Inter-cantonal tax allocation: no priority share for farm management

BGE 81 I 264Federal Supreme Court Official Reports (BGE) / Band IJul 6, 1955Dismissed

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Omnilex summary

The Federal Court rejected Nidwalden's claim to a priority share in the inter-cantonal allocation of income from the farmer's activities. The complainant, domiciled in Nidwalden, operated several farms there and had purchased an additional farm in Lucerne, which his adult son managed as an employee. The Court held that a priority share for the canton of the business seat is only warranted when the ordinary allocation key fails to account for management in a way that produces an obvious distortion. For agricultural enterprises, management normally has a more limited impact than in commercial or industrial concerns, so no correction was needed here.

Omnilex headnote

Inter-cantonal taxation; priority share for the canton of the business seat in agricultural enterprises. A priority share is justified only where the ordinary allocation key does not sufficiently reflect the significance of the business management and thereby leads to an evident distortion of the weight distribution (consid. 4). In agricultural operations, the influence of management on the business result is generally limited; unlike commercial or industrial undertakings, such enterprises do not usually justify a correction by way of a priority share, especially in small-scale settings. Where a subordinate farm is managed with a certain degree of autonomy by a family member or employee, this also speaks against treating the local manager as merely an executing organ of a central headquarters.

Full text

Urteilskopf

81 I 264

  1. Urteil vom 6. Juli 1955 i.S. Gut gegen Kantone Luzern und Nidwalden.

Sachverhalt

ab Seite 265

Aus dem Tatbestande:

Der Beschwerdeführer ist von Beruf Landwirt. Er wohnt in Dallenwil, Kanton Nidwalden, und bewirtschaftet dort mehrere landwirtschaftliche Grundstücke. Anfangs 1954 kaufte er einen weiteren Landwirtschaftsbetrieb in Rain, Kanton Luzern; diesen lässt er durch seinen ältesten Sohn, der im Anstellungsverhältnis zu ihm steht, bewirtschaften. Bei der steuerlichen Ausscheidung des Einkommens zwischen den beiden beteiligten Kantonen erhebt Nidwalden, als Kanton des Hauptsitzes, Anspruch auf einen Vorausanteil. Das Bundesgericht weist ihn ab;

Erwägungen

in Erwägung:

  1. Der Kanton Nidwalden verlangt einen Vorausanteil mit der Begründung, dass der Leiter des Gesamtbetriebes auf seinem Gebiete wohne. Zur Frage, ob bei landwirtschaftlichen Betrieben dem Kanton des Betriebssitzes ein Vorausanteil gewährt werden könne, nimmt die Entscheidung 74 I 120 ff. nicht abschliessend Stellung. Sie erklärt lediglich, ein Verteiler, der ohne Präzipuum auskomme, sei vorzuziehen, und im konkreten Falle sei ein solches deshalb nicht zuzusprechen, weil der Bedeutung des Betriebssitzes mit der Zuweisung der gesamten landwirtschaftlichen Fahrhabe an den betreffenden Kanton hinreichend Rechnung getragen werde.

Ein Vorausanteil zu Gunsten des Kantons des Betriebssitzes hat seine Berechtigung dort, wo ein Verteilungsschlüssel der Bedeutung der Betriebsleitung nicht gebührend Rechnung trägt und dadurch zu einer offensichtlich unrichtigen Gewichtsverteilung führt, so dass sich eine Korrektur aufdrängt. Das kann bei kaufmännischen oder industriellen Grossunternehmungen der Fall sein, wenn das Geschäftsergebnis einer Betriebsstätte vorwiegend auf die Geschäftsleitung am Hauptsitz zurückzuführen ist. Einen anderen Charakter als eine solche Zentralleitung weist aber die Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebes auf. Während ein kaufmännisches oder industrielles Unternehmen mit seiner Geschäftsleitung steht und fällt, sind der Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebes jedenfalls in der positiven Beeinflussung des Betriebsergebnisses verhältnismässig enge Grenzen gesetzt. Deshalb führt ein Verteilungsmodus, welcher der Leitung eines landwirtschaftlichen Betriebes nicht genügend Rechnung trägt, in der Regel nicht zu einer derartigen Gewichtsverschiebung, dass es einer Korrektur in der Form der Zusprechung eines Vorausanteils an den Kanton des Betriebssitzes bedürfte. Das gilt insbesondere für kleine Verhältnisse, wie sie im vorliegenden Falle gegeben sind. Zudem ist hier der Sohn des Betriebsinhabers, der den Nebenbetrieb im Kanton Luzern bewirtschaftet, ohne Zweifel nicht bloss ausführendes Organ der Betriebsleitung im Kanton Nidwalden, sondern muss ihm eine gewisse Selbständigkeit zukommen...

Keywords

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Key legal question

Whether Nidwalden, as the canton of the business seat, was entitled to a priority share in the allocation of income from an agricultural enterprise

Extracted holding

A priority share is only justified where the allocation key fails to reflect the importance of management and creates an obvious distortion; for small agricultural operations this was not the case.

Extracted reasoning

Unlike commercial or industrial enterprises, farm management has only limited influence on the result of the business. In the present small-scale situation, and given the autonomy of the son running the Lucerne farm, the allocation did not require correction by granting a priority share to Nidwalden.

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