Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

1B_27/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IJan 28, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

X.________ challenged a cantonal criminal non-entry decision concerning his criminal complaint for alleged property offences. The Aargau cantonal appeal court upheld the non-entry because the allegations were vague and unsupported. The Federal Supreme Court held that the appeal to it failed to satisfy the statutory reasoning requirements and did not engage with the lower court's grounds. It therefore did not enter into the appeal under the simplified procedure and waived court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for the reasoning of a federal appeal. The appellant must, in concise form, explain with reference to the challenged reasoning why the decision violates law; mere assertions or a repetition of prior arguments are insufficient. For alleged violations of fundamental rights, a qualified duty to plead applies: such grievances are examined only if clearly and specifically raised and substantiated. If the reasoning requirement is manifestly not met, the Federal Supreme Court may declare the appeal inadmissible in simplified procedure. Art. 47 Abs. 1 BGG excludes extension of statutory deadlines; Art. 66 Abs. 1 BGG governs the waiver of costs.

Full text

{T 0/2}
1B_27/2011

Urteil vom 28. Januar 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Bezirksamt Rheinfelden, Kirchplatz 2, 4310 Rheinfelden,
Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau.

Gegenstand
Nichteintretensverfügung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 10. Dezember 2010.
Erwägungen:

1.
X.________ erstattete am 12. Oktober 2010 Strafanzeige gegen die Firma A.________ AG, Stein, B.________ und C.________ sowie gegen weitere Personen und Institutionen wegen diverser Vermögensdelikte. Das Bezirksamt Rheinfelden trat mit Verfügung vom 20. Oktober 2010 auf die Strafanzeige nicht ein. Gegen die Nichteintretensverfügung reichte X.________ Beschwerde ein, welche die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit Entscheid vom 10. Dezember 2010 abwies. Die Beschwerdekammer führte zusammenfassend aus, dass die gegen die Angezeigten erhobenen Vorwürfe völlig unklar und unbelegt seien. Das Bezirksamt Rheinfelden sei zu Recht wegen offensichtlicher Grundlosigkeit auf die Anzeige nicht eingetreten.

2.
X.________ führt mit Eingabe vom 20. Januar 2011 Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau vom 10. Dezember 2010. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Gesetzlich bestimmte Fristen können nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Dem sinngemäss gestellten Gesuch um Erstreckung der Beschwerdefrist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung kann somit nicht entsprochen werden.

4.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 313 E. 2 S. 315; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die gerügten Grundrechte verstossen soll. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen.

Der Beschwerdeführer, der keinen zulässigen Beschwerdegrund nennt, vermag mit seinen Ausführungen nicht darzulegen, inwiefern die Beschwerdekammer in Strafsachen mit ihrem Entscheid verfassungsmässige Rechte oder sonst wie Recht im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG verletzt haben sollte. Da die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen des angefochtenen Entscheids darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

5.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Bezirksamt Rheinfelden sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Januar 2011

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Fonjallaz Pfäffli

Keywords

inadmissibilityreasoning requirementcriminal complaintnon-entry decisionqualified pleading dutysimplified procedurecourt costs

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Key legal question

Whether the federal criminal appeal met the statutory reasoning requirements.

Extracted holding

No. The appeal did not set out any admissible ground of appeal or show, in a sufficiently reasoned way, how the challenged decision violated law or constitutional rights.

Extracted reasoning

Under Art. 42(2) BGG, the appellant had to address the reasoning of the cantonal decision and specify the legal violations alleged. For constitutional claims, a qualified duty to plead applied. His submission failed to engage with the lower court's reasons and was therefore insufficiently reasoned.

Key legal question

Whether the time limit for filing an appeal supplement could be extended.

Extracted holding

No. Statutory time limits cannot be extended.

Extracted reasoning

Art. 47(1) BGG excludes extensions of deadlines fixed by law.

Key legal question

Whether costs should be imposed on the appellant.

Extracted holding

No costs were charged.

Extracted reasoning

The Court exercised its discretion under Art. 66(1) BGG and waived court costs.

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