Late appeal against interim order; no entry

2C_77/2010Federal Supreme Court / Public Law Division IIFeb 1, 2010Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

X. appealed to the Federal Supreme Court against a Federal Administrative Court interim order concerning the closure of an ETH Zurich research-misconduct investigation and the partial suspensive effect / precautionary measures regarding publication of the investigation report. The Supreme Court held that the appeal period had expired on 22 January 2010 because the year-end suspension period did not apply to proceedings about suspensive effect and provisional measures. The appeal of 28 January 2010 was therefore late and manifestly inadmissible. The court did not enter into the matter in simplified procedure and imposed court costs of CHF 500 on X.

Omnilex headnote

Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 46 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; Fristenlauf bei Beschwerden gegen Zwischenentscheide über aufschiebende Wirkung und vorsorgliche Massnahmen. Die 30-tägige Beschwerdefrist beginnt mit der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung zu laufen; der Fristenstillstand über Weihnachten gilt für Verfahren betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen nicht. Eine nach Ablauf der Frist erhobene Beschwerde ist offensichtlich unzulässig und es ist im vereinfachten Verfahren nicht darauf einzutreten. Die Kostenfolge richtet sich nach Art. 65 und Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG.

Full text

{T 0/2}
2C_77/2010

Urteil vom 1. Februar 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Prof. Dr. Isabelle Häner,

gegen

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Tomas Poledna,

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Ivo Schwander.

Gegenstand
Einstellung des Untersuchungsverfahrens bezüglich Verdacht auf Fehlverhalten in der Forschung; aufschiebende Wirkung, vorsorgliche Massnahme,

Beschwerde gegen die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I, vom 21. Dezember 2009.

Nach Einsicht
in die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Dezember 2009 im Verfahren A-6805/2009 (Beschwerde von X.________ gegen den Beschluss der Schulleitung der ETH Zürich vom 29. September 2009, das Untersuchungsverfahren betreffend Verdachts auf Fehlverhalten in der Forschung einzustellen), womit über die bloss teilweise Gewährung der aufschiebenden Wirkung bzw. über vorsorgliche Massnahmen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts vom 15. Juli 2009 zum erwähnten Untersuchungsverfahren befunden wurde,
in die gegen diese Zwischenverfügung erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten von X.________ vom 28. Januar 2010,

in Erwägung,
dass die Beschwerde gegen einen Entscheid innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht einzureichen ist (Art. 100 Abs. 1 BGG),
dass gesetzlich oder richterlich nach Tagen bestimmte Fristen vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar stillstehen (Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG), wobei diese Vorschrift unter anderem in Verfahren betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen nicht gilt (Art. 46 Abs. 2 BGG),
dass die angefochtene Zwischenverfügung der Vertreterin des Beschwerdeführers nach deren Bekunden am 23. Dezember 2010 eröffnet wurde, die Frist mithin am 24. Dezember 2009 zu laufen begann und, da die Friststillstandsregel von Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG angesichts des Gegenstands der Zwischenverfügung nicht greift, am 22. Januar 2010 endete (Art. 44 Abs. 1 und 45 Abs. 1 BGG),
dass die Beschwerde verspätet erhoben und offensichtlich unzulässig ist (vgl. Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG), weshalb im vereinfachten Verfahren darauf nicht einzutreten ist,
dass mit diesem Urteil die in der Beschwerde gestellten verfahrensrechtlichen Anträge gegenstandslos werden,

dass die Gerichtskosten (Art. 65 BGG), dem Verfahrensausgang entsprechend, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG),

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Februar 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Keywords

appeal deadlineinterim ordersuspensive effectprovisional measuresinadmissibilitysimplified procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the public-law appeal was filed within the statutory deadline against the interim order.

Extracted holding

The appeal was filed late because the deadline ran without a statutory suspension period and expired on 22 January 2010.

Extracted reasoning

The court held that the 30-day appeal period under Art. 100 para. 1 BGG applied, the Christmas freeze under Art. 46 para. 1 lit. c BGG did not apply to proceedings concerning suspensive effect and other provisional measures, and the appeal therefore missed the deadline.

Key legal question

Whether the court could enter into the appeal in simplified procedure.

Extracted holding

Because the appeal was manifestly inadmissible, the court did not enter into the matter in simplified procedure.

Extracted reasoning

An untimely appeal is manifestly inadmissible within the meaning of Art. 108 para. 1 lit. a BGG.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.