Revision request denied for lack of statutory grounds

1F_3/2013Federal Supreme Court / Public Law Division IMay 3, 2013Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

X. sought revision of a Federal Supreme Court judgment that had rejected his complaint concerning a refusal to open criminal proceedings. The court held that he failed to demonstrate any statutory ground for revision: the alleged withholding of documents and the later-filed document did not show how a criminal conviction of the complained-against persons could result. The revision request was therefore dismissed insofar as it was receivable. The accompanying request for free legal assistance was also denied as manifestly hopeless. In light of the circumstances, the court exceptionally waived the collection of court costs and awarded no party compensation.

Omnilex headnote

Art. 121-128 BGG, insbesondere Art. 123 Abs. 2 lit. b BGG i.V.m. Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO; Revisionsgesuch gegen ein bundesgerichtliches Urteil. Revision setzt die Darlegung und Erfüllung eines gesetzlichen Revisionsgrundes voraus; blosse Behauptung vorenthaltener Unterlagen oder der Wunsch nach erneuter materieller Prüfung genügt nicht. Bei einem nachgereichten Dokument ist zu begründen, weshalb es geeignet sein soll, den Ausgang des Verfahrens entscheidend zu beeinflussen, namentlich eine strafrechtliche Verurteilung der angezeigten Personen zu ermöglichen. Offensichtlich unbegründete Revisionsgesuche können in summarischer Weise erledigt werden (Art. 109 BGG); die Verfahrensordnung gilt sinngemäss auch für Revision. Aussichtslosigkeit schliesst unentgeltliche Rechtspflege aus; Kosten können ausnahmsweise erlassen werden (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG).

Full text

{T 0/2}
1F_3/2013

Urteil vom 3. Mai 2013
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Karlen,
Gerichtsschreiber Forster.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Gesuchsteller,

gegen

Y.________ AG, Verfahrensbeteiligte, vertreten durch Fürsprecher Dr. Rolf Stephani,

Staatsanwaltschaft des Kantons Uri,
Tellsgasse 3, 6460 Altdorf UR,
Obergericht des Kantons Uri, Strafprozessuale Beschwerdeinstanz, Rathausplatz 2, 6460 Altdorf UR.

Gegenstand
Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1B_296/2012 vom 26. November 2012.

In Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 26. November 2012 eine Beschwerde von X.________ gegen die Nichtanhandnahme einer Strafanzeige abwies, soweit es darauf eintrat (Verfahren 1B_296/2012);

dass X.________ mit Eingabe vom 21. Januar 2013 ein Revisionsgesuch gegen das genannte Bundesgerichtsurteil eingereicht hat;

dass das Bundesgericht bei Einstimmigkeit in Dreierbesetzung und mit summarischer Begründung über die Abweisung offensichtlich unbegründeter Beschwerden entscheidet (Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG) und diese Verfahrensregelung auch für Revisionsgesuche (Art. 121-128 BGG) sinngemäss gilt;

dass der Gesuchsteller geltend macht, es seien ihm bzw. dem Bundesgericht "wichtige Dokumente vorenthalten" worden;

dass er zwar beantragt, das Bundesgericht habe die materielle Streitsache aufgrund eines vom Gesuchsteller nachgereichten Dokumentes "erneut zu prüfen", dass er jedoch nicht darlegt (und auch nicht ersichtlich ist), inwieweit dieses Dokument geeignet wäre, eine strafrechtliche Verurteilung der von ihm beanzeigten Personen herbeizuführen (vgl. Art. 123 Abs. 2 lit. b BGG i.V.m. Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO);

dass ein gesetzlicher Revisionsgrund (Art. 121-123 BGG) hier offensichtlich weder dargelegt noch erfüllt ist;

dass offen bleiben kann, ob die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Eintreten auf das Revisionsgesuch erfüllt wären;

dass bei dieser Sachlage bei den übrigen Verfahrensbeteiligten keine Stellungnahme einzuholen ist (Art. 127 BGG);

dass das Revisionsgesuch abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann;

dass das vom Gesuchsteller am 11. Februar 2013 eingereichte Begehren um unentgeltliche Prozessführung zwar ebenfalls abzuweisen ist (da das Revisionsgesuch zum Vornherein aussichtslos war), auf die Erhebung von Gerichtskosten hier jedoch - ausnahmsweise - nochmals verzichtet werden kann (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG);
dass keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (Art. 68 i.V.m. Art. 127 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.
Das Begehren um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Obergericht des Kantons Uri, Strafprozessuale Beschwerdeinstanz, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Mai 2013

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Forster

Keywords

revisioncriminal complaintstatutory groundlegal aidcost waiversummary proceduremanifestly unfounded

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the revision request against judgment 1B_296/2012 was admissible and based on a statutory ground.

Extracted holding

No statutory ground for revision was shown or met; the request was dismissed insofar as it could be entertained.

Extracted reasoning

The applicant alleged withheld documents and asked for a renewed merits review, but did not explain how the later-produced document could lead to a criminal conviction of the persons complained against. The asserted circumstances did not satisfy the revision grounds under the Federal Supreme Court Act.

Key legal question

Whether the applicant was entitled to free legal assistance for the revision proceedings.

Extracted holding

No; the request for free legal assistance was denied because the revision request was manifestly hopeless.

Extracted reasoning

A request that is doomed from the outset does not meet the conditions for legal aid.

Key legal question

Whether court costs should be charged and whether party compensation was due.

Extracted holding

No court costs were levied, and no party compensation was awarded.

Extracted reasoning

The court exceptionally waived costs despite denying legal aid; no compensation was due under the circumstances.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.