Non-entry for insufficiently reasoned appeal on public defence

1B_17/2010Federal Supreme Court / Public Law Division IJan 19, 2010Dismissed

Extracted by Omnilex

Omnilex summary

The Federal Supreme Court held that the criminal appeal against the refusal of appointed defense was not sufficiently reasoned. Because the appellant did not engage with the cantonal court's reasoning or show any constitutional violation, the complaint failed the substantiation requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) BGG. The court therefore issued a non-entry decision in simplified proceedings and waived court costs under Art. 66(1) BGG.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements for admissibility of a constitutional complaint against a decision applying cantonal law. Where the challenged decision rests on cantonal law, the Federal Supreme Court examines only properly substantiated constitutional grievances. The appellant must, in a precise and reasoned manner, confront the decisive grounds of the cantonal decision and explain which fundamental rights were violated; mere disagreement or a repetition of previous arguments is insufficient. If the substantiation is manifestly deficient, the court may decide in simplified procedure and decline to enter into the appeal (consid. 3).

Full text

{T 0/2}
1B_17/2010

Urteil vom 19. Januar 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amtsstatthalteramt Luzern,
Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern.

Gegenstand
Strafverfahren, amtliche Verteidigung.

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Luzern, Kriminal- und Anklagekommission, vom 11. Dezember 2009.
Erwägungen:

1.
Die Amtsstatthalterin Luzern-Stadt bestrafte X.________ mit Strafverfügung vom 4. Juni 2009 wegen illegalen Aufenthalts gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Tagen. X.________ nahm die Strafverfügung nicht an und stellte anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme am 25. August 2009 ein Gesuch um amtliche Verteidigung. Die Amtsstatthalterin wies das Gesuch mit Entscheid vom 18. September 2009 ab. Dagegen erhob X.________ Rekurs. Die Kriminal- und Anklagekommission des Obergerichts des Kantons Luzern wies mit Entscheid vom 11. Dezember 2009 den Rekurs ab. Zur Begründung führte sie zusammenfassend aus, dass die Voraussetzungen für eine amtliche Verteidigung nach § 34 Abs. 2 der kantonalen Strafprozessordnung nicht erfüllt seien.

2.
X.________ führt mit Eingabe vom 14. Januar 2010 (Postaufgabe 15. Januar 2010) Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der Kriminal- und Anklagekommission des Obergerichts des Kantons Luzern. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Art. 95 ff. BGG nennt die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Ist ein, wie hier, in Anwendung kantonalen Rechts ergangener Entscheid angefochten, bildet die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbständigen Beschwerdegrund. Vielmehr hat der Beschwerdeführer darzulegen, inwiefern der beanstandete Entscheid gegen verfassungsmässige Rechte verstossen soll. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten, wie etwa des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege, gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 I 313 E. 2 S. 315; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen die gerügten Grundrechte verstossen soll. Das Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich, belegte Rügen.
Die Kriminal -und Anklagekommission legte dem Beschwerdeführer im angefochtenen Entscheid dar, weshalb er keinen Anspruch auf die Beigabe eines amtlichen Verteidigers habe. Der Beschwerdeführer setzt sich mit diesen Ausführungen, die zur Abweisung seines Rekurses führten, nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern die Kriminal- und Anklagekommission dabei verfassungsmässige Rechte verletzt haben sollte. Da die vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen des angefochtenen Entscheids darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amtsstatthalteramt Luzern sowie der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Luzern, Kriminal- und Anklagekommission, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Januar 2010

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Pfäffli

Keywords

appointed defenseinadmissibilitysubstantiation requirementconstitutional grievancesimplified procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal criminal appeal was sufficiently reasoned under Art. 42(2) BGG

Extracted holding

The appeal did not engage with the cantonal reasoning and did not show any constitutional violation; the court therefore could not review it.

Extracted reasoning

For decisions based on cantonal law, only constitutional grievances are reviewable; such grievances must be specifically and clearly argued. The appellant failed to address the appellate court's reasons, so the mandatory substantiation requirement was not met.

Key legal question

Whether the appellant was entitled to appointed defense in the cantonal proceedings

Extracted holding

The Federal Supreme Court did not examine the merits because the appeal was inadmissible.

Extracted reasoning

The complaint was rejected at the threshold for lack of sufficient reasoning.

Continue your research in ChatGPT or Claude

Connect Omnilex to search the legal corpus from your AI assistant.