Pre-trial detention for removal upheld despite asylum claim

2C_270/2007Federal Supreme Court / Public Law Division IIJun 29, 2007Dismissed

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Omnilex summary

A Turkish national was placed in removal detention in Basel after a traffic stop and later filed an asylum application. The Basel-Stadt authorities and the cantonal court upheld three months of detention. The Federal Supreme Court dismissed his public law appeal in simplified procedure, holding that the detention served a lawful removal purpose, the asylum request did not extinguish the removal order, and the facts established a concrete risk of absconding. It also found no breach of the duty of expedition. No court costs were charged and no party compensation was awarded.

Omnilex headnote

Art. 13b ANAG; removal detention and risk of absconding despite a subsequent asylum request. A later asylum application does not per se extinguish an already ordered removal and does not prevent detention if the measure serves to secure enforcement. Detention is permissible where the detainee's conduct reveals a concrete risk of absconding, in particular through inconsistent statements, refusal to return, or lack of cooperation. The duty of expedition is respected so long as the authorities pursue removal with due diligence and no contrary indications exist. A complaint that is manifestly unfounded may be dismissed under the simplified procedure (consid. 2-3).

Full text

{T 0/2}
2C_270/2007 /leb

Urteil vom 29. Juni 2007
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Müller, Karlen,
Gerichtsschreiberin Dubs.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch
Advokat Marco Albrecht,

gegen

Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Bereich Bevölkerungsdienste und Migration als kantonale Fremdenpolizei, Spiegelgasse 6-12, 4001 Basel,
Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, Bäumleingasse 1, 4051 Basel.

Gegenstand
Ausschaffungshaft gemäss Art. 13b ANAG,

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, vom 23. Mai 2007.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
1.1 Der türkische Staatsangehörige X.________ (geb. 1986) wurde am 20. Mai 2007 im Rahmen einer Verkehrskontrolle angehalten. Er befand sich als Beifahrer im Personenwagen seines in Basel lebenden Onkels, Y.________, der ihn zunächst als seinen Sohn ausgeben wollte. Die Fremdenpolizei des Kantons Basel-Stadt nahm X.________, der sich nicht ausweisen konnte, fest und eröffnete ihm anlässlich der Einvernahme vom 21. Mai 2007 die formlose Wegweisung, worauf der Betroffene auf Anraten seines Onkels ein Asylgesuch stellte.

Am 22. Mai 2007 nahm das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt, Bereich Bevölkerungsdienste und Migration, X.________ in Ausschaffungshaft. Die Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel-Stadt prüfte diese und genehmigte sie für drei Monate, d.h. bis zum 21. August 2007 (Urteil vom 23. Mai 2007).

Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 7. Juni 2007 beantragt X.________, das Urteil der Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht aufzuheben und ihn bis spätestens zum 12. Juni 2007 (Asylbefragung) aus der Ausschaffungshaft zu entlassen.

Das Bundesgericht hat die kantonalen Akten beigezogen, jedoch keine Vernehmlassungen eingeholt.
2.
Die gegen den Beschwerdeführer angeordnete Ausschaffungshaft dient der Sicherstellung des Vollzugs seiner am 21. Mai 2007 (Art. 12 Abs. 1 ANAG [SR 142.20] in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ANAV [SR 142.201]) verfügten Wegweisung und mithin einem vom Gesetz vorgesehenen Zweck (Art. 13b Abs. 1 ANAG). Das nachträglich eingereichte Asylgesuch, womit der Beschwerdeführer bezweckt, den drohenden Vollzug der Wegweisung zu vermeiden, lässt die Wegweisung nicht dahinfallen. Nach den für das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 bzw. Art. 105 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 97 Abs. 1 BGG) hat der Beschwerdeführer die Türkei vor etwas mehr als einem Jahr verlassen und sich seither in Frankreich aufgehalten, wo er ein Asylgesuch hätte stellen können, wenn er in der Türkei verfolgt werden sollte. Unter diesen Umständen kann mit einem raschen Abschluss des Asylverfahrens gerechnet werden. Der Beschwerdeführer, der bereits im Februar 2002 erfolglos ein Visum für die Schweiz beantragt hatte, weigert sich, in sein Heimatland zurückzukehren und hat widersprüchliche Angaben betreffend seinen Aufenthaltsort in Frankreich sowie den Verbleib seiner Personenausweise gemacht. Aufgrund seines bisherigen Verhaltens kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass er den behördlichen Anordnungen Folge leisten und sich für den Vollzug der Wegweisung zur Verfügung halten würde. Er erfüllt damit den Haftgrund von Art. 13b Abs. 1 lit c ANAG ("Untertauchensgefahr"; vgl. BGE 130 II 56 E. 3.1 S. 58 f. mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer kann seine Haft verkürzen, indem er mit den Behörden kooperiert. Je schneller seine Papiere beschafft werden können, desto kürzer fällt die restliche Festhaltung aus. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Behörden nicht mit Nachdruck darum bemühen werden, die Wegweisung auch gegen seinen Willen zu vollziehen (Art. 13b Abs. 3 ANAG; Beschleunigungsgebot; BGE 130 II 488 E. 4 S. 492 mit Hinweis). Die Ausschaffungshaft verletzt somit kein Bundesrecht. Für alles Weitere wird auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen (Art. 109 Abs. 3 BGG).
3.
Die im Sinne von Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG offensichtlich unbegründete Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren abzuweisen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend würde der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG); es rechtfertigt sich indessen, keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG). Eine Parteientschädigung ist nicht zugesprochen (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 109 BGG:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt und dem Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichterin für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 29. Juni 2007
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Keywords

removal detentionrisk of abscondingasylum applicationexpedition dutyimmigration enforcement

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the removal detention under Art. 13b ANAG was lawful despite the later asylum application.

Extracted holding

Yes. The detention served to secure removal, the asylum request did not eliminate the removal order, and the statutory purpose was satisfied.

Extracted reasoning

The court found a valid removal purpose under Art. 13b(1) ANAG. The later asylum request was aimed at avoiding removal and did not nullify the removal measure. The detention therefore remained linked to execution of the expulsion.

Key legal question

Whether there was a concrete risk of absconding justifying detention.

Extracted holding

Yes. The complainant's conduct showed a risk that he would evade authorities and frustrate removal.

Extracted reasoning

He had given inconsistent statements, refused return to Turkey, and had previously behaved in a manner suggesting he would not comply with official instructions. The court therefore accepted Art. 13b(1)(c) ANAG.

Key legal question

Whether the authorities complied with the duty of speed in executing removal.

Extracted holding

Yes. No indication existed that the authorities were not diligently pursuing removal.

Extracted reasoning

The court held that the complainant could shorten detention by cooperating and that the authorities were actively working on document procurement and execution of removal.

Key legal question

Whether the appeal should be granted and the detention order lifted.

Extracted holding

No. The complaint was manifestly unfounded and had to be dismissed in simplified proceedings.

Extracted reasoning

Because the detention was compatible with federal law and the legal requirements for removal detention were met, the appeal failed.

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