ist darauf im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG).
Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie dem Departement für Finanzen und Soziales und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Juni 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Feller

Keywords

constitutional complaintfee waiveradmissibilitysubstantiationcourt costsnon-entry

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the submission could be treated as a subsidiary constitutional complaint rather than an inadmissible appeal in public law matters.

Extracted holding

It was treated only as a subsidiary constitutional complaint because the ordinary public-law appeal is unavailable in fee-waiver disputes.

Extracted reasoning

The dispute concerned remission or deferral of a fee, which falls under the statutory exclusion from the public-law appeal route.

Key legal question

Whether the complaint met the substantiation requirements for a subsidiary constitutional complaint.

Extracted holding

No. The filing did not identify any constitutional right or explain how the cantonal decision violated such a right.

Extracted reasoning

Under the constitutional complaint procedure, only violations of constitutional rights may be raised and must be specifically argued; the applicant failed to address the cantonal court's interpretation of cantonal law.

Key legal question

Who bears the federal court costs.

Extracted holding

The applicant must bear the costs.

Extracted reasoning

Costs follow the procedural outcome of non-entry.

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