Non-entry on appeal over restitution of supplementary benefits

2A.371/2005Federal Supreme Court / Public Law Division IIJun 10, 2005Dismissed

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Omnilex summary

The appellant challenged before the Federal Supreme Court a cantonal judgment confirming repayment of supplementary benefits of CHF 53,235. She argued that members of the Federal Insurance Court were biased because of an earlier adverse decision and asked that the matter be handled by the criminal cassation court. The Federal Supreme Court held that jurisdiction in this social insurance matter lay exclusively with the Federal Insurance Court. Recusal claims could only be dealt with under the statutory disqualification rules and could not establish competence of another division. The complaint was therefore not entered into in simplified procedure, and no court fee was charged.

Omnilex headnote

Art. 97 ff. and Art. 128 OG; administrative judicial complaint in social insurance matters; recusal cannot create jurisdiction for another federal division. Where federal social insurance law governs a cantonal final decision, competence lies exclusively with the Federal Insurance Court. Alleged bias of its members must be raised and decided under Art. 22 ff. OG, in particular Art. 26 OG. A recusal request based on an earlier negative decision or directed against the entire court is, as a rule, inadmissible and does not justify competence of another federal court; the inadmissibility may be decided in summary procedure under Art. 36a OG, without written exchange.

Full text

{T 0/2}
2A.371/2005 /leb

Urteil vom 10. Juni 2005
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Betschart, Müller,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Gemeinde X.________, Amt für Zusatzleistungen
zur AHV/IV,
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich,
I. Kammer, Postfach 441, 8401 Winterthur.

Gegenstand
Zusatzleistungen,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich,
I. Kammer, vom 29. April 2005.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
A.________ bezog ab 1991 Zusatzleistungen zur AHV/IV. Die Zahlungen wurden mit Wirkung ab 1. Juli 2000 eingestellt. Das Sozialversicherungsamt der Gemeinde X.________ forderte mit Verfügung vom 18. Dezember 2001 die in der Zeit vom 1. Dezember 1996 bis 30. Juni 2000 bezogenen Zusatzleistungen in der Höhe von insgesamt Fr. 53'235.-- zurück. Die dagegen erhobene Einsprache blieb erfolglos. Mit Urteil vom 29. April 2005 wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde ab, soweit darauf eingetreten wurde.

Entsprechend der Rechtsmittelbelehrung im Urteil des Sozialversicherungsgerichts hat A.________ dagegen Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Eidgenössischen Versicherungsgericht eingereicht. Zugleich ist sie auch mit Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht gelangt. Sie begründet dies damit, dass die Mitglieder des Eidgenössischen Versicherungsgerichts befangen seien, was sie aus dessen Urteil P 47/04 vom 1. Dezember 2004 ableitet, in welchem ihre Beschwerde betreffend Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen worden ist. Sie beantragt, dass die ganze Angelegenheit durch den Kassationshof des Schweizerischen Bundesgerichts behandelt werde.
2.
Für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen zur AHV/IV und damit auch für die Rückforderung entsprechender Leistungen ist öffentliches Recht des Bundes massgeblich (Bundesgesetz vom 19. März 1965 über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30]). Gestützt darauf ergangene letztinstanzliche kantonale Entscheide können auf Bundesebene mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden (Art. 97 ff. OG); auf dem Gebiete der Sozialversicherung ist zu deren Behandlung das Eidgenössische Versicherungsgericht zuständig (Art. 128 OG). Steht die Sachzuständigkeit des Eidgenössischen Versicherungsgerichts fest, kann nicht durch ein Ausstandsbegehren die Zuständigkeit einer Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts begründet werden; ausser Betracht fällt insbesondere die Zuständigkeit der II. öffentlichrechtlichen Abteilung, erst recht diejenige des Kassationshofs in Strafsachen. Wird geltend gemacht, Mitglieder des Eidgenössischen Versicherungsgerichts seien befangen, so ist über deren Ausstand ausschliesslich nach den Vorschriften von Art. 22 ff. OG zu befinden. Massgeblich ist Art. 26 OG. Bereits hier ist darauf hinzuweisen, dass Ausstandsbegehren, die mit einem früheren für den Gesuchsteller negativen Entscheid der abgelehnten Gerichtspersonen begründet werden, regelmässig ebenso unzulässig sind wie Ausstandsbegehren gegen sämtliche Mitglieder eines Gerichts, wobei auf unzulässige Ausstandsbegehren nicht einzutreten ist und am Nichteintretensentscheid die davon betroffenen Richter mitwirken dürfen (vgl. BGE 114 Ia 278; 105 Ib 301 E. 1c S. 304).

Auf die zusätzlich auch beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde ist nach dem Gesagten im vereinfachten Verfahren (Art. 36a OG), ohne Schriftenwechsel oder andere Instruktionsmassnahmen, nicht einzutreten. Mit der Sache hat sich allein das Eidgenössische Versicherungsgericht zu befassen.
Angesichts der verfahrensrechtlichen Verhältnisse wird von der Auferlegung einer Gerichtsgebühr abgesehen.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Gemeinde X.________, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, I. Kammer, dem Bundesamt für Sozialversicherung sowie, zur Kenntnisnahme, dem Eidgenössischen Versicherungsgericht schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 10. Juni 2005
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

supplementary benefitsrestitutionjurisdictionrecusalnon-entrysimplified procedurecourt fees

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Key legal question

Whether the complaint filed directly with the Federal Supreme Court was admissible despite the subject-matter jurisdiction of the Federal Insurance Court

Extracted holding

No; the Federal Insurance Court alone had jurisdiction, and an objection of bias could not create jurisdiction for another chamber or for the criminal cassation court.

Extracted reasoning

Federal public law governed the restitution of supplementary benefits. Under the OG, such cantonal final decisions were to be challenged by administrative judicial complaint before the Federal Insurance Court. Alleged bias of its members had to be dealt with exclusively under the rules on disqualification, not by shifting jurisdiction.

Key legal question

Whether the request to have the entire matter heard by the criminal cassation court should be entertained

Extracted holding

No; that court was plainly not competent in this social insurance matter.

Extracted reasoning

The court stated that neither the II. public-law division nor, a fortiori, the criminal cassation court could be seized through a recusal request when the statutory jurisdiction lay elsewhere.

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