Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

1B_139/2011Federal Supreme Court / Public Law Division IApr 1, 2011Inadmissible

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Omnilex summary

X. filed a criminal complaint for alleged fraud and embezzlement. After the Cantonal Prosecutor refused to open proceedings and the cantonal appeal court also refused to proceed, X. filed a federal criminal appeal. The Federal Supreme Court held that the appeal did not address the reasoning of the cantonal decision and was therefore inadmissible under Art. 42(2) BGG, decided in simplified procedure under Art. 108(1)(b) BGG, denied legal aid as the appeal was hopeless, and ordered no court costs.

Omnilex headnote

Art. 42 Abs. 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 64 BGG; Art. 66 Abs. 1 BGG; inadmissibility for insufficient reasoning of the federal appeal. A federal appeal must, in a concentrated manner, engage with the decisive reasons of the challenged judgment and indicate, by reference to the applicable grounds of appeal under Art. 95 ff. BGG, in what respect the decision is said to violate federal or constitutional law. A mere repetition of allegations or failure to address the actual reasoning leads to non-entry in simplified procedure. Where the appeal is manifestly devoid of prospects, legal aid is to be refused. If no costs are imposed, this must be stated expressly; the request for suspensive effect becomes moot once the matter is decided.

Full text

{T 0/2}
1B_139/2011

Urteil vom 1. April 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

  1. Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, Untere Grabenstrasse 30, 4800 Zofingen,
  2. Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
    Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau.

Gegenstand
Strafverfahren; Nichtanhandnahmeverfügung,

Beschwerde gegen den Entscheid vom 9. März 2011 des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen.
Erwägungen:

1.
X.________ erstattete am 10. Januar 2011 Strafanzeige gegen Y.________ wegen Verdachts des (gewerbsmässigen) Betrugs und der (mehrfachen) Veruntreuung. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm trat mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 14. Januar 2011, welche die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau am 20. Januar 2011 genehmigte, auf die Strafanzeige nicht ein. Dagegen erhob X.________ am 27. Januar 2011 Beschwerde. Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau trat mit Entscheid vom 9. März 2011 auf die Beschwerde nicht ein. Zur Begründung führte sie zusammenfassend aus, dass der Beschwerdeführer unter kombinierter Beiratschaft stehe, weshalb er nicht ohne Mitwirkung seines Beirates Beschwerde erheben könne. Sein Beirat habe indessen die Zustimmung zur Ergreifung der Beschwerde verweigert. Ausserdem sei mit der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm davon auszugehen, dass die fraglichen Staftatbestände nicht erfüllt seien.

2.
X.________ erhob gegen den Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit zwei Eingaben vom 26. März 2011 (Postaufgabe 28. März 2011) Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.

Der Beschwerdeführer setzt sich mit der Begründung, die zum Nichteintreten auf seine Beschwerde führte, nicht auseinander und legt nicht dar, inwiefern die Begründung bzw. der Entscheid rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Da die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ausführungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Entscheidgründen des angefochtenen Entscheids darstellen, ist mangels einer genügenden Begründung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. dazu BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

4.
Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als offensichtlich aussichtslos. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher abzuweisen (Art. 64 BGG). Auf eine Kostenauflage kann indessen verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Mit dem Entscheid in der Sache selbst wird das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm sowie der Oberstaatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. April 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Fonjallaz Pfäffli

Keywords

inadmissibilityinsufficient reasoningcriminal complaintnon-entry decisionlegal aidsimplified procedurecourt costs

Extracted by Omnilex

Key legal question

Whether the federal criminal appeal was sufficiently reasoned under Art. 42(2) BGG.

Extracted holding

The appeal did not engage with the grounds of the cantonal decision and therefore lacked adequate reasoning.

Extracted reasoning

The appellant failed to explain why the challenged decision violated law or constitutional rights; under Art. 42(2) BGG, a concise but specific challenge to the decision's reasoning is required.

Key legal question

Whether legal aid should be granted for the federal appeal.

Extracted holding

Legal aid was refused because the appeal was manifestly hopeless.

Extracted reasoning

Since the appeal was inadmissible for obvious insufficient reasoning, it had no prospects of success within the meaning of Art. 64 BGG.

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