Non-entry for insufficient appeal against procedural order

2C_474/2009Federal Supreme Court / Public Law Division IISep 22, 2009Dismissed

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Omnilex summary

X________ and Y________ challenged a cantonal procedural order in a family reunification/immigration matter after the cantonal court later issued a final non-entry judgment because the cost advance was not paid on time. The Federal Supreme Court held that only the procedural order was expressly attacked, while the later final judgment was not; once that judgment became final, no protectable interest remained in contesting the earlier order. The filing also lacked adequate reasoning under the Federal Supreme Court Act, and no corrected submission was filed in time. The appeal was not entered into, and costs of CHF 200 were charged to the appellants jointly and severally.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; inadmissibility of an appeal for lack of substantiated reasoning and absence of a current legal interest after an unchallenged final cantonal judgment has become final. A complaint must clearly address the contested act and contain a legally sufficient substantiation; submissions filed before the challenged final judgment cannot serve as an appeal against that later decision. Where the final judgment is not attacked, the appellant generally lacks standing to continue challenging an earlier procedural order. In such a situation, the Federal Supreme Court may refuse entry in the simplified procedure (consid. 2).

Full text

{T 0/2}
2C_474/2009

Urteil vom 22. September 2009
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Müller, Präsident,
Gerichtsschreiber Feller.

  1. Parteien
    X.________,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführer,

gegen

Departement des Innern des Kantons Solothurn,
Amt für öffentliche Sicherheit (Ausländerfragen), 4509 Solothurn.

Gegenstand
Familiennachzug,

Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 18. Juni 2009.

Erwägungen:

1.
Das Departement des Innern, Amt für öffentliche Sicherheit (Ausländerfragen), des Kantons Solothurn lehnte es mit Verfügung vom 3. April 2008 ab, die Aufenthaltsbewilligung des mit der Schweizer Bürgerin Y.________ verheirateten algerischen Staatsangehörigen X.________ (geb. 1975) zu verlängern. Die Bewilligungsverweigerung wurde mit dem Urteil des Bundesgerichts 2C_672/2008 vom 9. April 2009 rechtskräftig. Ein in der Folge neu gestelltes Gesuch um Familiennachzug bzw. Bewilligung des Aufenthalts für X.________ wies das Departement des Innern des Kantons Solothurn mit Verfügung vom 18. Mai 2009 ab. Y.________ focht diese Verfügung beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn an. Dessen Vizepräsident erliess am 18. Juni 2009 eine Verfügung, womit er unter anderem ein (zweites) Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abwies, einem Gesuch um ratenweise Bezahlung des Kostenvorschusses entsprach (drei Raten à Fr. 300.-- per 30. Juni, 31. Juli und 31. August 2009 mit Androhung des Nichteintretens bei nicht fristgerechter Bezahlung einer Rate) und die Gesuche um Bewilligung der Arbeitsaufnahme sowie um Gewährung der aufschiebenden Wirkung über den 23. Juni 2009 hinaus abwies. Mit Urteil vom 14. Juli 2009 trat das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde nicht ein, weil bereits die erste Rate des Kostenvorschusses nicht fristgerecht und bloss teilweise bezahlt worden war.
Am 3. Juli 2009 (Postaufgabe) gelangten X.________ und Y.________, unter Bezugnahme auf die Verfügung des Verwaltungsgerichts vom 18. Juni 2009, mit zwei vom 28. Juni 2009 datierten Schreiben je gleichen Inhalts (einmal deutsch, einmal französisch) ans Bundesgericht, worin sie sich zur ausländerrechtlichen Situation von X.________ äusserten. Mit Schreiben des Präsidenten der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung vom 30. Juli 2009 wurden sie über die bei der Beschwerdeerhebung zu beachtenden Modalitäten belehrt und darüber ins Bild gesetzt, dass die Beschwerdefrist noch laufe. Am 4. August 2009 reichten die Beschwerdeführer ein ergänzendes Schreiben mit drei Beilagen ein. Ein weiteres Dokument (Kursbestätigung Deutsch für X.________) ging am 11. August 2009 beim Bundesgericht ein.

2.
Ausdrücklich erwähnt wird von den Beschwerdeführern nur die verfahrensleitende Verfügung des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 18. Juni 2009. Mithin bildet nur dieser behördliche Akt Anfechtungsgegenstand, nicht aber das Urteil vom 14. Juli 2009, womit das Verwaltungsgericht einen Nichteintretens- und damit einen Endentscheid gefällt hat. Ohnehin sind die zwei hauptsächlichen Eingaben der Beschwerdeführer vom 28. Juni 2009 vor der Fällung des Urteils vom 14. Juli 2009 erfolgt und können schon darum nicht als Beschwerde gegen das Endurteil betrachtet werden. Ist dieses nicht angefochten worden und mithin rechtskräftig geworden, ist nicht ersichtlich, inwiefern ein Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung der prozessleitenden Verfügung vom 18. Juni 2009 (fort-)besteht. Im Übrigen fehlte es diesbezüglich an einer sachbezogenen, den Formanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG genügenden Beschwerdebegründung. Innert der mittlerweile abgelaufenen Beschwerdefrist ist, trotz entsprechender Belehrung, keine - verbesserte - Rechtsschrift nachgereicht worden.
Auf die in jeder Hinsicht einer hinreichenden Begründung entbehrende Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG) ist im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) den Beschwerdeführern zu gleichen Teilen unter solidarischer Haftung aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 5 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden den Beschwerdeführern je zur Hälfte unter solidarischer Haftung auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Beschwerdeführern, dem Departement des Innern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. September 2009

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Müller Feller

Keywords

family reunificationinadmissibilitylegal interestcost advancesufficient reasoningprocedural ordernon-entrycourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal against the cantonal procedural order was admissible despite the later final non-entry judgment and lack of reasoning

Extracted holding

The appeal was inadmissible because only the procedural order was expressly challenged, the later final judgment was not appealed, no continuing legal interest was shown, and the filing lacked a sufficient reasoned complaint.

Extracted reasoning

The two main submissions predated the cantonal final judgment and therefore could not attack it. Since that judgment became final, there was no apparent interest in challenging the earlier procedural order. The complaint also failed to satisfy the requirement of reasoned submissions under Art. 42(2) BGG, and no corrected brief was filed within the time limit.

Key legal question

Whether court costs should be imposed on the appellants

Extracted holding

Court costs of CHF 200 were imposed on the appellants jointly and severally, each bearing half.

Extracted reasoning

Costs followed the outcome of the proceedings.

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