Non-prosecution upheld for involuntary commitment and child placement

1B_762/2012Federal Supreme Court / Public Law Division IMay 28, 2013Dismissed

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Omnilex summary

A criminal complaint alleging unlawful deprivation of liberty and coercive placement was rejected by the prosecutor and the cantonal appellate court. The Federal Supreme Court held that the psychiatric commitment and the child’s placement had been ordered by the competent authorities on a legal basis, so no federal law violation arose from declining to prosecute the respondents. It also found no denial of the right to be heard and no nullity of the cantonal decision. The complaint was dismissed to the extent it was admissible, and costs and party compensation were imposed on the appellant.

Omnilex headnote

Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 66 Abs. 1 and Art. 68 Abs. 1-2 BGG; non-prosecution is lawful where the complained-of deprivation of liberty or placement was ordered by the competent authority on a statutory basis and thus does not permit criminal attribution to the private parties. A hearing complaint fails where the party was able to comment fully in the cantonal proceedings. Nullity of a judgment is reserved for particularly serious, manifest defects; absent such a defect, the decision remains effective.

Full text

{T 0/2}
1B_762/2012

Urteil vom 28. Mai 2013
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Eusebio,
Gerichtsschreiber Härri.

Verfahrensbeteiligte
A.X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

  1. D.________,
  2. E.________,
    beide vertreten durch Rechtsanwalt Peter Krause,
  3. F.H.________,
  4. G.H.________,
  5. B.X.________,
    Beschwerdegegner,

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Molkenstrasse 15/17, Postfach 2251, 8026 Zürich.

Gegenstand
Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Zürich, III. Strafkammer,
vom 13. November 2012.

Sachverhalt:

A.
Am 16. März 2012 erstattete A.X.________ Strafanzeige gegen D.________, E.________, F.H.________, G.H.________ und B.X.________ wegen Freiheitsberaubung und Nötigung zum Nachteil von ihr sowie ihres Sohnes C.X.________ (geb. 2002). Sinngemäss machte sie geltend, B.X.________ habe unter Beteiligung der übrigen Beschuldigten widerrechtlich den gemeinsamen Sohn C.X.________ in ein Kinderheim und sie in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen.

Mit Verfügung vom 22. Mai 2012 nahm die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO die Strafuntersuchung nicht anhand.

Die von C.X.________, vertreten durch A.X.________, dagegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Zürich (III. Strafkammer) am 13. November 2012 ab, soweit es darauf eintrat.

B.
A.X.________ führt Beschwerde in Strafsachen mit dem Antrag, den Beschluss des Obergerichts aufzuheben.

C.
Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht haben auf Gegenbemerkungen verzichtet.

D.________ und E.________ haben sich in einer gemeinsamen Eingabe vernehmen lassen mit dem Antrag, die Beschwerde abzuweisen.

A.X.________ hat eine Replik eingereicht.

Erwägungen:

1.
1.1 Gemäss Art. 109 BGG entscheiden die Abteilungen in Dreierbesetzung bei Einstimmigkeit über die Abweisung offensichtlich unbegründeter Beschwerden (Abs. 2 lit. a). Der Entscheid wird summarisch begründet. Es kann ganz oder teilweise auf den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Abs. 3).

1.2 Wieweit die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, kann dahingestellt bleiben, da die Beschwerde ohnehin unbehelflich ist.

Sowohl die Einweisung der Beschwerdeführerin in die psychiatrische Klinik mittels Fürsorgerischen Freiheitsentzugs (FFE) als auch die Fremdplatzierung des Sohnes erfolgten durch die jeweils zuständige Behörde gestützt auf die massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen. Wenn die Vorinstanz annimmt, die Beschwerdegegner seien für diese Massnahmen strafrechtlich nicht verantwortlich, verletzt das daher offensichtlich kein Bundesrecht.

Eine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ist nicht auszumachen, konnte sie sich vor Vorinstanz doch umfassend zur Angelegenheit äussern und hat sie das auch getan.

Der angefochtene Entscheid leidet sodann an keinem besonders schwer wiegenden und offensichtlichen Mangel. Die Annahme seiner Nichtigkeit fällt deshalb ausser Betracht (vgl. BGE 138 II 501 E. 3.1 S. 503 f. mit Hinweisen).

2.
Die Beschwerde ist danach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die Beschwerdeführerin die Kosten (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Sie hat den Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 eine Entschädigung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 eine Entschädigung von je Fr. 250.--, insgesamt Fr. 500.--, zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien sowie der Staatsanwaltschaft IV und dem Obergericht des Kantons Zürich (III. Strafkammer) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Mai 2013

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Härri

Keywords

non-prosecutioncriminal complainthearing rightnullityinvoluntary commitmentchild placementcostsfederal appeal

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the refusal to investigate allegations of unlawful commitment and child placement was unlawful

Extracted holding

The cantonal court rightly treated the challenged measures as ordered by the competent authorities under the applicable law, so the respondents bore no criminal responsibility.

Extracted reasoning

Because the psychiatric commitment and the child’s placement were carried out by the competent authorities on a legal basis, the assumption of criminal liability of the respondents did not violate federal law.

Key legal question

Whether the appellant’s right to be heard was violated in the cantonal appeal proceedings

Extracted holding

No violation was established; the appellant had been able to comment fully before the lower court.

Extracted reasoning

The record showed that she was heard comprehensively and in fact made use of that opportunity.

Key legal question

Whether the cantonal decision was null due to a particularly serious and obvious defect

Extracted holding

The decision was not null.

Extracted reasoning

No particularly serious and manifest defect existed, so nullity was excluded.

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