Non-entry on appeal against non-renewal of residence permit

2A.414/2003Federal Supreme Court / Public Law Division IISep 12, 2003Inadmissible

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Omnilex summary

The Bosnian-Herzegovinian appellant challenged the cantonal refusal to renew his residence permit after the marital household had been judicially separated. The Federal Supreme Court held that no immediate federal-law right to the permit was shown, since any claim under the family reunification rules and Article 8 ECHR had fallen away with the end of cohabitation. If the spouse had in the meantime become Swiss, the appellant first had to exhaust the competent cantonal judicial instance. The administrative law appeal was therefore inadmissible, the filing was transmitted to the Lucerne Administrative Court, and the appellant was ordered to pay costs of CHF 1,000.

Omnilex headnote

Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG; Art. 98 lit. g OG; Art. 98a OG; admissibility of administrative law appeal in residence-permit matters. A right to appeal to the Federal Supreme Court exists only where the appellant invokes an enforceable federal-law entitlement. Where the marital community has ended, any claim based on Art. 17 Abs. 2 ANAG and Art. 8 ECHR generally falls away because cohabitation is required. If a permit claim is asserted on another basis, the appellant must first exhaust the competent cantonal judicial instance before seizing the Federal Supreme Court (consid. 2).

Full text

{T 0/2}
2A.414/2003 /leb

Urteil vom 12. September 2003
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Wurzburger, Präsident,
Bundesrichter Betschart, Müller,
Gerichtsschreiber Merz.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt
Pius Buchmann, Sonnenplatz 1, Postfach,
6020 Emmenbrücke 2,

gegen

Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Bahnhofstrasse 15, 6002 Luzern.

Gegenstand
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern vom 24. Juli 2003.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Der bosnisch-herzegowinische Staatsangehörige A.________ (geb. 1960) schloss am 13. Juni 1999 die Ehe mit einer in der Schweiz niedergelassenen Landsfrau, mit welcher er bereits einmal verheiratet gewesen war. Hierauf erhielt er im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis zum 18. Oktober 2002 verlängert wurde. Nachdem der gemeinsame Haushalt gestützt auf Art. 175 ZGB - mit gerichtlicher Genehmigung - aufgehoben wurde, verweigerte das Amt für Migration des Kantons Luzern mit Verfügung vom 31. März 2003 das Gesuch von A.________ um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Die hiegegen erhobene Verwaltungsbeschwerde, wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern (im Folgenden: Departement) mit Entscheid vom 24. Juli 2003 ab; es forderte A.________ auf, den Kanton Luzern bis spätestens 15. September 2003 zu verlassen. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 11. September 2003 ist A.________ an das Bundesgericht gelangt mit dem Antrag, den Entscheid des Departements aufzuheben. Das kantonale Amt für Migration sei anzuweisen, ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, eventuell sei "die Sache an die Vorinstanz zur Weiterleitung des Falles an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zurückzuweisen", subeventuell sei die Sache "direkt an das Verwaltungsgericht zurückzuweisen". Gleichzeitig begehrt A.________, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unzulässig, weshalb sie im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 36a OG erledigt und von der Einholung von Vernehmlassungen sowie vom Beizug der kantonalen Akten abgesehen werden kann.
Wird davon ausgegangen, dass die Ehegattin bosnisch-herzegowinische Staatsangehörige ist, hat der Beschwerdeführer keinen Rechtsanspruch im Sinne von Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG. Denn die eheliche Gemeinschaft ist aufgelöst worden, was auch der Beschwerdeführer nicht bestreitet, so dass ein etwaiger Bewilligungsanspruch nach Art. 17 Abs. 2 Satz 1 ANAG, der ein Zusammenwohnen voraussetzt, sowie aus Art. 8 EMRK entfallen ist (vgl. BGE 122 II 289 E. 1b S. 292; 125 II 633 E. 2e S. 639; 127 II 60 E. 1c S. 63).

Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, seine Ehefrau sei inzwischen Schweizerin geworden, kommt es für die Annahme eines Anspruchs im Sinne von Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG nicht darauf an, ob die Ehegatten zusammenleben oder nicht; Letzteres bildet allenfalls Gegenstand der materiellen Beurteilung (BGE 122 II 289 E. 1b S. 292; 119 Ib 417 E. 2d S. 419). Damit behauptet der Beschwerdeführer, es sei ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gegeben. Unabhängig davon, ob ein solcher Anspruch tatsächlich besteht, muss der Beschwerdeführer dann aber zur Erschöpfung des kantonalen Instanzenzugs vor Anrufung des Bundesgerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde einen Entscheid der nach Art. 98a OG zuständigen kantonalen Gerichtsinstanz erwirken, d.h. des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, auf welches das Departement hingewiesen hat (Art. 98 lit. g OG; BGE 127 II 161).
3.
Nach dem Gesagten ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten und die Sache zur gesetzlichen Folgegebung dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern zu überweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend ist der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 156, 153 und 153a OG). Im Gegensatz zur Situation im Entscheid BGE 127 II 161 musste ihm die Praxis aufgrund der amtlich publizierten Rechtsprechung bekannt sein.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Eingabe vom 11. September 2003 wird zur gesetzlichen Folgegebung dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern überwiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern und dem Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 12. September 2003
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

residence permitfamily reunificationcohabitationadmissibilityexhaustion of remediesnon-entrycourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the administrative law appeal against the non-renewal of the residence permit was admissible before the Federal Supreme Court

Extracted holding

The appeal was inadmissible because no enforceable federal law right to the permit was shown.

Extracted reasoning

The marital community had ended, so any claim under Art. 17(2) ANAG and Art. 8 ECHR had lapsed. If the spouse had become Swiss, a claim might exist, but the appellant then had to exhaust the cantonal judicial instance before coming to the Federal Supreme Court.

Key legal question

Whether the case had to be referred to the cantonal administrative court

Extracted holding

The filing was transmitted to the Administrative Court of the Canton of Lucerne for the legally required further handling.

Extracted reasoning

Because the appellant had to exhaust the cantonal judicial remedy, the matter was to be passed on to the competent cantonal court.

Key legal question

Court costs

Extracted holding

The appellant had to bear the court fee of CHF 1,000.

Extracted reasoning

Costs followed the outcome of the proceedings.

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