Detention for risk of absconding upheld

2C_370/2007Federal Supreme Court / Public Law Division IIJul 24, 2007Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Supreme Court dismissed the detainee's complaint against cantonal removal detention. It held that the filing was manifestly unfounded and suitable for simplified handling. On the merits, the appellant had used a false identity, gave implausible statements about his origin, and had previously stayed illegally in France, which established a risk of absconding. The court also found that removal remained feasible within a foreseeable time and that the authorities were pursuing the matter diligently. No costs were imposed, and the cantonal authorities were asked to ensure the judgment was properly served and explained to the appellant.

Omnilex headnote

Art. 13b Abs. 1 lit. c, Art. 13b Abs. 3, Art. 13c Abs. 2 und Abs. 5 lit. a, Art. 13f ANAG; removal detention and risk of absconding. False identity statements, implausible explanations of origin and prior illegal stay in another European state may, in their cumulative effect, establish a concrete risk of absconding. Detention remains lawful where removal can still be organized within a foreseeable period and the authorities pursue the matter with the required diligence. A stated willingness to travel to a third state does not by itself eliminate the detention ground if no lawful departure route is shown and, in principle, only the home state is obliged to readmit the person. In simplified procedure under Art. 109 BGG, an obviously unfounded complaint may be dismissed without further examination of formal admissibility requirements.

Full text

{T 0/2}
2C_370/2007 /ble

Urteil vom 24. Juli 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Hungerbühler, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Wurzburger, Karlen,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Bereich Bevölkerungsdienste und Migration (als kantonale Fremdenpolizei), Spiegelgasse 6-12, 4001 Basel,
Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, Bäumleingasse 1, 4051 Basel.

Gegenstand
Ausschaffungshaft (Art. 13b ANAG),

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, vom 15. Juni 2007.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
X.________ (geb. 1990) stammt nach eigenen Angaben aus Palästina. Der Bereich Bevölkerungsdienste und Migration des Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt wies ihn am 14. Juni 2007 weg und ordnete die Ausschaffungshaft an. Die Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht am Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt prüfte und genehmigte diese tags darauf bis zum 12. September 2007. X.________ beantragt mit Schreiben vom 13. Juli 2007 (Postaufgabe: 18. Juli 2007) sinngemäss, er sei aus der Haft zu entlassen.
2.
2.1 Die Eingabe, die als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zu behandeln ist (vgl. Art. 132 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht, BGG; SR 173.110), erweist sich als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden; es braucht unter diesen Umständen nicht weiter geprüft zu werden, ob sie den Anforderungen von Art. 42 BGG genügt und rechtzeitig eingereicht worden ist (vgl. Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG; Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, in: Uebersax/ Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel/Genf/München 2002, Rz. 7.25):
2.2 Der Beschwerdeführer gab sich bei seiner polizeilichen Anhaltung als Y.________ (eine Person, die in Basel tatsächlich amtlich gemeldet ist und über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt) aus. Im Übrigen macht er unglaubwürdige Angaben zu seiner Herkunft: Er will aus Palästina stammen, obwohl das vom ihm gesprochene Arabisch auf eine Herkunft aus Marokko oder einem anderen Maghreb-Staat hindeutet. Schliesslich hat er sich nach seinen eigenen Aussagen bereits während Jahren illegal in Frankreich aufgehalten. Gestützt hierauf besteht bei ihm Untertauchensgefahr im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (SR 142.20) i.V.m. Art. 13f ANAG (vgl. BGE 130 II 377 E. 3.3.3, 56 E. 3.1 S. 58 f.).
2.3 Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen erfüllt sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass sich die Ausschaffung nicht in absehbarer Zeit organisieren liesse (Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; BGE 130 II 56 E. 4.1.3 mit Hinweisen) bzw. die Behörden sich nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen würden (vgl. Art. 13b Abs. 3 ANAG; BGE 124 II 49 ff.; 130 II 488 E. 4) -, verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht. Dem jugendlichen Alter des Beschwerdeführers ist im Rahmen des Haftvollzugs Rechnung zu tragen (Art. 13c Abs. 2 ANAG). Der Beschwerdeführer kann seine Haft verkürzen, indem er bei der Identitätsabklärung und der Papierbeschaffung mit den Behörden zusammenarbeitet.
2.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, sich freiwillig in einen Drittstaat zu begeben, sollte er entlassen werden, ist nicht ersichtlich, wie er dies legal tun könnte; grundsätzlich ist einzig sein Heimatstaat verpflichtet, ihn zurückzunehmen (BGE 130 II 56 E. 4.1.2 mit Hinweis). Für alles Weitere wird auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen (Art. 109 Abs. 3 BGG).
3.
3.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG); es rechtfertigt sich indessen, keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG).
3.2 Das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 109 BGG:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt und dem Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. Juli 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

immigration detentionrisk of abscondingfalse identitysimplified procedureremoval enforcementdiligence of authoritiescourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the complaint against immigration detention was admissible and could be decided in simplified procedure.

Extracted holding

The filing was to be treated as a public-law complaint and was manifestly unfounded, so it could be decided under the simplified procedure.

Extracted reasoning

The court considered the complaint obviously without merit and therefore unnecessary to examine in detail whether the formal requirements or deadline were met.

Key legal question

Whether the conditions for removal detention due to risk of absconding were met.

Extracted holding

Yes. The appellant's false identity, implausible origin, and illegal stay in France supported a concrete risk of absconding.

Extracted reasoning

These circumstances established flight risk under the case law on the relevant statutory provisions.

Key legal question

Whether the detention was otherwise unlawful because removal could not be organized in due time or the authorities lacked diligence.

Extracted holding

No. The court found that removal could be organized within a foreseeable period and that the authorities were acting with the required diligence.

Extracted reasoning

Nothing indicated that removal was not practicable soon or that the authorities were not pursuing the matter vigorously enough.

Key legal question

Whether the appellant's willingness to go to a third state required release from detention.

Extracted holding

No. It was unclear how he could lawfully do so; in principle only the home state must take him back.

Extracted reasoning

A voluntary departure to a third state did not remove the detention basis.

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