No residence permit due to sham marriage

2A.478/2006Federal Supreme Court / Public Law Division IIAug 24, 2006Dismissed

Summary

The Federal Supreme Court dismissed the administrative law appeal against the cantonal refusal to grant a residence permit. It held that the appellant’s marriage to a Swiss citizen, although formally existing, was correctly treated as a sham marriage because the spouses never established a common household. As a result, Art. 7 ANAG conferred no entitlement to a permit, and the cantonal authorities were not required to conduct an interests balancing. The appeal was decided in simplified summary proceedings under Art. 36a OG. The request for interim measures became moot, and court costs of CHF 1,000 were charged to the appellant.

Regest

Art. 7 ANAG; sham marriage and entitlement to a residence permit: A formally valid marriage with a Swiss citizen does not create a right to a residence permit where the factual findings, binding under Art. 105 Abs. 2 OG, establish that the union is merely an immigration marriage or sham marriage. In such a case, Art. 7 Abs. 2 ANAG excludes any claim, and the authority may refuse the permit without engaging in a further balancing of interests. If the appeal is manifestly unfounded, the Federal Supreme Court may decide in simplified proceedings under Art. 36a OG; the appeal costs follow Art. 156 OG.

Full text

{T 0/2}
2A.478/2006 /leb

Urteil vom 24. August 2006
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Hungerbühler, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Betschart,
Bundesrichterin Yersin,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt Bernhard Zollinger,

gegen

Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau, Regierungsgebäude, 8510 Frauenfeld,

Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, Frauenfelderstrasse 16, 8570 Weinfelden.

Gegenstand
Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom
26. April 2006.

Das Bundesgericht hat nach Einsicht

  • in das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 26. April 2006, mit welchem der Rekursentscheid des kantonalen Departementes für Justiz und Sicherheit vom 6. Februar 2006 betreffend Nichterteilung der Aufenthaltsbewilligung für den aus dem Kosovo stammenden X.________ (geb. 1963) bestätigt wird,
  • in die vom Betroffenen am 22. August 2006 beim Bundesgericht hiegegen eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde,

in Erwägung,

  • dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner am 18. Oktober 2004 mit der Schweizer Bürgerin Y.________ eingegangenen und heute formell noch bestehenden Ehe gemäss Art. 7 Abs. 1 ANAG einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung besitzt und daher gegen den abschlägigen Entscheid des Verwaltungsgerichts das Rechtsmittel der eidgenössischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen steht (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG),
  • dass diese eheliche Beziehung, welche nie zu einem gemeinsamen Wohnsitz führte, aufgrund der nach Massgabe von Art. 105 Abs. 2 OG verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen des Verwaltungsgerichts im Sinne der Rechtsprechung (BGE 122 II 289 E. 2b mit Hinweisen), die im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben und angewendet worden ist, zulässigerweise als eigentliche Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe bezeichnet werden durfte,
  • dass damit gemäss Art. 7 Abs. 2 ANAG kein Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung besteht und das Verwaltungsgericht eine solche verweigern durfte, ohne diesen Entscheid noch von einer Interessenabwägung abhängig machen zu müssen,
  • dass die im kantonalen Verfahren diesbezüglich erhobenen Einwendungen (wonach der Beschwerdeführer als Serbe angeblich bloss die albanische Sprache beherrschen soll) ohnehin nicht stichhaltig wären,
  • dass die vorliegende Beschwerde daher als offensichtlich unbegründet im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG (Verzicht auf Einholung von Vernehmlassungen und Akten, summarische Begründung) abzuweisen ist,
  • dass demzufolge die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 156 OG),
  • dass mit dem Entscheid in der Sache das gestellte Gesuch um vorsorgliche Massnahmen hinfällig wird,

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Departement für Justiz und Sicherheit und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. August 2006
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

residence permitsham marriagecommon householdsummary proceedingscourt costs