Inadmissibility of criminal delay complaint for insufficient reasoning

1B_175/2010Federal Supreme Court / Public Law Division IJun 1, 2010Inadmissible

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Omnilex summary

X.________ appealed to the Federal Supreme Court against a cantonal decision that had declared his delay complaint moot. The Federal Court held that the submission did not satisfy the minimum reasoning requirements of Art. 42(2) BGG, because it did not address the cantonal reasoning or identify any admissible ground of complaint. The appeal was therefore not admitted under the simplified procedure of Art. 108(1)(b) BGG. The court waived costs under Art. 66(1) BGG.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2 BGG; Begründungsanforderungen der Beschwerde; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG: Auf die Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten, wenn der Beschwerdeführer keinen zulässigen Beschwerdegrund nennt und sich mit den tragenden Erwägungen des angefochtenen Entscheids nicht hinreichend auseinandersetzt. Die Begründung muss in gedrängter Form darlegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; bloss appellatorische oder unsubstantiierte Ausführungen genügen nicht. Bei offensichtlichem Begründungsmangel ist ein Nichteintretensentscheid zulässig. Kosten können nach Art. 66 Abs. 1 BGG ausnahmsweise erlassen werden, wenn die Umstände dies rechtfertigen.

Full text

{T 0/2}
1B_175/2010

Urteil vom 1. Juni 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Office du Juge d'instruction du Valais central,
Palais de Justice, Postfach, 1950 Sion 2.

Gegenstand
Strafverfahren; Rechtsverzögerung,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 29. April 2010 des Kantonsgerichts Wallis, Beschwerdeinstanz.
Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeinstanz des Kantonsgerichts Wallis schrieb mit Entscheid vom 29. April 2010 eine Rechtsverzögerungsbeschwerde, die X.________ gegen den "juge d'instruction du Valais central" erhoben hatte, zufolge Gegenstandslosigkeit ab; von einer Kostenauflage und der Zusprechung einer Entschädigung sah die Beschwerdeinstanz ab.

2.
X.________ führt mit Eingabe vom 31. Mai 2010 Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der Beschwerdeinstanz des Kantonsgerichts Wallis. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Der Beschwerdeführer reichte gegen den in Französisch abgefassten Entscheid eine Beschwerde in Deutsch ein. Da vorliegend kein Schriftenwechsel durchgeführt wird, kann das bundesgerichtliche Urteil in deutscher Sprache gefällt werden (Art. 54 Abs. 1 BGG).

4.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer, der keinen zulässigen Beschwerdegrund nennt, legt nicht dar, inwiefern das Kantonsgericht verfassungsmässige Rechte verletzt haben sollte, als es seine Beschwerde wegen Gegenstandslosigkeit abschrieb. Da die vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen des angefochtenen Entscheids darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

5.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Office du Juge d'instruction du Valais central und dem Kantonsgericht Wallis, Beschwerdeinstanz, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Juni 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Keywords

criminal proceduredelay complaintinadmissibilityreasoning requirementcost waiver

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Key legal question

Whether the appeal against the cantonal dismissal of the delay complaint was sufficiently reasoned under the Federal Supreme Court Act

Extracted holding

The appeal did not set out any admissible ground or meaningful challenge to the cantonal reasoning, so it was insufficiently reasoned.

Extracted reasoning

Under Art. 42(2) BGG, the appellant must explain briefly and specifically how the challenged decision violates federal law. The submission failed to engage with the reasons for the cantonal decision and did not invoke any admissible ground.

Key legal question

Whether court costs should be charged in the federal proceedings

Extracted holding

No costs were imposed.

Extracted reasoning

Given the obvious lack of reasoning, the court exercised its discretion to waive costs under Art. 66(1) BGG.

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