Inadmissible constitutional complaint for insufficient reasoning

1P.475/2004Federal Supreme Court / Public Law Division ISep 15, 2004Inadmissible

Summary

The Federal Court dealt with a constitutional complaint against a letter of the St. Gallen Cantonal Court stating that the matter was closed after the complainant failed to appear at the retrial hearing. The complainant did not engage with the cantonal reasoning or explain any constitutional breach. The Federal Court therefore refused to enter into the complaint, denied legal aid because the case was hopeless, and ordered the complainant to pay court costs of CHF 300.

Regest

Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; requirements of reasoning in a constitutional complaint: the pleading must engage with the challenged decision and, by reference to its grounds, show in a substantiated manner which constitutional or conventional rights were infringed; a mere repetition of grievances is insufficient. Where this threshold is not met, the Federal Court does not enter into the complaint. Manifest lack of prospects also excludes free legal aid under Art. 152 OG; costs are imposed on the unsuccessful party pursuant to Art. 156 Abs. 1 OG.

Full text

{T 0/2}
1P.475/2004 /grl

Urteil vom 15. September 2004
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesgerichtspräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesgerichtsvizepräsident Nay,
Bundesrichter Eusebio,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kantonsgericht St. Gallen, Klosterhof 1,
9001 St. Gallen.

Gegenstand
Strafverfahren.

Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 28. Juli 2004.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 3. Februar 2004 verurteilte das Kreisgericht Rheintal X.________ in Abwesenheit wegen Benützens eines Fahrrades ohne gültige Fahrradvignette und Fahrens nachts ohne Licht zu einer Busse von Fr. 80.--. Am 6. Mai 2004 ersuchte X.________ fristgerecht um Neubeurteilung. Zur neu angesetzten Hauptverhandlung vom 9. Juni 2004 erschien X.________ nicht, worauf ihm das Kreisgericht Rheintal mit Schreiben vom gleichen Tag mitteilte, dass damit das Urteil vom 3. Februar 2004 gemäss Art. 201 des Strafprozessgesetzes des Kantons St. Gallen rechtskräftig geworden sei. In der Folge gelangte X.________ mit Eingabe vom 26. Juli 2004 an das Kantonsgericht St. Gallen, welches ihm mit Schreiben vom 28. Juli 2004 mitteilte, dass der Fall abgeschossen sei und nicht mehr an das Kantonsgericht weitergezogen werden könne.
2.
Dagegen führt X.________ mit Eingabe vom 26. August 2004 staatsrechtliche Beschwerde.

Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.
3.
Dem Beschwerdeführer sind die gesetzlichen Erfordernisse einer staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG; vgl. dazu BGE 127 I 38 E. 3c mit Hinweisen) bereits mehrfach mitgeteilt worden. Diesen Anforderungen vermag die Eingabe vom 26. August 2004, welche sich mit den Ausführungen der kantonalen Behörden überhaupt nicht auseinander setzt und somit nicht aufzeigt, inwiefern diese verfassungs- oder konventionswidrig sein sollen, nicht zu genügen. Mangels einer genügenden Begründung ist deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.
Angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden (Art. 152 OG). Der Beschwerdeführer hat somit dem Ausgang des Verfahrens entsprechend die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Kantonsgericht St. Gallen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 15. September 2004
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Keywords

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