Criminal records access case discontinued after appeal withdrawal

1B_318/2012Federal Supreme Court / Public Law Division IJul 18, 2012Withdrawn

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

B2 and B3 challenged a Zug appellate ruling concerning access to the 11 May 2010 discontinuance order in the FIFA matter. After the appellants withdrew their federal appeal, the Federal Supreme Court discontinued the proceedings. It ordered the appellants to pay court costs of CHF 1,500 and denied any party compensation to Markus Mohler, who was unrepresented by counsel.

Omnilex headnote

Art. 32 Abs. 2 BGG; withdrawal of an appeal renders the proceedings moot and they are to be removed from the docket. In such a case, court costs are generally borne by the withdrawing appellants pursuant to Art. 66 Abs. 1-3 BGG. A private respondent who is not represented by counsel is not entitled to party compensation under Art. 68 Abs. 2 BGG.

Full text

{T 1/2}
1B_318/2012

Verfügung vom 18. Juli 2012
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, Instruktionsrichter,
Gerichtsschreiber Haag.

  1. Verfahrensbeteiligte
    B2,
  2. B3,
    Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Rudolf Wild,

gegen

Markus Mohler, Beschwerdegegner,

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach 1356, 6301 Zug.

Gegenstand
Strafverfahren; Akteneinsicht,

Beschwerde gegen das Urteil vom 26. April 2012 des Obergerichts des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung.

Erwägungen:

1.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug führte eine Strafuntersuchung gegen B1 (FIFA), B2 und B3 wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung, evtl. Veruntreuung. Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 wurde die Untersuchung gestützt auf Art. 53 StGB (Wiedergutmachung) eingestellt. Die Einstellungsverfügung ist in Rechtskraft erwachsen.

Mit Eingabe vom 15. bzw. 27. Juni 2011 stellte Markus Mohler bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug ein Gesuch um Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 in Sachen FIFA. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 entsprach die Staatsanwaltschaft dem Gesuch, wobei sie bestimmte Anonymisierungs- bzw. Offenlegungsmodalitäten beifügte. Auf von B1, B2 und B3 hiergegen erhobene Einsprachen trat die Staatsanwaltschaft mit Entscheid vom 30. November 2011 nicht ein. In der Folge gelangten B1, B2 und B3 ans Obergericht des Kantons Zug. Dessen I. Beschwerdeabteilung ist auf ihre Beschwerden mit Urteil vom 26. April 2012 nicht eingetreten.

2.
Mit Eingabe vom 30. Mai 2012 führen B2 und B3 Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Hauptbegehren, das obergerichtliche Urteil vom 26. April 2012 und der Entscheid vom 30. November 2011 seien aufzuheben; die Einsicht in die Einstellungsverfügung vom 11. Mai 2010 sei zu verweigern. Gleichzeitig stellen sie das Gesuch, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung beizulegen. Diesem Gesuch hat der Präsident der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts mit Verfügung vom 21. Juni 2012 entsprochen.

3.
Mit Schreiben vom 13. Juli 2012 teilen die Beschwerdeführer dem Bundesgericht den Rückzug der Beschwerde mit. Somit ist das Verfahren als erledigt abzuschreiben (Art. 32 Abs. 2 BGG).
Die Gerichtskosten sind den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1-3 BGG). Dem privaten Beschwerdegegner, der nicht durch einen Anwalt vertreten ist, steht keine Parteientschädigung zu (Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach verfügt der Instruktionsrichter:

1.
Das Verfahren 1B_318/2012 wird infolge Rückzugs der Beschwerde abgeschrieben.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt.

3.
Diese Verfügung wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. Juli 2012
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Instruktionsrichter: Aemisegger

Der Gerichtsschreiber: Haag

Keywords

appeal withdrawaldiscontinuance orderaccess to recordscourt costsparty compensationcriminal investigation

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal appeal should be removed from the docket after withdrawal.

Extracted holding

The proceedings were discontinued because the appellants withdrew the appeal.

Extracted reasoning

A written notice dated 13 July 2012 informed the court that the appeal had been withdrawn; the case was therefore struck off the docket under Art. 32(2) BGG.

Key legal question

Allocation of federal court costs after withdrawal of the appeal.

Extracted holding

Court costs were imposed on the appellants.

Extracted reasoning

Under Art. 66(1-3) BGG, the withdrawing appellants must bear the costs of the proceedings.

Key legal question

Whether the private respondent was entitled to party compensation.

Extracted holding

No party compensation was awarded to the private respondent.

Extracted reasoning

The private respondent was not represented by a lawyer, so no compensation was due under Art. 68(2) BGG.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.