Appeal struck off after settlement; no court costs

1C_261/2009Federal Supreme Court / Public Law Division IMar 3, 2010Settled

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

In an expropriation dispute, the parties concluded a settlement after an inspection and instruction hearing before the Federal Supreme Court. They jointly requested that case 1C_261/2009 be removed from the docket. The court accepted the request, struck the proceedings off as settled, waived federal court costs, and awarded no party compensation. The settlement itself fixed the annual compensation for the parking easement, a lump-sum amount for the pending years, use arrangements for the parking spaces, and allocation of land register costs and prior cantonal costs.

Omnilex headnote

Art. 32 Abs. 2 BGG; strike-off of appeal after settlement; Art. 66 Abs. 1 BGG; costs in settled proceedings. Where the parties validly settle the dispute and jointly request discontinuance, the Federal Supreme Court removes the case from the docket as concluded by settlement. In such circumstances, and depending on the case-specific equities, it may waive the imposition of federal court costs. If the order so provides, no party compensation is awarded. The settlement terms remain outside the dispositive force of the strike-off order; they serve only as the basis for discontinuance (consid. 1-2).

Full text

{T 0/2}
1C_261/2009

Verfügung vom 3. März 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, als Instruktionsrichter,
Gerichtsschreiber Haag.

Parteien
Einwohnergemeinde Messen, Hauptstrasse 46,
3254 Messen, Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher Dr. Andreas Jost und Fürsprecherin
Sirkka Messerli,

gegen

X.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Niklaus Studer,

Gegenstand
Enteignung,

Beschwerde gegen das Urteil vom 12. Mai 2009
des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn.
Erwägungen:

1.
Die Parteien haben im Anschluss an den Augenschein einer Delegation des Bundesgerichts mit Instruktionsverhandlung vom 27. Januar 2010 einen Vergleich geschlossen.
Der Vergleich lautet:
"1. Die Gemeinde Messen (Rechtsnachfolgerin der Einwohnergemeinde Brunnenthal) hat dem jeweiligen Grundeigentümer (heute X.________) für die im Vergleich im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 20. August 2007 vereinbarte irreguläre Dienstbarkeit für ein Parkplatzbenutzungsrecht auf GB Brunnenthal Nr. 2 (inkl. Befestigung und Bekiesung) eine jährlich wiederkehrende Entschädigung von CHF 3'000.-- zu bezahlen.
Auf die Einforderung einer höheren Entschädigung gemäss Dispositiv-Ziffer 1b des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 12. Mai 2009 wird verzichtet.
Die jährliche Entschädigung ist jeweilen Mitte Jahr, d.h. am 1. Juli zur Zahlung fällig. Sie ist nicht indexiert.
2. Die irreguläre Dienstbarkeit für ein Parkplatzbenutzungsrecht wird für 50 Jahre, d.h. für die Jahre 2010 bis und mit 2059 eingeräumt.
3. Für die Jahre der Rechtshängigkeit der vorliegenden Angelegenheit (bis und mit 2009) bezahlt die Gemeinde Messen X.________ eine pauschale Entschädigung für die Parkplatzbenutzung von CHF 12'000.--.
Die pauschale Entschädigung ist innert zehn Tagen nach Unterzeichnung des Vergleichs zur Zahlung fällig.
4. Da die irreguläre Dienstbarkeit ein Parkplatznutzungsrecht zu Gunsten der Gemeinde Messen jeweils für die Zeit vom 1. Mai bis 30. September vorsieht, stehen die Flächen dem Grundeigentümer während der übrigen Zeit zur Verfügung.
5. Die Gemeinde Messen räumt dem Eigentümer der Liegenschaft "Gasthof Ischbad", Hauptstrasse 109, Messen (heute: X.________), das Recht ein, jeweils auch vom 1. Mai bis 30. September die von der irregulären Dienstbarkeit für ein Parkplatzbenutzungsrecht erfassten Flächen als Kundenparkplätze für den Gasthof mitzubenutzen.
6. Bezüglich des Unterhalts der Parkplatzflächen gilt die Regelung im Vergleich gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 20. August 2007.
7. Die Parteien sorgen einvernehmlich für die Eintragung der irregulären Dienstbarkeit für ein Parkplatzbenutzungsrecht im Grundbuch. Die Kosten des Grundbuchamts bezahlt die Gemeinde Messen.
8. Die Gerichtsgebühr von CHF 2'000.-- gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. Mai 2009 tragen die Parteien je zur Hälfte.
9. Die Parteikosten des kantonalen und des bundesgerichtlichen Verfahrens werden wettgeschlagen.
10. Die Parteien beantragen mit der gegenseitigen Zustimmung zur vorliegenden Vereinbarung dem Bundesgericht, das Verfahren 1C_261/2009 als durch Vergleich erledigt abzuschreiben (Art. 32 Abs. 2 BGG). Sie beantragen zudem, auf Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren zu verzichten."

2.
Aufgrund des vorliegenden Vergleichs kann die Streitsache vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden (Art. 32 Abs. 2 BGG). Unter Berücksichtigung der Umstände der Angelegenheit ist es gerechtfertigt, auf die Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach verfügt der Instruktionsrichter:

1.
Das bundesgerichtliche Verfahren 1C_261/2009 wird als durch Vergleich erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben und keine Parteientschädigungen zugesprochen.

3.
Diese Verfügung wird den Parteien sowie der Schätzungskommission und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. März 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Instruktionsrichter: Der Gerichtsschreiber:

Aemisegger Haag

Keywords

settlementexpropriationparking easementstrike-offcourt costsparty compensation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the appeal should be struck off after the parties concluded a settlement

Extracted holding

The proceedings were struck off because the dispute had been resolved by settlement.

Extracted reasoning

A settlement signed by both parties allowed the case to be removed from the docket under Art. 32(2) BGG.

Key legal question

Whether court costs should be charged for the federal proceedings

Extracted holding

No court costs were charged.

Extracted reasoning

In light of the circumstances, the court waived the collection of costs under Art. 66(1) BGG.

Key legal question

Whether party compensation should be awarded for the federal proceedings

Extracted holding

No party compensation was awarded.

Extracted reasoning

The order expressly stated that no party compensation would be granted.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.