No entitlement to residence permit after separation

2C_607/2009Federal Supreme Court / Public Law Division IISep 22, 2009Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the Turkish appellant had no enforceable right to renewal of his residence permit or to a settlement permit after the definitive end of cohabitation with his wife. The case remained governed by the former ANAG under the transitional rule of Art. 126 AuG, but Art. 17(2) ANAG no longer helped because the spouses no longer lived together and the five-year period was not met. The public-law appeal was therefore manifestly inadmissible, the subsidiary constitutional complaint could not be heard, legal aid was refused as hopeless, and court costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG; admissibility of the public-law appeal in foreigner-law matters requires an enforceable entitlement to the permit. Where the transitional rule of Art. 126 Abs. 1 AuG preserves the former law, Art. 17 Abs. 2 ANAG confers a right to extension of the residence permit only so long as the spouses live together, and a right to settlement only after five years of orderly and uninterrupted stay in the matrimonial relationship. If neither condition is met, no appeal in public law lies. A subsidiary constitutional complaint is unavailable absent substantiated constitutional grievances and, in any event, lacks standing beyond protected legal interests (Art. 115 lit. b BGG). Legal aid is denied where the proceeding is manifestly hopeless (Art. 64 BGG).

Full text

{T 0/2}
2C_607/2009

Urteil vom 22. September 2009
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Migration des Kantons Luzern, 6002 Luzern.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern vom 12. August 2009.

Erwägungen:

1.
X.________, geb. 1980, türkischer Staatsangehöriger, reiste am 22. September 2003 in die Schweiz ein und heiratete gleichentags eine in der Schweiz niedergelassene Frau. Er erhielt gestützt auf Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) vorerst im Kanton Zürich eine Aufenthaltsbewilligung. Eine solche wurde ihm in der Folge im Kanton Luzern erteilt, mit Gültigkeit bis zum 25. Januar 2006. Nachdem die Eheleute schon zuvor nur zeitweise zusammengelebt hatten, wurde die Wohngemeinschaft Ende 2007 definitiv aufgegeben. Die Ehe wurde im Sommer 2009 geschieden.
Am 12. November 2008 lehnte das Amt für Migration des Kantons Luzern die Gesuche von X.________ um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab. Das Verwaltungsgericht wies die gegen die Verfügung des Amtes für Migration erhobene Beschwerde am 12. August 2009 ab.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 16. September 2009 beantragt X.________ dem Bundesgericht im Wesentlichen, das Urteil des Verwaltungsgerichts aufzuheben und ihm die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
2.1 Gemäss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausländerrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt. Ob ein solcher Anspruch besteht, beurteilt sich vorliegend, entgegen der vom Beschwerdeführer geäusserten Ansicht, noch nach dem ANAG. Dies ergibt sich aus Art. 126 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20), wonach auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes (1. Januar 2008) eingereicht worden sind, das bisherige Recht anwendbar bleibt. Da die letzte Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers bis zum 25. Januar 2006 befristet war, geht es um ein Gesuch um Verlängerung der Bewilligung ab 26. Januar 2006.
Gemäss Art. 17 Abs. 2 ANAG hat der Ehegatte des Ausländers mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen (Satz 1). Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat der Ehegatte ebenfalls Anspruch auf Niederlassungsbewilligung (Satz 2). Da die Wohngemeinschaft Ende 2007 definitiv aufgegeben worden ist und, selbst wenn Unterbrüche des Zusammenlebens nicht berücksichtigt würden, keine fünf Jahre gedauert hat, kann sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 17 Abs. 2 ANAG berufen. Eine andere gesetzliche oder staatsvertragliche Norm, die ihm einen Bewilligungsanspruch verleihen würde, vermag er nicht zu nennen; was namentlich Art. 8 EMRK betrifft, kann auf E. 3d des angefochtenen Urteils verwiesen werden.
Mangels Bewilligungsanspruchs erweist sich die vorliegende Beschwerde gestützt auf Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG als offensichtlich unzulässig (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG). Als subsidiäre Verfassungsbeschwerde kann sie schon darum nicht entgegengenommen werden, weil der Beschwerdeführer es unterlässt, die Verletzung verfassungsmässiger Rechte substantiiert zu rügen (Art. 116 in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 BGG); ohnehin fehlte dem Beschwerdeführer weitgehend die Legitimation zu diesem Rechtsmittel (Art. 115 lit. b BGG; vgl. dazu BGE 133 I 185).

2.2 Auf die Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten. Mit diesem Urteil wird das im Hinblick auf die mit dem angefochtenen Urteil verbundene Ausreiseverpflichtung gestellte Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

2.3 Dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege kann schon darum nicht entsprochen werden, weil die Beschwerde sich als von vornherein aussichtslos erwies (Art. 64 BGG). Damit sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG), dem Verfahrensausgang entsprechend, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amt für Migration und dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. September 2009

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Keywords

residence permitsettlement permitfamily reunificationinadmissibilitylegal aidstandingconstitutional complaintcosts

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint in public law matters was admissible despite the absence of a statutory or treaty-based entitlement to a residence permit.

Extracted holding

No admissible remedy existed because the applicant had no enforceable right to the permit under former ANAG or any treaty provision.

Extracted reasoning

Under Art. 126 AuG the former law applied. Art. 17(2) ANAG gave a right only while spouses lived together and for settlement after five uninterrupted years, neither condition being met after the definitive separation and insufficient duration of cohabitation.

Key legal question

Whether the subsidiary constitutional complaint could be entertained.

Extracted holding

No, because constitutional grievances were not sufficiently substantiated and standing was largely lacking.

Extracted reasoning

The appellant failed to raise specific constitutional arguments as required by the Federal Supreme Court Act; in addition, standing under Art. 115 lit. b BGG was mostly absent.

Key legal question

Whether legal aid should be granted.

Extracted holding

No, because the appeal was hopeless from the outset.

Extracted reasoning

An application for legal aid must be refused where the underlying appeal has no prospects of success.

Key legal question

Who bears the court costs.

Extracted holding

Costs were imposed on the appellant.

Extracted reasoning

Costs follow the outcome of the proceedings.

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